Schicksalstage einer Interessenvertretung ITRS: Wird das noch was?

Die Situation im Industrieverband Technische Textilien-Rollladen-Sonnenschutz (ITRS) wirft Fragen auf. Denn der Präsident (Wolfgang Rudorf-Witrin), der die Entscheidungen für den neuen Sitz (Fulda) und den seit Jahresbeginn amtierenden Geschäftsführer (Ex-Dickson Deutschland-Chef Lars Rippstein) maßgeblich herbeigeführt hat, ist praktisch schon wieder weg.

Geschäftsstelle des Industrieverbands Textilien-Rollladen-Sonnenschutz (ITRS)
Die Geschäftsstelle des Industrieverbands Textilien-Rollladen-Sonnenschutz (ITRS) ist jetzt in Fulda, wo am 21. und 22. November ebenfalls die mit Spannung erwartete Mitgliederversammlung über die Bühne geht. - © Kober

Wie geht es jetzt weiter? Die wichtigste Personalie ist die des neuen Präsidenten. Thomas Roman, Geschäftsführer von Röder Zelt- und Veranstaltungsservice in Büdingen, hat der Redaktion von sicht+sonnenschutz vor der Mitgliederversammlung am 21. und 22. November in Fulda bestätigt, dass er seinen Hut in den Ring wirft - in einer Organisation, die offensichtlich um ihre Bindungskraft kämpft; nicht nur, weil - wie Branchenkenner sagen - die Konfektionäre als Rückgrat des einstigen BKTex heute ungleich schwieriger zu bündelnde Interessen leiten. So hatte es zuletzt, zumal unter den Mitgliedern der mindestens in Teilen austrittswilligen Fachgruppe Industrievereinigung Rollladen-Sonnenschutz-Automation (IVRSA), Kritik am Umzug von Mönchengladbach nach Fulda, dem Einsatz der Verbandsressourcen, Effizienz und Ausstattung des Geschäftsführers sowie der fehlenden Strategie für die Zukunft gegeben.

Fulda oder Wuppertal?

Wilhelm Hachtel, IVRSA-Vorsitzender und wichtigster Vertreter der deutschen Sonnenschutzbranche in der europäischen Lobbyarbeit, bestätigte, dass er erschwert Zugang zu Informationen aus dem ITRS-Präsidium erhalte, seit ruchbar geworden ist, dass er in seiner Fachgruppe "ergebnisoffen" - wie er betont - in einer Nutzwertanalyse unterschiedliche Konzepte für mehr Unabhängigkeit und eine bessere Finanzkontrolle der IVRSA erarbeitet; nach sicht+sonnenschutz-Informationen gehören dazu Gedankenspiele, nach denen der Zusammenschluss künftig auf Honorarbasis die administrativen Dienstleistungen der als hochgradig professionell geführt geltenden Geschäftsstelle des Verbands innenliegender Sonnenschutz (ViS) in Wuppertal in Anspruch nehmen könnte (freilich scheinen einige technisch geprägte Unternehmen im IVRSA-Vorstand mit dieser Vorstellung noch zu fremdeln) - aber durchaus auch solche, die Fachgruppe an die Strukturen des früheren BKTex und damit ebenfalls an Fulda anzubinden.

Der langjährige MHZ-Macher versichert durchaus glaubwürdig, seine Aufgabe darin zu sehen, einen Prozess zu moderieren, der zu einem von seinen Fachgruppen-Kollegen gemeinschaftlich getragenen Ergebnis führen soll. Ihm, Hachtel, gehe es darum, in besagter Nutzwertanalyse - für deren Realisierung er im IVRSA-Vorstand das Mandat erhalten hat und über deren Ergebnisse spätestens im Mai 2019 das Spitzengremium der Fachgruppe abstimmt - Szenarien zusammenzutragen (derzeit scheinen vor allem die genannten beiden in der Verlosung), um den Vorstandskollegen Alternativen an die Hand zu geben; keinesfalls wolle er die Entscheidungsfindung manipulieren, auch wenn er selbst eine eigene Meinung habe. Derweil ließ Roman im Vorgespräch mit sicht+sonnenschutz erkennen, dass er von den jetzt in Fulda geschaffenen ITRS-Strukturen überzeugt ist.

sicht+sonnenschutz veröffentlicht in seiner Jännerausgabe neben einer umfangreichen Berichterstattung zur ITRS-Mitgliederversammlung am 21. und 22. November in Fulda ein Exklusivinterview mit Lars Rippstein, dem Geschäftsführer des Verbands.