Bauwerkintegrierte Photovoltaik Strom und Sonnenschutz mit PV-Schiebeladen von Ehret

Ehret bringt im Oktober den Photovoltaik-Schiebeladen Solarslide auf den Markt. Das System erzeugt bis zu 730 Watt Peak bei einer maximalen Flügelgröße von 2.800 auf 1.500 Millimeter und erreicht einen Wirkungsgrad von bis zu 20 Prozent.

Der Photovoltaik-Schiebeladen Solarslide von Ehret erreicht eine elektrische Leistung von bis zu 730 Watt Peak bei einer maximalen Flügelgröße von 2.800 auf 1.500 Millimeter.
Der Photovoltaik-Schiebeladen Solarslide von Ehret erreicht eine elektrische Leistung von bis zu 730 Watt Peak bei einer maximalen Flügelgröße von 2.800 auf 1.500 Millimeter. - © Ehret

Vertikal montierte Photovoltaikmodule liegen laut Ehret im Trend, denn sie belegen ungenutzte Flächen und können den Gesamtenergieertrag von Gebäuden signifikant steigern. Bauwerkintegrierte Photovoltaik-Elemente gehen noch einen Schritt weiter. Sie ersetzen konventionelle Baumaterialien und übernehmen zusätzliche Funktionen der Gebäudehülle.

"Mit unserem neuen Photovoltaik-Schiebeladen setzen wir genau an diesem Punkt an. Er kombiniert solare Energiegewinnung mit ästhetischem Sicht- und Sonnenschutz und eröffnet Architekten und Auftraggebern völlig neue gestalterische Möglichkeiten", sagt Marketing- und Kommunikationschef Philippe Gertz.

Siebdruckbeschichtung ermöglicht elegante Schiebeläden

Ohne dem Design Kompromisse abzuverlangen, fügen sich die Glas-Glas-Module laut Ehret elegant in die Fassade ein. Eine Siebdruckbeschichtung mit speziell für die Solartechnologie entwickelten Farben verberge die charakteristische Solarzellenstruktur. Die semi-transparenten Füllelemente der Solarslide Schiebeläden seien von einer normalen Glasscheibe nicht zu unterscheiden.

"Auf den Wirkungsgrad hat die Tönung im Vergleich zu einem ungefärbten Glas vor allem bei dunklen Farben nur unwesentlichen Einfluss. Anthrazit verursacht zum Beispiel nur drei Prozent Effizienzverlust", erläutert Jörg Hahnel, Produktmanager bei Ehret. Die Technologie der farbigen Photovoltaik-Schiebeläden entwickelte Ehret mit Unterstützung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg.

Zum Marktstart stehen neben dem Vollton Schwarz sieben Modulfarben zur Auswahl: Anthrazit, Grau und Hellgrau, Blau, Grün, Terracotta und Gold. Die Pulverbeschichtung der schmalen Aluminium-Rahmen können Kunden farblich darauf abstimmen.

Solarslide auch als Balkonkraftwerk einsetzen

Das Zellennetz ist von zwei vier Millimeter starken Einscheibensicherheitsgläsern eingekapselt, die Module sind witterungsbeständig und UV-stabil. "Unsere Photovoltaik-Module entsprechen den geltenden Bau- und Sicherheitsvorschriften und verfügen über alle notwendigen Zertifikate. Damit können wir die Zuverlässigkeit und Funktionsfähigkeit auch langfristig sicherstellen", führt Hahnel aus.

Als steckerfertige Solaranlage kann die Variante Solarslide Pro an ein 230-Volt-Netz angeschlossen werden. Jedes Modul kommt komplett mit Microwechselrichter und den notwendigen Anschlusskomponenten. Bei einer Einspeiseleistung bis 800 Watt ist Solarslide Pro in Deutschland als Balkonkraftwerk einsetzbar, bei mehr als 800 Watt besteht die Möglichkeit der Anlagenbündelung.

