In der slowenischen Hauptstadt Ljubljana ist aus einer alten Zuckerfabrik ein Kulturzentrum mit Raum für slowenische und internationale Kultur entstanden. Hörmann lieferte Tore für den Innen- und Außenbereich der Cukrarna.

Die ehemals größte Zuckerfabrik in der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie, zu der auch die kleine Nation Slowenien zählte, wurde nach einem Brand Mitte des 19. Jahrhunderts erst zur Kaserne und dann zu einer Art notdürftigem Wohnheim für die weniger Begüterten. Fast zwangsläufig fanden deshalb dort auch einige der bedeutendsten Schriftsteller der slowenischen Moderne ein dürftiges Obdach, das eigentlich nur mit einer bohemehaften Lebenshaltung akzeptabel war. In den bedeutendsten literarischen Werken Sloweniens ist die Cukrarna jedoch seither verewigt. Und das Entstehen einer slowenischen Literatur in diesem Obdachlosenheim gilt wiederum als Initialzündung für die Geburt der slowenischen Nation.
Etwas weniger romantisch betrachtet war die Cukrarna bis ins 21. Jahrhundert ein heruntergekommener Schandfleck in einer Stadt, die vor allem durch Josef Plecniks Arbeiten zum Weltkulturerbe zählt. Der berühmteste Architekt Sloweniens setzte schon in der frühen Moderne seine ganz eigenen Maßstäbe zum Bauen im Bestand. Das berühmteste Beispiel dafür ist sicher sein kritisch-rekonstruktiver Eingriff in die Bausubstanz der Prager Burg Hradschin. Und jedes slowenische Architekturbüro steht deshalb bis heute fast zwangsläufig auf die eine oder andere Weise im langen Schatten Plecniks. Doch mit der Umsetzung des Wettbewerberfolgs zur Sanierung der Zuckerfabrik bewies das slowenische Büro Scapelab, dass es aus diesem Schatten weit herausgetreten ist.
Industrie-Sektionaltor und Feuerschutz-Schiebetor
Scapelab gewann den 2009 ausgelobten Wettbewerb für eine Revitalisierung der ehemaligen Zuckerraffinerie zum Kulturzentrum mit der Idee, das Gebäude komplett zu entkernen, um im Inneren ein flexibles Programm anbieten zu können. Das bedeutet, dass auch die Logistik für größere Events ausgelegt werden musste. Zugang für die Anlieferung von sperrigem Kulturgut – seien es große Skulpturen oder die Technik für Bühnenshows – bietet das Industrie-Sektionaltor SPU F42 von Hörmann, das mit einem Vertikalbeschlag ausgestattet ist und senkrecht die Wand hochfährt. Optisch bildet es durch seinen dunklen Farbton einen starken Kontrast zur hellen Betonoberfläche – macht sich gar nicht erst die Mühe, sich zu verstecken. Das doppelwandige Stahl-Lamellentor sorgt für gute Wärmedämmung. Eine Schlupftür dient dem Durchgang von Personen, wenn das Tor geschlossen ist.
Ebenfalls eine Schlupftür hat das Feuerschutz-Schiebetor FST T60-1 OD im Untergeschoss. Es setzt sich farblich allerdings nicht von der Wand ab. Anders als regulär üblich wird dieses Tor hier auch als normales Schiebetor genutzt, ist also im täglichen Betrieb zumindest zeitweise geschlossen.
Atemberaubender Innenraum
Der völlig desolate Zustand der Cukrarna ermöglichte Eingriffe, die kaum restaurativ zu nennen sind. Lediglich die Außenwände mit den gewaltigen Lochfassaden blieben erhalten. Echte Einbauten im Wortsinne gibt es fast keine. Denn fast das komplette Innenleben der Galerie wurde von der neuen Stahlkonstruktion des Dachs abgehängt. Mit weißen, gelochten Blechen verkleidet, setzt es sich nicht nur räumlich von der historischen Substanz ab. Und das Resultat ist ein atemberaubender Innenraum, der die gigantische Dimension des Bauwerks jederzeit und fast von jeder Position aus fühlbar werden lässt.
Die verschiedenen Galerieräume hängen als weiße Würfel im Volumen der Cukrarna, ohne die historischen Außenwände zu berühren. Verschiedene Durchblicke, ein ausgefeiltes Lichtkonzept und multifunktional nutzbare Räume lassen ein spektakuläres Gebäude entstehen, das den historisch bedeutenden Kontext der Zuckerfabrik feiert. Und das Bemerkenswerteste: Dieses große bauliche Spektakel entstand ganz ohne dekonstruktivistischen Firlefanz und mit fast schon bestechend einfachen architektonischen Mitteln.

