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Bei Fachpartnern nachgefragt Worauf es Praktikern bei SmartHome-Lösungen ankommt

SmartHome-Systeme erleichtern Endverbrauchern das Leben. Die Bedienung wird immer intuitiver und einfacher. Gilt das auch für die Installation der Lösungen? Wir haben mit Profis gesprochen und sie gefragt, welche Anforderungen sie an Anbieter stellen und welche Wünsche offenbleiben.

13 Wochen lang ließ Donald Trump die Kandidaten der amerikanischen Fernsehsendung The Apprentice („Der Auszubilden de“) gegeneinander antreten. Der Gewinn war ein Einjahres vertrag in einem seiner Unternehmen. Das war noch vor seiner Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, machte ihn aber zum Star. Von einem 13-wöchigen Auswahlverfahren träumt sicher auch der ein oder andere Handwerker bei der Wahl seines SmartHome-Anbieters. Wer so viel Zeit hat, sicherzugehen, welche Hersteller die gewünschten Anforderungen erfüllen, dem bliebe die ein oder andere Überraschung erspart. Aber was wünscht der Praktiker sich eigentlich von SmartHome-Systemen und deren Herstellern?

IN ENGEM AUSTAUSCH STEHEN

„Niemand will mehr warten – vor allem nicht Menschen, die smarter leben wollen“, sagt Eric Waldhoff, Inhaber von Waldhoff Rollladen und Sonnenschutztechnik in Heppenheim. Er verbaut SmartHome-Systeme von Elero und Becker. Ersterer würde aktuell bei Lieferzeiten schwächeln. Nach Informa tionen von sicht+sonnenschutz handelt es sich um ein temporäres Problem und hängt mit dem Umzug von Elero an den neuen Firmensitz in Schlierbach zusammen. Für Waldhoff ist neben einer schnellen Lieferung die einfache Bedienung für Handwerker und Kunden ein entscheiden des Kriterium. „Ich würde mir bei meinen Lieferanten wünschen, dass man wie bei Somfy alle Einstellungen und die Installation über einen Laptop erledigen kann.“ Je mehr Rechte der ausführende Betrieb bei der Installation erhalte, desto einfa- cher gestalte sich die Installation der Systeme. Auch Rolladen Schröder in Bochum arbeitet mit Smart Home-Anbieter Becker zusammen. Inhaberin Kerstin Pohl sagt: „Wenn Support und Kontakt stimmen, gelingt die Instal lation meist problemlos.“ Alle Becker-Produkte seien leicht anzubinden. Alle Mitarbeiter besuchen Schulungen zu dem Thema. „Jede Woche bauen wir SmartHome-Produkte ein. Wir sind in ständigem Kontakt mit Becker.“ Moritz Reiser, Inhaber von Rollladen und Sonnenschutz Reiser in Wasserburg, bietet Systeme von Somfy und Loxone, Entwicklungspartner von Geiger, an. Er freut sich beson ders bei Somfy über den guten Telefonservice, wenn es mal Probleme bei der Installation oder der Programmierung des SmartHome-Systems gibt. „Ein freundlicher Techniker steht einem dort in der Regel zur Seite. Dann muss man nicht vom Kunden wegfahren und erhält noch vor Ort eine Lösung.“

WEG VON DER INSEL

Gut findet Reiser, wenn die Systeme offen und nicht nur herstellerbezogen sind. Bei der Installation von Loxone arbeite er mit einem Elektriker zusammen. „Das System ist sehr flexibel. Wir können so gut wie jedes Produkt anbinden“, sagt Reiser. Für Georg Braun, Geschäftsführer von Rolladen Braun in Weiding, spielt die Offenheit der Systeme ebenfalls eine wichtige Rolle. Er arbeitet mit Systemen von Warema und Selve, wünscht sich jedoch, dass sich in Sachen Schnittstellen dort bald etwas bewege. „Meist senden unterschiedliche Produkte auf verschiedenen Frequenzen. Das macht die Kommunikation der Geräte etwas komplizierter, weil dann der Einbau eines Aktors – eines Verteilers – notwendig ist.“ Ein gutes Produkt ist für ihn nicht nur für seine Kunden einfach zu bedienen, sondern auch leicht einzubinden. Das ist auch für Waldhoff wichtig: „Wir haben Schulungen der Hersteller besucht und benötigen sowohl bei Elero als auch bei Becker erst mal keinen Elektriker“, sagt er. Bei Problemen wendet er sich an den Telefonservice der Hersteller. „Elero verfügt über längere Öffnungszeiten und ist auch samstags erreichbar.“ Pohl wiederum findet es nützlich, dass Becker-Bedienungsanleitungen für Praktiker und Endkunden auf Deutsch erhältlich sind: „Die Anleitun gen sind verständlich. So kommen nicht nur wir, sondern auch Anwen der gut mit den Produkten klar.“ Reisers Kunden brauchen nach seinen Angaben nicht lange, um zu verstehen, wie sie die smarten Produkte bedienen.

ENDKUNDEN SCHNELL EINWEISEN

„SmartHome-Systeme sind aber nicht für alle geeignet“, sagt der Fachmann. Tech nik affine Personen verständen schneller, wie die intelligenten Lösungen funktionierten. „Bei Senioren sieht das anders aus.“ Diese Gruppe wünsche sich aber nur selten ein smartes System. „Die Einweisung für die Kunden ist leider sehr zeitintensiv“, sagt wiederum Braun. Die Nach frage nach smarten Lösungen ist nach seinen Angaben immer noch sehr gering, da damit die Kosten für die Bauherren stiegen und das Preis-Leistungs-Verhältnis oft nicht zufriedenstellend sei. „Wir haben aber keine weiteren Anforderungen an unsere Lieferanten. Wir hoffen nur, dass die Nachfrage in den nächsten Jahren doch noch etwas steigt.“

Andrea Mateja 

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