Geiger meldet strategischen Coup für SmartHome „Wir wollen dem Sonnenschutz das Denken beibringen.“

Geiger Antriebstechnik und SmartHome-Pionier Loxone aus Österreich haben eine strategische Kooperation bekannt gegeben. Das Ziel der koordinierten Aktivitäten ist es, hochwertige Antriebe für Verschattungsanlagen künftig mit einer Art AutoPilot für das Eigenheim zu verbinden.

Martin Öller und Dr. Marc Natusch (re.) informierten die Fachpresse über den Coup für Ihre Firmen Loxone bzw. Geiger Antriebstechnik. - © Kober

Die Insel ist größer geworden. Wer sich heute für das erste marktfähige Koprodukt der baden-württembergisch-österreichischen Verbindung entscheidet, der bekommt mit dem Motor SolidLine Air für den Antrieb von Rollläden und Markisen eine Antriebslösung in Geiger-Qualität mit Features wie Festfrierschutz, Hinderniserkennung und einem Schutzmechanismus, der greift, sobald eine thermisch bedingte Längenänderung des Behangs eintritt. Aber das ist nur der eine Aspekt. Der Rohrmotor ist „SmartHome
ready“, wie Dr. Marc Natusch im schönsten IT-Sprech bei der gemeinsamen Präsentation mit Loxone Ende September am Münchner Olympiagelände erklärt. Wer also beim Antrieb seiner Behänge SolidLine Air auswählt, der halte gleichsam das „Ticket in die Zukunft“ komfortablen Wohnens in der Hand. Sofern er sich zu einem späteren Zeitpunkt von dem grünen Miniserver der österreichischen SmartHome-Pioniere von Loxone (Adresse Smart Home 1, AT-41 54 Kollerschlag) überzeugen lässt; so gesehen, bleibt es eine Insel, allerdings reden wir hier angesichts von 33.000 solcherart gepimpter Gebäude nicht mehr über einen Haufen Sand mit ein paar Palmen, sondern eine stattliche
Liegenschaft. Natusch wird nicht müde, die rasante Entwicklung bei Loxone mit einer Umsatzverdoppelung während der beiden zurückliegenden Jahre auf derzeit 22 Millionen Euro zu preisen. Und sein Kollege Martin Öller, der österreichische CEO, spricht in Anbetracht von schon heute 120 integrierbaren Produktsegmenten vom Licht über die Heizung bis zur Ladestation für das Elektroauto bzw. Bedieneinheit für den Swimmingpool mit gerechtfertigtem Selbstbewusstsein von Loxone als One Stop Shop für das Wohnen der Zukunft.

Aufbruchsstimmung: Folgt nun der Aufbruch?

Dabei ist trotz der gebetsmühlenartig wiederholten guten SmartHome-Perspektiven noch immer das Gründerzeitfeeling spürbar, wenn Natusch in Anbetracht von 8.000 Loxone-Partnern in mehr als 90 Ländern ehrfurchtsvoll von einer „Community“ spricht und selbst den Vergleich mit den Apple-Jüngern nicht scheut; jedenfalls hat sich die Engineering-Firma Geiger, die bislang schon irgendwie smart, aber auch bodenständig wirkte, der Begeisterung nicht entzogen: Die Kooperation mit Loxone ist zeitlich unbefristet, erwartet werden Mehrumsätze in Millionenhöhe – und: Es scheint kaum Geheimnisse voreinander zu geben, „beide Entwicklungsabteilungen sind heute schon eng
verzahnt“.

Nach dem Rohrmotor warten auf die Community Antriebslösungen für Raffstores und eine Wetterstation, den Anspruch an den Sonnenschutz formuliert Loxone unzweideutig in seiner Imagebroschüre: „Mach mehr aus Deiner Beschattung“, heißt es appellatorisch, es folgen die Vorschläge: „Egal von welchem Hersteller, Beschatten auf Knopfdruck, smarter Lichtwecker, Automatikmodus, Sichtschutz, Sturmschutz“ – egal von welchem Hersteller? Ist das nicht auch ein Risiko für Geiger, selbst wenn Loxone mit der Kooperation seinen Anspruch, in den einzelnen Produktsegmenten über „Kompetenz Center“ (Öller zur sicht+sonnenschutz) zu verfügen, untermauert? Dagegen spricht neben der offenbar hohen Loyalität der insbesondere in den Reihen der Elektriker zu verortenden Loxone-Partner, was Natusch in einer guten Handvoll Gesprächen mit bestehenden und neuen Partnern aus der deutschen herstellenden Industrie an Reaktionen auf den Deal erntete.

Zusammenfassen lässt sich das in der Feststellung, dass Loxone offenbar eine richtig große Nummer im SmartHome-Markt ist – und für Hersteller der Trägerprodukte interessant genug, dass diese ihre Fachpartner mit Schulungen etc. hinsichtlich der Kooperation mit Geiger aufs richtige Gleis setzen. So sollen sich zu den 8.000 Elektriker-Partnern R+S-Betriebe gesellen, die sich mit der angebotenen Lösung das Thema des intelligenten Hauses erschließen. Denn nicht selten, das betont Natusch in München, ist bei SmartHome-Interessenten der Sonnenschutz bzw. der Wunsch nach dessen komfortabler Steuerung und ggf. Anbindung an weitere Automationsfeatures die Initial -
lösung, sich mit dem Wohnen 2.0 zu beschäftigen und nach einer integrativen Lösung für alle Produktsegmente zu suchen: „Und dem Sonnenschutz“, sagt der dynamische Geiger-Geschäftsführer, „bringen wir in der Verbindung mit Loxone nun das Denken bei.“ Reinhold Kober