Die Warema Gruppe hat zum 1. April die Geschäfte der Michael Caravita GmbH (jetzt: Caravita GmbH) und zu 100 Prozent die Anteile der Caravita Europe s.r.o. übernommen. sicht+sonnenschutz hat nachgefragt, welche strategische Rolle die Übernahme spielt und welche Synergien sich ergeben.
Wie Angelique Renkhoff-Mücke, Vorstandsvorsitzende von Warema, im Gespräch mit sicht+sonnenschutz erläutert, spiele das Marktsegment Outdoor Living im Portfolio des Sonnenschutzanbieters eine wichtige Rolle und wachse nachhaltig. Mit der Übernahme von Caravita baut das Unternehmen sein Angebot in diesem Bereich aus. „Wir sehen in dieser neuen Verbindung großes Potenzial für die Weiterentwicklung des zukunftsträchtigen Outdoor-Living-Sortiments“, sagt Renkhoff-Mücke. Das 1992 gegründete Familien- unternehmen Caravita ist auf maßgefertigte Sonnenschirme und Sonnensegel spezialisiert. Das Vertriebszentrum für Europa, Afrika und Asien befindet sich in Gaimersheim bei Ingolstadt, der Produktionsstandort in Nová Dubnica in der Nähe von Trencin, Slowakei. Michael Caravita, der sich auf Nachfrage nicht weiter äußern wollte, hatte sich laut Warema entschieden, sein Unternehmen zu verkaufen. Es sei sein Wunsch gewesen, sich nach 30 Jahren aus dem Geschäft zurückzuziehen.
Wie kam es zur Übernahme?
„Warema war für ihn von Anfang an der Wunschpartner – nicht zuletzt, weil es sich bei beiden Unternehmen um Familienunternehmen handelt, welche die gleichen Werte wie Beständigkeit, Partnerschaft und Verantwortung teilen“, schildert Renkhoff-Mücke. Was die Produkte betrifft, bieten Warema und Caravita nach ihren Angaben individuelle Lösungen auf höchstem Qualitätsniveau. Alle Produkte entstehen demnach in Einzelfertigung und werden aus robusten, langlebigen Materialien hergestellt. „Auch das entspricht nachhaltigem Wirtschaften.“
Wie geht es weiter?
Laut Warema bleibt Caravita als Unternehmen eigenständig, ferner bleiben alle Arbeitsplätze und die beiden Standorte unverändert bestehen. Die Geschäftsführung der Caravita GmbH und der Caravita Europe s.r.o. hat Gunther Wettengel übernommen, der seit 1990 bei Warema in unterschiedlichen verantwortungsvollen Positionen
tätig ist. Michael Caravita werde in den nächsten Monaten noch beratend zur Seite stehen.
Sowohl Warema als auch Caravita produzieren nach Unternehmensangaben weiterhin ihr eigenes Produktportfolio. Zukünftig sollen laut Renkhoff-Mücke aber eine enge Verzahnung der beiden Produktmanagements erfolgen und das Potenzial zur Synchronisierung weiterentwickelt werden. Für die Zukunft sei etwa geplant, gemeinsam abgestimmte Produkte beider Marken zu entwickeln, so dass die Kunden Terrasse, Balkon oder den Gastronomiebereich mit Sonnenschutzlösungen im einheitlichen
Design gestalten können.
Trotz der Übernahme sieht die Warema-Chefin übrigens keinen Konsolidierungsprozess im Sonnenschutzmarkt im Gange. „Ebenso wie andere Märkte wird der Sonnenschutzmarkt von ständigen Veränderungsprozessen beeinflusst und muss auf neue Trends, Themen wie Digitalisierung oder Industrie 4.0, um nur einige zu nennen, reagieren. Eine generelle Konsolidierung des Sonnenschutzmarktes sehe ich jedoch nicht“, betont Renkhof-Mücke.
