Unter der Überschrift "Heydebreck: 'Wollten immer der Dallmayr der Branche sein'" berichteten wir, die zwischenzeitliche Übernahme der Geschäftsführung beim Spezialisten für Holzrollläden durch Sohn Michael sei nicht dauerhaft von Erfolg gekrönt gewesen. Die Redaktion weist darauf hin, dass die Darstellung nicht durch Bernd Heydebreck vorgenommen wurde, sondern dass dies ausschließlich die persönliche Meinung des Redakteurs war.

Den Beitrag im Newsletter hat sicht+sonnenschutz angepasst und entsprechende Passagen bezüglich Michael Heydebreck entfernt. Die aktuelle Version lautet nun wie folgt:
Und wieder ein Betrieb, der sich inmitten des Coronajahres in erstaunlich guter Verfassung präsentiert: "Wir haben 2020 dreimal so viele Holzrollläden gefertigt wie vergangenes Jahr", sagt Bernd Heydebreck, der sich seit Februar 2019 wieder stärker im Tagesgeschäft engagiert.
Wohlgemerkt, der Mann ist 76 Jahre alt. Derzeit beschäftigt er sich mit einem Großvorhaben in Jekaterinburg (RUS), sondiert den Kiefernbestand in der russischen Taiga. Das Problem: "Zur Qualität bekomme ich keine Aussage. Ich überlege, das Risiko einzugehen, einen Waggon für 20.000 Euro zu übernehmen, um mir ein Bild machen zu können." Heydebreck Senior kann arbeiten: 1963 vom fränkischen Marktheidenfeld aus in die USA ausgewandert, steht er täglich von 16.15 bis 0.45 Uhr als Maschinist in einer Maschinenfabrik seinen Mann und verdingt sich – aufgepasst: am gleichen Tag – von 9 bis 15 Uhr am Bau. Rückblickend sagt er: "Eine gute Zeit, ich war fleißig und hatte am Wochenende meinen Spaß, denn ich habe gut verdient."
Versetztes Arbeiten
Was das Erfolgsgeheimnis von Heydebreck ist, erahnt man, wenn der Sachverständige und sicher einer der Fachleute für Rollläden in Deutschland berichtet, wie schnell er Rollladenbauer im Fall eines akuten Reparaturbedarfs beliefert: "Wer bis Montagabend in München bestellt, den beliefern wir am Dienstag." Dafür – und für vergleichbare Expresszustellungen in die Absatzregionen Stuttgart, Oberbayern, Frankfurt – hat er mit seinen Beschäftigten spezielle Arbeitszeitregelungen getroffen: "Innert acht Stunden bekomme ich 75 bis 80 Alurollläden von der Arretiermaschine. Deshalb kommen manche Kollegen zwei Stunden eher, andere bleiben zwei Stunden länger – und sie nehmen die Mittagspause versetzt."
Die beste Mannschaft der Welt
Stolz, schwärmt Heydebreck, er habe "die beste Mannschaft der Welt", ganz ohne Mitwirkung von Gewerkschaften. Sicher, die Lieferzeiten beim Holzrollladen sind völlig andere, was nicht zuletzt an seinen hohen Anforderungen ans Rohholz und den beschriebenen, damit einhergehenden Engpässen in der Materialversorgung liegt. Dennoch fertigte das Unternehmen im Coronajahr laut Bernd Heydebreck dreimal so viele Holzrollläden wie noch 2019. Nicht handeln lässt er dabei mit sich über seine Qualitätsmaßstäbe: "Wir wollten immer der Dallmayr der Branche sein", schreibt er sich bis heute auf die Fahnen.