Nutzen für den Endkunden per Software kalkulieren In zehn Schritten planen Sie energieeffizienten Sonnenschutz

Als Architekt oder R+S-Fachmann sind Sie Ansprechpartner Nummer eins für die richtige Auswahl des Sonnenschutzes, der in Anbetracht hoher Preise dazu beitragen soll, den Energieverbrauch zu senken. Eine Hilfestellung im Kundengespräch leisten soll der Energieberater von Warema, der softwarebasiert den Energiebedarf von Gebäuden nach DIN V 18599 berechnet.

Mit diesem Energieberater von Warema legen Sie die Art des Sonnenschutzes im Detail fest. - © Warema

"Daraus ergibt sich bei den Energiekosten ein jährliches Einsparpotenzial von mehreren Tausend Euro", sagt Bauphysikerin Katharina Wallrapp von der Objektberatung bei Warema. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik hat das Unternehmen das Softwaretool entwickelt.

Zehn Schritte zum Erfolg

In zehn Schritten geben Sie als Sonnenschutzexperte die Eckdaten ein. Das Programm berechnet und vergleicht verschiedene Varianten und ermittelt die energetisch effektivste Lösung für Neubau- und Sanierungsprojekte im Nichtwohnbau. "Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, zwischen einem ganzjährig funktionierenden System und einer innen liegenden Anlage für die Wintermonate sowie einem außen liegenden System für den Sommer zu wählen", sagt Wallrapp. Machen Sie Ihrem Kunden das Einsparpotenzial der ausgewählten Lösung klar, indem Sie alternativ kein Sonnenschutzsystem auswählen.

Ergebnisbericht zeigt Details an

Das Softwaretool berücksichtige die relevanten Einflussgrößen wie die Kühllasten im Sommer, die Heizlasten im Winter und die Beleuchtungsenergie, auf die bis zu 40 Prozent des gesamten Energiebedarfs entfalle. Angaben zu den strahlungs- und lichttechnischen Eigenschaften, zum Gesamtenergiedurchlass des Sonnenschutzes bzw. der Verglasung, zur Endenergie (Strom bzw. Gas) sowie zum CO2-Ausstoß ergänzen das von Ihnen angelegte Profil; es folgt eine Übersicht oder ein detaillierter Ergebnisbericht.

So geht’s – die Nutzung Schritt für Schritt

Schritt 1: Im ersten Schritt legen Sie via Eingabemaske ein neues Projekt an und tragen entsprechende Kurz- bzw. detaillierte Objektinformationen ein.

Schritt 2: Legen Sie die Art des Gebäudes fest. Dabei wählen Sie bei der Ausführung zwischen leicht, mittelschwer oder schwer. Als mittelschwer sind Gebäude mit massiven Innen- und Außenbauteilen mit einer Dichte von mehr als 600 Kilogramm pro Kubikmeter, ohne abgehängte oder thermisch abgedeckte Decken, ohne innen liegende Wärmedämmung an den Außenbauteilen und ohne Hohlräume einzustufen. Bei der Gebäudegröße wählen Sie zwischen klein (fünf Räume) und mittel (zehn Räume). Bei größeren Gebäuden geben Sie die Zahl der Räume an. Zusätzlich lassen sich den Räumen Nutzungsprofile zuordnen.

Schritt 3: Über die Eingabemaske für die Raumgeometrie spezifizieren Sie die Eigenschaften des Raums weiter, etwa hinsichtlich Breite, Tiefe, Höhe, Ausrichtung. Als Standard ist ein Fensterflächenanteil von 100 Prozent angenommen. Das Programm differenziert zwischen Fassaden mit Fenstern als an die Außenluft grenzend und anderen, als innen liegend bewerteten Wänden. Ein Viewer illustriert den jeweiligen Raum in 3D.

Schritt 4: Im nächsten Schritt ist es möglich, in die Wände eines Raumes jeweils mehrere Fenster zu platzieren. Die transparenten Bauteile legen Sie über den Bauteilbaum an, wählen bereits angelegte Fenster aus oder löschen die Elemente. Die Abmessung und Lage der Fenster definieren Sie über die numerischen Eingabefelder oder grafisch interaktiv.

Schritt 5: Für das Eingabefeld Verglasung stehen mehrere vordefinierte Verglasungen gemäß DIN V 18599-2:2007-02, Tabelle 5, zur Auswahl. Bei Bedarf legen Sie eine benutzerdefinierte Verglasung an.

Schritt 6: Über die Eingabemaske Sonnenschutz definieren Sie die Systeme je Raum und für das Gebäude. Entweder entscheiden Sie sich für eine Ganzjahreslösung oder wählen je ein System für die Winter- und Sommermonate. Bei der zweiten Variante empfehlen sich ein innen liegendes System für den Winter und eine außen liegende Verschattung für die Sommermonate. In dem Fall ist es laut Warema sinnvoll, von einer bedarfsgerechten Steuerung des Sonnenschutzes während der Übergangszeit auszugehen. Legen Sie bei der Abfrage Produkt, Ausführung, Farbe/Dessin, Steuerung und Montage fest.

Schritt 7: Das Programm fragt die technische Gebäudeausstattung ab. Standardmäßig geht die Software von einem gasbetriebenen Brennwertkessel samt Radiatoren zur Deckung des Wärmebedarfs aus. Im Expertenmodus wählen Sie für das Beleuchtungssystem gemäß DIN V 18599-4:2007-02 zwischen verschiedenen Optionen.

Schritt 8: Im Reiter Ergebnisse sehen Sie verschiedene Resultate für die Fassade. Diese umfassen die strahlungs- und lichttechnischen Eigenschaften der Verglasung und des gewählten Sonnenschutzes. Der Energieberater von Warema weist an der Stelle den Gesamtenergiedurchlass gtot samt Sonnenschutzvorrichtung gemäß der Berechnung nach DIN EN 13363-1 aus.

Schritt 9: Im Variantenvergleich stellt der Energieberater die Berechnungsergebnisse für die verschiedenen Alternativen grafisch und numerisch dar.

Schritt 10: Unter Einsparungen finden Sie einen Vergleich zum Grundfall. Das Programm weist die Einsparungen bei elektrischer Energie, Gas und der Summe aus beidem aus. Darüber hinaus lesen Sie die eingesparte Menge CO2 und die Absenkung der Betriebskosten ab. Die Werte sind hochgerechnet für die angegebene Nutzungszeit und für alle Räume des Gebäudes.