Ende Mai war Sonnenschutz-Komplettanbieter Hella, in Abfaltersbach nahe der Grenze zwischen Ost- und Südtirol beheimatet, Gastgeber für ein knappes Dutzend Journalisten aus dem deutschen Markt. Das Unternehmen präsentierte sich zugleich bodenständig und visionär.

Für Ersteres steht bei Hella der Unternehmenseigentümer Franz Kraler sen. "Merk Dir eines", so hatte ihm bei der Übertragung der Anteile der Vater eingeimpft, "das Unternehmen gehört Dir nicht. Du verwaltest es nur, für die Menschen in der Region." Da ist nichts gespielt, die Verantwortung ist echt: Tatsächlich war der alte Kraler eigentlich Bürgermeister in Abfaltersbach und hatte das Ende der 50er-Jahre marode Unternehmen Hella, das Komponenten in Schweden bezog und daraus Jalousien fertigte, in erster Linie zur Schaffung von Arbeitsplätzen für seine Gemeindebürger übernommen.
Zugang zu Märkten gekauft
So viel Pioniergeist wurde belohnt, vom „Bedarfsdecker“, wie Kraler sen. sagt, baute er das Unternehmen mit der Unterstützung angestellter Manager und diversen Zukäufen zur internationalen Marke für Sonnen- und Wetterschutztechnik mit Produktionsstätten in Deutschland (2), Tschechien, Polen und Rumänien aus; in Abfaltersbach arbeiten heute 500 Beschäftigte – die Gemeinde zählt 600 Einwohner.
Wachsen mit Weitblick
Wegweisend sein soll die Einstellung von Mag. Robert Weitlaner, der seit Jahresbeginn in Abfaltersbach die Unternehmenseinheit Hella Labor aufbaut. Der Bauphysiker, der von Bartenbachs LichtLabor kommt, beschäftigt sich wissenschaftlich mit dem Lichteintrag in Räume – und dessen intelligentem Management. Er sagt, die Zukunft bestimmten winkelabhängige g-Werte, die Hella in der Planungsphase zur Verfügung stelle; unklar bleibt noch, inwiefern solche Erkenntnisse ihren Weg in die Produktebene finden. Dagegen ist sicher, das zeigt auch das Laibungssystem TRAV Frame, dass das Unternehmen alle Wachstumsoptionen ausschöpft.
GFF und sicht+sonnenschutz berichten in ihrer jeweiligen Sommerausgabe Juli-August von der Pressereise zu Hella nach Osttirol.