Die Warema Group hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatz von mehr als 678 Millionen Euro abgeschlossen und damit nahezu das Vorjahresniveau gehalten. Parallel legt das Familienunternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht vor, der insbesondere bei den Emissionen entlang der Wertschöpfungskette einen starken Fortschritt ausweist.

Der Sonnenschutzspezialist mit Sitz in Marktheidenfeld bewegt sich in einem herausforderndem Marktumfeld, das von einer anhaltenden Seitwärtsbewegung, verhaltener Konjunktur und hoher Planungsunsicherheit geprägt ist. Hinzu kämen Belastungen durch geopolitische Spannungen. Im Jahr 2024 hatte die Warema Group noch 687 Millionen Euro umgesetzt, im Jahr 2025 lag der Umsatz bei mehr als 678 Millionen Euro.
"Es war bereits absehbar, dass 2025 kein Jahr des Wachstums wird, sondern der Stabilisierung", sagt Angelique Renkhoff-Mücke, CEO der Warema Group. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten zeige sich, wie belastbar ein Unternehmen wirklich sei. Die eigene Resilienz – auch im Denken und Handeln – habe wesentlich dazu beigetragen, den Kurs zu halten. Strukturell wie kulturell habe das Unternehmen seine Organisations- und Widerstandskraft weiter gestärkt.
Vorsichtiger Ausblick auf das Jahr 2026
Für das Jahr 2026 rechnet die Unternehmensleitung erneut mit einer Seitwärtsbewegung. Die Planung sehe zwar eine leicht verbesserte Gesamtleistung im Vergleich zum Jahr 2025 vor, doch wirkten sich mehrere Faktoren spürbar auf das Ergebnis aus: steigende Kosten auf der Rohstoffseite – etwa für Benzin, Diesel und Energie insgesamt –, höhere Löhne und Materialkosten sowie anhaltender Preisdruck. Die Zahlen dürften sich nach Unternehmensangaben auf einem ähnlichen Niveau bewegen wie im Vorjahr.
"Unser Blick nach vorn ist vorsichtig optimistisch", sagt Renkhoff-Mücke. Wie sich das Jahr 2026 entwickeln werde, hänge maßgeblich von der gesamtwirtschaftlichen Lage ab. Das Unternehmen sei vorbereitet, bleibe aber realistisch in seinen Erwartungen.
Nachhaltigkeitsbericht: Transformation mit klarem Kurs
Mit dem Nachhaltigkeitsbericht 2025 setzt Warema den im Jahr 2024 begonnenen Übergang zur gesetzlich verpflichtenden Nachhaltigkeitsberichterstattung fort. Diese Regelung werde voraussichtlich erst für das Berichtsjahr 2027 greifen, das Familienunternehmen bereite sich aber bereits umfassend auf die erweiterten Anforderungen vor.

Es gehe nicht allein um die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben, betont Renkhoff-Mücke: "Nachhaltigkeit ist kein Zusatzthema, sondern integraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig zukunftsfähig zu bleiben." Kern der Klimastrategie bleibe es, wirtschaftliche Entwicklung sowie soziale und ökologische Verantwortung in Einklang zu bringen. Ein zentrales Thema sei die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens, das Warema aktiv unterstütze.
Photovoltaik deckt 16 Prozent des Stromverbrauchs
Konkrete Fortschritte meldet Warema beim Corporate Carbon Footprint (CCF). Der Sonnenschutzhersteller hat in den Jahren 2023 und 2024 insgesamt fünf neue Photovoltaik-Anlagen projektiert, darunter ein Vertikal-PV-Modul. Im Jahr 2025 produzierte das Unternehmen nach eigenen Angaben zirka 2,6 Gigawattstunden Solarstrom für den Eigenbedarf. Damit habe Warema zirka 16 Prozent des Stromverbrauchs im Unternehmen gedeckt und zirka 890 Tonnen CO2 in Scope 1 und Scope 2 eingespart.
Im Vergleich zum Basisjahr 2021 hat das Unternehmen seinen CCF nach eigenen Angaben deutlich reduziert: um 13 Prozent in den Scopes 1 und 2 sowie um 39 Prozent in Scope 3. "Besonders im Scope 3, also den Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, haben wir bereits mehr erreicht, als wir uns ursprünglich vorgenommen hatten", sagt Renkhoff-Mücke. Gleichzeitig dürfe man nicht nachlassen, denn die Ziele seien absolute Ziele. Steige die Nachfrage, steige auch die Verantwortung weiter.
Ziele bis zum Jahr 2030
Konkret möchte Warema bis zum Jahr 2030 25 Prozent der Emissionen in Scope 3 im Vergleich zum Basisjahr 2021 einsparen. In den Scopes 1 und 2, die Emissionen aus dem eigenen Energieverbrauch von fossilen Brennstoffen und Strom umfassen, hält das Unternehmen am Ziel einer Reduktion von 42 Prozent bis zum Jahr 2030 fest. Dieses Ziel erfordere kontinuierliches Engagement auf allen Ebenen, so Renkhoff-Mücke: "Jede Maßnahme zählt. In der Summe entfalten viele kleine Schritte eine große Wirkung – und genau darauf bauen wir."