Zustandsorientierte Prüfung und Wartung Hörmann: Weniger Austausch, mehr Verfügbarkeit

Klassische Wartungsmodelle in der Tür-, Tor- und Verladetechnik haben feste Austauschintervalle: Verschleißteil x wird jedes Jahr ausgetauscht. Hörmann verfolgt einen anderen Weg und setzt auf zustandsorientierte Prüfung und Wartung.

Dokumentation als Grundlage für Sicherheit und Nachvollziehbarkeit: Prüfberichte und Zustandsbewertungen werden systematisch erfasst und verständlich aufbereitet.
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Jürgen Kanwischer Leiter der Hörmann Service Zentrale, beschreibt das Service-Prinzip des Tür- und Torherstellers so: "Ersatzteile werden nur dann ausgetauscht, wenn es die Situation oder ihr Zustand erfordert. Nichts geschieht auf Verdacht oder aufgrund starrer, im Vorhinein festgelegter Austauschintervalle." Das spare Kosten und vermeide unnötige Eingriffe in funktionierende Systeme. Die zustandsorientierte Wartung sei kein neues Prinzip. Doch die konsequente Umsetzung, digitale Unterstützung und enge Verknüpfung mit rechtlichen Prüfpflichten machen diesen Ansatz laut Kanwischer einzigartig.

Standardisierte Bewertung und digitale Unterstützung

Doch wie stellt Hörmann sicher, dass Betriebssicherheit jederzeit gewährleistet ist? "Unsere Servicetechniker sind geschult und wissen genau, wann ein Austausch notwendig ist", so der Leiter der Service Zentrale. Die Zustandsbewertung erfolge anhand eines strukturierten Leitfadens mit Checklisten. Digitale Tools wie die KI-gestützte Wissensdatenbank Dr. Berry unterstützen bei der Diagnose.

"Das Tool hilft uns, die Qualität und Geschwindigkeit unserer Serviceeinsätze weiter zu verbessern", sagt Kanwischer. In kniffligen Fällen können die Techniker auch Video-Support ordern. Alle gängigen Ersatz- und Verschleißteile führen sie im Servicefahrzeug mit. So lassen sich nahezu alle Instandsetzungen beim ersten Einsatz abschließen. Das reduziere Anfahrten, spare Kosten und schone die Umwelt. Jeder Servicetechniker absolviere bis zu fünf Schulungen pro Jahr in der Hörmann Akademie. "Wir arbeiten ausschließlich mit eigenen Leuten", sagt er. "Im Schnitt sind unsere Techniker seit über acht Jahren bei Hörmann tätig."

Vorausschauende Instandhaltung durch Datenanalyse

Alle Wartungsdaten erfasst das Unternehmen systematisch. Die Auswertung macht Muster und Verschleißtrends sichtbar. "Diese Erkenntnisse fließen dann in die vorausschauende Instandhaltung ein. Wenn eine Toranlage wiederholt ausfällt, analysieren wir die Ursachen und leiten daraus konkrete Maßnahmen ab. Bei Fehlbedienungen kann das eine Einweisung des Bedienpersonals sein, bei hohen Lastwechseln eine Anpassung des Wartungsintervalls und bei verändertem Nutzungsverhalten auch der Austausch der Anlage", erläutert Kanwischer.

Zentrales Element des Konzepts sei die transparente Dokumentation: Prüfberichte, Zustandsbewertungen und Handlungsempfehlungen bereite Hörmann individuell auf. "Unsere Kunden erhalten eine klare Einschätzung – inklusive Foto- und Videodokumentation – und können jederzeit nachvollziehen, warum wir welche Maßnahmen empfehlen", betont Kanwischer. Damit trage der Service nachweislich zur Senkung der Total Costs of Ownership (TCO) bei. Kanwischer nennt ein Beispiel: "Einer unserer Logistikkunden konnte durch die Umstellung auf zustandsorientierte Wartung innerhalb von drei Jahren rund 25 Prozent seiner Instandsetzungskosten einsparen – bei gleichzeitig gesteigerter Anlagenverfügbarkeit und deutlich reduzierter Zahl von Notfalleinsätzen."

Und wie steht es mit der Einhaltung gesetzlicher Prüfpflichten? "Dafür sorgen automatische Erinnerungen. Unsere Prüfungen erfolgen nach den relevanten Normen und sind revisions- und rechtssicher dokumentiert, so der Leiter der Service Zentrale. Seine Einschätzung: "Viele Betreiber unterschätzen den wirtschaftlichen Nutzen regelmäßiger Wartung. Dabei vermeidet sie Stillstände, erhöht die Betriebssicherheit und reduziert langfristig die Instandhaltungskosten. Besonders dann, wenn sie zustandsorientiert erfolgt."