Nachhaltige Aluminiumproduktion Griesser-Werk Nenzing stellt erfolgreich auf Green Aluminium um

Seit September 2025 stellt Griesser sein Fensterladensortiment am Standort Nenzing fast vollständig aus Green Aluminium her. Dank des nachhaltigeren und in Europa mit erneuerbaren Energien erzeugten Aluminiums spart der Schweizer Sonnenschutzspezialist künftig 30 Prozent CO2 pro Kilogramm Aluminium.

Zurzeit setzt Griesser bei der Produktion seines Fensterladensortiments in Nenzing 95 Prozent Green Aluminium ein.
Zurzeit setzt Griesser bei der Produktion seines Fensterladensortiments in Nenzing 95 Prozent Green Aluminium ein. - © Griesser

Das in Nenzing produzierte Fensterladensortiment besteht aus unterschiedlichen Variationen an Schiebe- und Klappläden. Mit dem Ziel, bis Ende 2025 das komplette Sortiment am österreichischen Standort auf Green Aluminium umzustellen, startete Griessers nachhaltige Material-Offensive im November 2024.

Die Produktewahl lag für Urs Neuhauser, CEO der Griesser Group, auf der Hand: "In unser Fensterladensortiment fließen die größten Aluminium-Mengen. Mit der Materialumstellung in Nenzing war es uns also möglich, rasch große Wirkung zu erzielen."

Im gerade vergangenen September hat das Sonnenschutzunternehmen sein Ziel fast erreicht und setzt bereits 95 Prozent Low-Carbon-Aluminium bei der Fensterladensortimentsproduktion ein. Mit Green Aluminium spart Griesser bis zu 30 Prozent CO2 pro Kilogramm Aluminium und erreicht neu einen Wert von 3,3 Kilogramm CO2 pro Kilogramm Aluminium.

Materialumstellung als Dekarbonisierungs-Treiber

Die Materialumstellung fungiert als zentraler Treiber für die Dekarbonisierung des Unternehmens. Obwohl Griesser dank eines Aluminiumrezyklatanteils von 30 Prozent mit bis zu 4,7 Kilogramm CO2-Emission pro produziertem Kilogramm Aluminium bereits unter dem europäischen Durchschnitt von 6,7 und dem globalen von 16,7 Kilogramm CO2-Emission pro produziertem Kilogramm Aluminium lag, brauchte es deutlich mehr Aufwand für die Klimavision einer CO2-Neutralität bis 2050.

Die CO₂-Bilanz, die nach einem internationalen Standard durch die Klimaschutzorganisation myclimate berechnet wird, verdeutlicht laut Griesser den Handlungsbedarf. Mit zirka 87 Prozent liegt der höchste CO₂-Anteil im Bereich Material. Innerhalb dieser Kategorie verursacht Aluminium 78 Prozent der Emissionen.

Das bisher von Griesser verwendete Aluminium bestand zu 36 Prozent aus Pre-Consumer- und Post-Consumer-Schrott sowie zu 64 Prozent aus Primäralu. Green Aluminium setzt sich aus 65 Prozent Pre-Consumer- und Post-Consumer-Schrott sowie lediglich zu 35 Prozent aus Primäralu zusammen.

Höheres Reduktionspotenzial möglich

Neuhauser sieht das CO₂-Reduktionspotenzial noch nicht ausgeschöpft: "Mit Erhöhung des Post-Consumer-Aluminiums wäre der Impact auf unsere Klimabilanz nochmals größer. Allerdings ist die dafür benötigte Menge aktuell noch nicht verfügbar."

Das mit erneuerbaren Energien und modernen Technologien in Europa erzeugte grünere Aluminium sorge für bis zu fünf Mal niedrigere CO₂-Emissionen im Vergleich zur herkömmlichen kohleintensiven Herstellung. Seit Umstellungsbeginn arbeitet Griesser mit zwei europäischen Lieferanten zusammen, die zertifiziertes Low-Carbon-Aluminium anbieten.

Bei der nachhaltigeren Produktion macht das Unternehmen nach eigenen Angaben keine Kompromisse: Die Qualität bleibt auf gewohnt hohem Griesser-Niveau und für alle Green Aluminium-Produkte gelten die bisherigen Garantiefristen. Analog zum weiteren Griesser-Sortiment sind auch die grüneren Modellvarianten EPD-zertifiziert.

Ausweitung auf weitere Standorte geplant

Nenzing markiert den Startpunkt in eine Green Aluminium-Zukunft, wie Neuhauser erläutert: "Ich freue mich sehr über unsere rasche Materialumstellung in Österreich. Dennoch ist dies erst der Beginn unserer Green Aluminium-Reise, die wir konsequent weiterführen werden." Ab 2026 stellt das Unternehmen seine Lamellenproduktion in Aadorf schrittweise auf das nachhaltigere Aluminium um.