Das "handwerk magazin" hat zum 30. Mal die Unternehmerfrau im Handwerk gekürt – eine der Siegerinnen stammt aus der Rollladen- und Sonnenschutzbranche. Wer die beiden Gewinnerinnen sind und was sie auszeichnet.

Das "handwerk magazin", das wie sicht & sonnenschutz bei Holzmann Medien erscheint, hat am 9. Oktober im Rahmen des Bundeskongresses der Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) im thüringischen Eichsfeld die Preisträgerinnen des Wettbewerbs Unternehmerfrau im Handwerk 2026 ausgezeichnet.
Eine Jury mit Vertretern aus Unternehmen, Handwerk, Verbänden und Wissenschaft bewertete insgesamt 94 Bewerbungen nach Kriterien wie Engagement, Mut, Leistung und Innovationskraft. Den Award vergab sie in zwei Kategorien: Unternehmerin im Handwerk für Inhaberinnen und Heldin im Handwerk für mitarbeitende Partnerinnen oder Töchter in der Nachfolge. Jede Auszeichnung ist mit 2.500 Euro und einem professionellen Imagefilm dotiert.
Corinna Frey verbindet Baustelle und Büro
Als Heldin im Handwerk 2026 zeichnete die Jury Corinna Frey aus, Tochter in der Nachfolge von Rollladen Frey mit Sitz in Jettingen. Das Familienunternehmen besteht seit dem Jahr 1965 – Frey bildet gemeinsam mit ihrem Bruder die vierte Generation.
Nach einer kaufmännischen Ausbildung absolvierte sie eine zweite Ausbildung zur Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikerin im elterlichen Betrieb. Diese schloss sie als Landessiegerin und mit dem Hans-Stoffels-Preis ab. Aktuell absolviert sie ihre Meisterprüfung.
Frey vereint Baustelle und Büro auf bemerkenswerte Weise: Sie arbeitet mehrere Tage pro Woche auf der Montage, verantwortet zugleich Buchhaltung und Lohnwesen und hat die Digitalisierung sowie den Social-Media-Auftritt des Betriebs vorangetrieben. Ehrenamtlich engagiert sie sich darüber hinaus im Barista-Team ihrer Gemeinde.
Fleischermeisterin Jacqueline Ahlert ist Unternehmerin im Handwerk
In der Kategorie Unternehmerin im Handwerk setzte sich Jacqueline Ahlert durch, Inhaberin von Roland Würstchen mit Sitz in Tornesch. Nach einer kaufmännischen Laufbahn als Industriekauffrau und Industriefachwirtin entschied sie sich, das Handwerk von Grund auf zu erlernen: Im Jahr 2015 begann sie ihre Fleischerausbildung, die sie – trotz Schwangerschaft und Geburt – als Jahrgangsbeste abschloss. Danach folgten die Meisterprüfung und der Einstieg in die Geschäftsführung des Familienbetriebs.
Während der Corona-Krise entwickelte Ahlert ein SB-Vertriebskonzept für Supermärkte, das heute bis zu 30 externe Standorte umfasst. Als sie im Jahr 2024 erkrankte, hielt ihr Team den Betrieb eigenständig aufrecht; seit Anfang 2025 arbeitet sie wieder aktiv im Unternehmen. Darüber hinaus engagiert sie sich als Prüferin für Meisteranwärter und für die Nachwuchsgewinnung an Schulen.
Chefredakteur lobt Mut und Leidenschaft
„Jacqueline Ahlert und Corinna Frey bringen wahnsinnig viel Mut, Leidenschaft und Engagement mit", sagt Patrick Neumann, Chefredakteur von "handwerk magazin". Die Siegerinnen seien „wahre Role Models und Top-Motivatorinnen" und stünden für die Zukunft des Handwerks.
Die November-Ausgabe von "handwerk magazin", die am 3. November erscheint, stellt beide Preisträgerinnen ausführlich vor.