Im Kurzinterview mit sicht & sonnenschutz spricht Meinhard Berger, Geschäftsführer von SUW Berger, darüber, welche Outdoor Living-Produkte und Zusatzausstattungen bei den Kunden des R+S-Betriebs beliebt sind, und wie der Rollladen- und Sonnenschutztag für mehr Aufmerksamkeit sorgen könnte.

Herr Berger, jahrelang gab es bei Pergolen, Lamellendächern und Co. nur Zuwächse, aber 2024 gingen die Verkaufs- und Umsatzzahlen in Europa zurück. Wie lief es bei Ihnen?
Berger: Bei uns hat sich die Situation tatsächlich verlagert: Pergolen sind rückläufig, dafür sind die Sonnensegel exorbitant angestiegen. In Summe haben wir dieselbe Anzahl an Terrassen ausgestattet wie die Jahre zuvor auch, nur dass es sich eben ziemlich auf Segel verlagert hat.
Die Hersteller bieten ja immer mehr Ausstattungsmöglichkeiten für ihre Outdoor Living-Produkte an. Trifft das die Bedürfnisse der Kunden?
Ja, im Großen und Ganzen schon. Wobei wir in Zusammenarbeit mit italienischen Firmen, was Design und Accessoires angeht, ein bisschen besser zurechtkommen, als mit dem, was ein normaler Markisenlieferant an Zusatzausstattung anbietet. Aber ob das jetzt z.B. Vorhänge, Outdoor-Küchen oder Seitenwände aus Metall sind: So etwas kaufen wir dann woanders und stellen uns das so zusammen, wie wir es brauchen.
Was wäre ein gutes Ausstattungsmerkmal, was bisher noch nicht angeboten wird? Fehlt Ihnen irgendetwas an Zusatzausstattung?
Wir haben uns da ehrlich gesagt alles selbst zusammengesucht. Mit einem Metallbauer machen wir z.B. Trennwände, die wir auch mit Glas ausstatten können. Wir sind also gerade wunschlos glücklich, was das angeht.
Und wie sieht es in Richtung SmartHome bei Ihnen aus?
Da sind wir mit Somfy unterwegs. Bei uns geht kein Sonnensegel, Lamellendach oder Glasdach mit Beschattung raus, das nicht mit Tahoma von Somfy gesteuert wird. Das ist bei uns Standard.
Wie ist die Nachfrage nach LED-Beleuchtung? Ist das beliebt?
Nein, das ist den meisten unserer Kunden zu teuer. Das gibt es immer wieder mal, aber das ist generell eher kein Thema, weil einfach der Preis bei diesen LEDs nicht stimmt. Die stellen sich eher eine Tischleuchte hin. Neben der Beleuchtung sind auch Outdoor-Küchen noch nicht so beliebt, wie wir uns das vorgestellt haben. Denn die kosten halt auch gleich 8.000 bis 10.000 Euro. Was wir hingegen häufiger verkaufen, sind Terrassenheizungen. Denn damit verlängere ich die Zeit, die ich auf der Terrasse verbringen kann.
Merken Sie aktuell eine Kaufzurückhaltung?
Also, der High-Budget-Bereich ist eigentlich gleichgeblieben. Wenn der Kunde einmal eine Entscheidung gefasst hat, dann zögert er nicht und gibt das Geld auch aus. Die Kunden sind somit nicht mehr oder weniger kauffreudig.
Der Low-Budget-Bereich bricht hingegen komplett weg und Kunden aus der Mittelschicht haben wir nur vereinzelt, da diese auch nicht so ganz zu unserem Klientel gehören. Wir haben uns mit unserem Angebot auf den oberen Bereich konzentriert.
Gelenkarmmarkisen haben 2024 stark verloren bei Absatz und Umsatz in Europa. Das war früher das Brot- und Buttergeschäft der R+S-Betriebe. Wie sieht es heute aus?
Das war bei uns noch nie das große Thema. Wir haben interessanterweise letztes Jahr mehr Markisen verkauft als die Jahre davor, wobei wir eigentlich immer mehr Segel und Lamellendächer verkaufen als Markisen, da diese nur ein relativ kleiner Bereich bei uns sind.
Welche Erfahrungen haben Sie mit dem bundesweiten Rollladen- und Sonnenschutztag, der am 20. März stattfindet? Bringt Ihnen das Kunden?
Ich finde es wichtig, dass es so einen Tag gibt. Aber meiner Meinung nach gehört er reformiert. Ich glaube, da sind noch viele Gespräche zwischen Lieferanten und dem Handwerk nötig, wie wir den Tag zusammen besser ausgestalten können. Das müsste ein Miteinander sein, um den Tag anders zu bewerben. In der Branche wird einfach zu wenig getrommelt dafür. Außerdem müsste vielleicht ein anderer Tag ausgewählt werden, weil um den 20. März herum jedes Mal schlechtes Wetter ist. Wir haben oft im Februar wesentlich schönere Tage.