Ein Unternehmer im Paddock Michael Heydebreck – Moto3-Sponsor mit Herz und Verstand

Der Münchner Unternehmer Michael Heydebreck vom gleichnamigen Spezialisten für Holzrollläden in Forstern sponsert seit drei Jahren Rennteams in der MotoGP-Szene. Warum er sein Engagement noch ausbauen will und das nur zum Teil mit seiner privaten Leidenschaft zu tun hat.

Michael Heydebreck ist Geschäftsführer des gleichnamigen Rollladenbauers in Forstern bei München, ein Vollblutracer und Sponsor des Moto3-Teams Saxoprint Germany. - © Kober

Ganz klar, beim wem in der Fertigung in jeder Halle mindestens ein Moped an der Wand lehnt, der hat Benzin im Blut. Die Frage, die sich auch sicht+sonnenschutz-Online zu Beginn stellte, lautet: Ist es unternehmerisch vertretbar, einen mehrstelligen Tausenderbetrag pro Jahr in das eigene Hobby zu investieren? Allein, sie ist falsch gestellt, das erlebte dieses Medium bei einem Grand Prix-Wochenende mit Kunden im Juni am Sachsenring.

Qualität, nicht günstig

Keine Frage: Tim und Klaus Röckle (Rollladen Sonnenschutz Hans Frey Leonberg), Christian Ober (RTS Ober Schnaitsee), Marcus Astroth (Huber Sonnenschutz Höhenkirchen-Siegertsbrunn) und Jörg Felser (Felser GmbH München) sind allesamt Manns genug, auch nach der Einladung von Michael Heydebreck und seiner kaufmännischen Leiterin Bianca Höller an den Sachsenring noch selbstständig zu entscheiden, bei wem sie was ordern. Nun hat Heydebreck den Vorteil eines klaren Sortimentsprofils – Marktführer bei Holzrollläden, u.a. – und vertritt glaubwürdig einen hohen Qualitätsanspruch, auch wenn es günstigere Lieferanten gibt.

Klare Kante – auch im Marketing

Dazu passt eine klare Kante beim Marketing: Während manche vom Zulieferer organisierte Motorradausfahrt ein wenig gezwungen wirkt oder Konzerne oft tatsächlich Millionen in das Sponsoring der vom Chef geliebten Sportart investieren (Sie wissen schon, die mit den kleinen Bällen und den weiten Wegen), trifft im Fall Heydebrecks des Chefs eigene Rennsportvergangenheit auf der Straße und der Motocrosspiste auf ein hohes Maß an Interesse in der Handwerker- bzw. Händler-Zielgruppe. In Deutschland sind übrigens 4,3 Millionen Motorräder zugelassen, mit steigender Tendenz – auch wenn viele Medien das Thema genauso ignorieren wie z.B. die Sportförderung.

Weniger investiert als gedacht

Wie auch immer, Heydebreck sagt, er wisse von Außendienstlern des Mitbewerbs, die bei seinen Kunden wegen eines Präsentationsbesuchs vorgefühlt hätten – mit unzweideutigem Resultat: "Danke, dass Sie fragen. Aber wir sind zufrieden, haben ein persönliches Verhältnis zum Lieferanten und erleben sogar noch ein unvergessliches Wochenende bei der MotoGP pro Jahr – Sie brauchen nicht zu kommen", seien die Frager beschieden worden. Was der Unternehmer in den Rennsport steckt, verrät er nicht; nur dass es deutlich weniger Geld sei als gemeinhin angenommen. Dafür erhalten seine Kunden Zugang zur Hospitality und mit Einschränkungen zur Box des von ihm unterstützten Saxoprint Germany-Teams, essen neben den aktiven Fahrern luftgetrockneten Schinken, Pasta oder andere Speisen und grüßen im Paddock lässig Suzuki-Superstar Kevin Schwantz ("Wenn du Gott siehst, musst du bremsen"). Am Ende ist es ein Markenzeichen der übersichtlichen R+S-Branche, dass das Persönliche, Zwischenmenschliche noch einen hohen Stellenwert hat. An den Umsätzen, so ist am Rand des Events zu hören, lasse sich ablesen, dass das gemeinsam Erlebte verbinde. Schon deshalb scheint der Ansatz stimmig: Heydebreck liegt zur Jahresmitte zirka 15 Prozent über Vorjahr.

sicht+sonnenschutz veröffentlicht in seiner Septemberausgabe einen Bericht vom Kundenausflug der Firma Heydebreck zum MotoGP-Wochenende im Juni 2017 am Sachsenring.