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Befestigungsbranche schraubt an ihrer Zukunft 9. fischer Expertenforum war ein voller Erfolg

Mehr als 100 Gäste aus Forschung, Prüfung, Industrie und Ingenieurbüros sowie von Behörden und ausführenden Betrieben tauschten sich am 23. und 24. Januar am Hauptsitz der Unternehmensgruppe fischer in Tumlingen über Branchentrends aus. Dort zeigten namhafte Referenten neueste Erkenntnisse der Forschung und praxisnahen Anwendung.

Zum Auftakt des 9. fischer Expertenforums begrüßte Marc-Sven Mengis, Vorsitzender der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe fischer, die Gäste. Prof. Konrad Bergmeister (Universität für Bodenkultur in Wien) moderierte die Veranstaltung.

Anforderungen und Normen

Prof. Jörg Reymendt, Mitinhaber Ingenieurbüro ISG GmbH sowie IPQ-Institut für Prüfung und Qualitätssicherung, zeigte als renommierter Sachverständiger die Anforderungen an Verankerungen in WHG-Flächen auf. Diese sollen das Eindringen von Gefahrenstoffen in den Untergrund gemäß Wasserhaushaltsgesetz verhindern.
Dr. Christian Schlenk, Leiter Entwicklung Chemie bei fischer, betonte anschließend die Beständigkeit von Befestigungssystemen mit dem fischer Injektionsmörtel FIS EM Plus im Vergleich zu wassergefährdenden Flüssigkeiten sowie deren Dichtheit und Standsicherheit während sowie nach der Beaufschlagung. Dr. Thilo Pregartner, Leiter Technologietransfer und Zulassungen bei fischer, zeigte auf, welche wesentlichen Änderungen sich durch die EN 1992-4 im Bemessungsverfahren für Befestigungen in Beton ergeben. Einen seiner Schwerpunkte legte er dabei auf die Dauerhaftigkeit von Verbunddübeln.

Innovative Bemessungsmethoden und Digitalisierung am Bau


Jochen Burbach, Leiter Fassade im Bereich Industrie/OEM, verdeutlichte, welche Kriterien für energetisch optimierte Fassadenunterkonstruktionen in puncto Statik, Architektur, Bekleidung und Normung maßgeblich sind und wie sich der Wärmeschutz der Gebäudehülle erwirken und ermitteln lasse. Zudem erläuterte er die Vorteile von fischer Systemen und Hybrid-Lösungen im Vergleich zu Alternativlösungen am Markt.
Eine realitätsnahe, innovative Bemessungsmethode von Dübelgruppen in Beton präsentierte Boglárka Bokor (Universität Stuttgart) mit ihrem aktuellen Forschungsschwerpunkt: einem nichtlinearen Federmodell. Dessen Vorteile im Vergleich zu anderen Verfahren arbeitete auch Dr. Pregartner heraus. Diese lägen
• in dem erweiterten Anwendungsbereich des CC-Verfahrens hinsichtlich Ankeranordnungen und Geometrien der Ankerplatte,
• der Berücksichtigung der Ankerplattensteifigkeit,
• der Bemessung des gesamten Fußpunkts,
• der höheren Sicherheit in der Bemessung,
• der exakteren Verformungsberechnung sowie
• der Zeitersparnis für Ingenieure.
Dr. Selim-Tugra Demir, bei fischer Consulting verantwortlich für Beratung im Lean Design und in der Lean Construction, zeigte auf, wie die Digitalisierung und die damit verbundenen disruptiven Technologien die Art und Weise des Bauens nachhaltig verändern werden. Damit gehe ein Kulturwandel einher. Zielführend sei die Zusammenarbeit aller Beteiligten, wohingegen sogenannte Superhelden ihre Daseinsberechtigung verlören.
Keynote-Speaker Prof. Oliver Riedel betrachtete, wie die Digitalisierung branchenübergreifend die Arbeitswelt verändert. In seinem interaktiven Vortrag forderte er die Gäste auf, per Smartphone bei Live-Umfragen zum Thema Arbeitswelt 4.0 teilzunehmen. So ließ er etwa deren Erfahrungen mit Künstlicher Intelligenz (KI) in seine Ausführungen einfließen. Er prognostizierte unter anderem: Die Digitalisierung führe zu einer Requalifizierung in vielen Branchen. Menschen werden in der Folge interaktiv und kooperativ mit cyber-physischen Systemen arbeiten.

Baurechtliche Berücksichtigungen und BIM

Nach einer Begrüßung von Michael Geiszbühl, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei fischer, am Morgen des zweiten Tages eröffnete Prof. Jan Hofmann von der Universität Stuttgart mit dem Thema „Erdbeben in Bezug auf Verankerungen und deren baurechtliche Berücksichtigung“. Erleitete mit beispielhaften Vorkommen von Erdbeben in das Thema ein, klärte über die rechtlichen Rahmenbedingungen auf und verdeutlichte, welche Anforderungen Dübel unter seismischer Belastung erfüllen müssen. Auch zeigte er auf, was bei einer erdbebengerechten Befestigung berücksichtigt werden muss. Dabei gelte es, Dehnlängen einzuplanen und ein Lochspiel zwischen Ankerplatte und Dübel zu vermeiden.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete das Thema Building Information Modeling (BIM). So referierte Dr. Matthias Jacob, Geschäftsführer der Implenia Hochbau, zur Digitalisierung der Bauindustrie. Er beschrieb, wie BIM als Gebäudedatenmodell in sämtlichen Bau- und Lebensphasen des Gebäudes genutzt werde und zeigte aktuelle Hemmnisse in der Bauwirtschaft auf. Anschließend präsentierte Emil Kral, Technischer Manager bei der Unternehmensgruppe fischer, deren BIM-Strategie, Services sowie digitalen Zwillinge von Produkten.

Podiumsdiskussion: Dübelbemessung

Im anschließenden Podiumsgespräch diskutierten Branchen-größen zum Thema „Dübelbemessung: Aufwendig ausgereizt oder pragmatisch schnell?“. Mit dabei waren Prof. Hofmann (Universität Stuttgart), Dr. Markus Wetzel (ehemaliger Präsident Bundesvereinigung der Prüfingenieure für Bautechnik), Dipl.-Ing. Andreas Reinhardt (Systea Pohl GmbH) und Dipl.-Ing. Erik Vogler (PUK group GmbH und Co. KG). In seiner Abschlussrede resümierte Florian Birkenmayer, Sprecher der Geschäftsführung Befestigungssysteme von fischer: „Gemeinsam ist es uns gelungen, zahlreiche Fachthemen und Trends zu präsentieren und zu diskutieren – und damit die Zukunft weiter zu gestalten.“

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