Erster Großeinsatz von Solarslide in der Schweiz

2012 hatte Ehret erstmals einen Schiebeladen mit integrierter Solartechnologie vorgestellt. Mit seinem Photovoltaik-Schiebeladen der zweiten Generation lanciere der Hersteller von Aluminium-Fensterläden nun ein industriell gefertigtes und ausgereiftes Standardprodukt. "Solarslide kann wie alle Ehret Schiebeläden dank unserer erprobten Montagesysteme problemlos in jedes Gebäude integriert werden. Mit definierten, technischen Eigenschaften bieten wir Architekten und Planern sowohl Planungs- als auch Kostensicherheit und können im Vergleich zu individuellen Sonderlösungen den Designprozess erheblich beschleunigen", betont Marketing- und Kommunikationschef Gertz.

Die für das Holzhaus-Projekt geplanten Solarslide Schiebeläden besitzen eine Flügelbreite von 1130 Millimeter und eine Flügelhöhe von 2425 Millimeter. Ob Anthrazit oder Grau das Rennen macht, ist noch unklar.
Die für das Holzhaus-Projekt geplanten Solarslide Schiebeläden besitzen eine Flügelbreite von 1130 Millimeter und eine Flügelhöhe von 2425 Millimeter. Ob Anthrazit oder Grau das Rennen macht, ist noch unklar. - © Valley Architekten

Noch vor der offiziellen Markteinführung im Oktober 2025 kommt Solarslide bei einem Mehrfamilienhausprojekt in der Schweiz zum Einsatz. Bei der Planung eines Holzhauses mit elf Wohneinheiten im Ortsteil Schlatt der Schweizer Gemeinde Widnau setzt das Architekturbüro Valley Architekten auf die PV-Schiebeläden.

Das Team um CEO Gauthier Jonville arbeitet nach dem Grundsatz "So wenig Haus wie möglich bauen" und setzt auf das Openly Bausystem sowie möglichst viel Eigenstromproduktion. Das Ziel ist es, ein Plusenergiehaus zu bauen, das mehr Energie erzeugt, als es verbraucht.

Das Dach des Gebäudes wird als klassisches Metallfalzdach mit integrierten Solarpanelen auf der Südseite ausgeführt. 167,9 Quadratmeter Dachfläche sind für die Photovoltaiknutzung geplant, was einer Leistung von 31 Kilowatt Peak entspricht. Dies reicht für die Minergie-Zertifizierung und damit auch die Minergie-Fördermittel nicht aus. "Da aus ästhetischen Gründen die Montage zusätzlicher PV-Fassadenelemente nicht in Frage kam, haben wir uns im Internet auf die Suche nach einem PV-Schiebeladen gemacht und sind bei Ehret fündig geworden", erzählt Jonville.

24,5 Prozent mehr Solarertrag durch PV-Schiebeläden

Durch die Installation von 21 Sonnenschutzelementen mit jeweils zirka drei Quadratmetern Modulfläche und einer Leistung von zirka 500 Watt Peak an der Südfassade kann der Ertrag um circa 24,5 Prozent gesteigert werden – von 31 auf zirka 41 Kilowatt Peak. Dies entspricht einer Gesamtleistung von circa 38.500 Kilowattstunden pro Jahr.

Das Openly Energiemanagementsystem verteilt den eigenproduzierten Strom bedarfsoptimiert, wobei Wärmepumpe und Warmwasserbereitung Vorrang haben. Danach wird die überschüssige Energie in einen Notstrom-Batteriespeicher und die E-Auto-Batterien gespeichert oder ins Netz eingespeist.

"Unser Ziel ist es, Häuser so zu bauen, dass sie für 100 Jahre und mehr genutzt und gepflegt werden. Daher setzen wir auf PV-Schiebeläden, die nicht nur Energie erzeugen, sondern zugleich als Sonnenschutz dienen und die Fassade ästhetisch aufwerten", fasst Jonville zusammen.