Im Idealfall wird der Sonnen- und Wärmeschutz bereits bei der Gebäudeplanung berücksichtigt. Doch mit den Lösungen von Warema ist voll automatisierter Sonnenschutz auch ohne großen Aufwand nachrüstbar, wie ein Projekt in Neuss zeigt.

Ein Ehepaar erwarb 2019 ein Backsteingebäude in Neuss, das 1926 erbaut wurde und der Architektur der Neuen Sachlichkeit zuzuordnen ist. Das Dreifamilienhaus war zuletzt in den 1970er-Jahren rudimentär renoviert worden. Bereits im Dezember 2019 zog die Familie nach umfassender Sanierung ein. Die Bauherren ließen die Raumaufteilung komplett ändern, neue Wände einziehen und Böden verlegen. Im Dachgeschoss fehlte unter den Deckenverkleidungen die Dämmung, zweiadrige Elektroleitungen ohne Schutzleiter mussten weichen. Die alten weißen PVC-Fenster tauschten sie gegen Holzfenster mit Mittelstrebe aus, die ehemals vorhandenen Rollläden entfernten sie ersatzlos.
Erster Sommer offenbart Planungslücke
Das nach Südwesten ausgerichtete Haus ohne Nordfassade ist den gesamten Tag mit Sonnenlicht durchflutet. Bereits der erste Sommer zeigte, dass der Sonnenschutz im Sanierungsplan zu wenig Beachtung gefunden hatte – besonders die Küche und das Bad im Obergeschoss heizten stark auf. "Wir haben im ersten Sommer rasch gemerkt, dass die Innenräume schnell warm werden – vor allem in der Küche oder im Bad oben. Da war dann auch klar, dass wir eine Lösung brauchen, die für mehr Kühle in den Räumen sorgt und idealerweise das Haus optisch aufwertet", sagt Bauherrin Ute Laatz.
Die Idee zu Fallarmmarkisen entstand im eigenen Garten. Inspiriert von Urlauben in Frankreich, Italien und Spanien suchten die Bauherren eine Lösung, die zum Stil des Hauses passt. Während der Fachberatung erfuhren sie zudem, dass nur außen liegender Sonnenschutz für angenehme Raumtemperaturen sorgt, weil er die Hitze bereits vor dem Fenster abfängt.
Funkkommunikation reduziert Eingriffe in die Bausubstanz
Markus Boshammer, Geschäftsführer des Sonnenschutz-Fachhändlers Lamell-o-Group, übernahm die Beratung und konnte die zentrale Sorge der Bauherren rasch entkräften: Ein nachträglich montierter, voll automatisierter Sonnenschutz zieht nach seinen Angaben nicht zwangsläufig eine größere Baustelle nach sich. "Wir brauchen nur die Stromversorgung, alles andere passiert über Funk – zumindest bei den Sonnenschutzsystemen von Warema", sagt Boshammer. Ein umfangreiches Aufschlagen der frisch sanierten Innenwände war für die Bauherren nicht akzeptabel. Die Planung ergab schließlich, dass sich die Umbauarbeiten auf wenige Stromzuführungen reduzieren, die von naheliegenden Steckdosen direkt zu den Fallarmmarkisen führen.
Acht Vorbau-Markisen in Signalschwarz
Zum Einsatz kamen acht Warema Vorbau-Markisen mit Fallarm und Halbrundblende. Die Monteure brachten sie mit knappem seitlichen Nischenüberstand direkt auf der Fassade an. Die Gestelle in mattem Signalschwarz (RAL 9004) mit sehr geringer Bautiefe fügen sich nach Unternehmensangaben unauffällig in die Fassade ein, ohne deren austarierte Architektur zu stören. Auch der Acryl-Stoff im Dessin Schwarz Nr. 4000 greift die Farbgebung auf und unterstreicht die Anmutung der historischen Backsteinfassade.
Die komplette Montage und Inbetriebnahme erfolgten trotz Regenschauern innerhalb eines Tages. Warema liefert die Fenstermarkisen standardmäßig komplett montagefertig – Monteure müssen lediglich Dübel zur Befestigung setzen. Da Antriebe und Funkkomponenten bereits werkseitig verbaut sind, ließen sich die Anlagen am späten Nachmittag einlernen und betriebsbereit übergeben.
Steuerung per Wetterstation, Handsender und App
Eine an der Fassade montierte Wetterstation, ein Handsender sowie eine Smartphone-App via WMS Webcontrol pro ermöglichen die drahtlose Steuerung der gesamten Anlage über das Funksystem WMS von Warema. Die zentrale Wetterstation erfasst Sonnenintensität und Windstärke. Bei Regen fahren alle Markisen automatisch ein, bei Sonneneinstrahlung dort selbstständig aus, wo es erforderlich ist.
"Mit der konsequenten Ausrichtung aller unserer Komponenten auf eine Kommunikation über Funk haben wir die Grundlage geschaffen, minimalinvasiv höchsten technischen Komfort zu installieren, diesen ständig anzupassen beziehungsweise technisch upzudaten", sagt Bernd Riedmann, Leiter der Geschäftseinheit Smart Building Solutions bei Warema. Die Bauherrin bestätigt den Nutzwert aus der Praxis: "Dank det automatisierten Steuerung sind wir in Sachen Technik und Komfort jetzt auf dem neuesten Stand", sagt sie. "Wir können die Markisen einzeln über den Handsender oder die Handy-App steuern und nutzen diese Funktionen häufig." Besonders hilfreich sei der automatisierte Sensor, der die Markisen je nach Wetter steuere.
Bilanz der Bauherren
Aus Sicht der Bauherrin macht die kurze Bauzeit den nachträglichen Einbau attraktiv: Acht Fallarmmarkisen seien an einem Tag montiert und die Stromzuleitungen unter Putz verlegt worden. Selbst bei vollständig heruntergelassener Markise gelange ausreichend Tageslicht in die Räume, sodass keine künstlichen Lichtquellen nötig seien. Das Haus mit zirka 230 Quadratmeter Gesamtwohnfläche profitiert nach Angaben der Beteiligten von einem angenehmen Raumklima bei gleichzeitiger Energieeinsparung.