Norm für Rollläden, Markisen und sonstige Abschlüsse im Bauwesen Das müssen Sie über die neue DIN 18073 wissen

Auf Basis eines ift-Forschungsprojekts sind konkrete Anforderungen an die Luftdichtheit von Rollladenkästen in die Neufassung der DIN 18073 eingeflossen. sicht+sonnenschutz erläutert die Details und sagt, wie Hersteller mit den Änderungen umgehen.

Das ift Rosenheim hat auf Basis eines Forschungsprojekts die Anforderungen an die Luftdichtheit von Rollladenkästen konkretisiert. - © ift Rosenheim

Seit November 2020 ist die überarbeitete DIN 18073 "Rollläden, Markisen und sonstige Abschlüsse im Bauwesen" gültig. Sie dient dazu, Kriterien für die Anwendung von innen und außen liegenden Abschlüssen nach den Produktnormen EN 13120 bzw. EN 13659 sowie für Markisen nach EN 13561 objektbezogen zu ermitteln. Eingang in die Norm gefunden haben u.a. konkrete Anforderungen an die Luftdichtheit von Rollladenkästen, die auf den Ergebnissen eines ift-Forschungsvorhabens beruhen.

Eindeutige Prüfkriterien entwickelt

Der Rollladenkasten ist ein wichtiges Bauteil in Bezug auf die Luftdichtheit der kompletten Gebäudehülle. Die Praxis zeigt dem ift Rosenheim zufolge jedoch, dass die notwendige Luftdichtheit oft nicht gegeben ist. Geregelt ist die Luftdichtheit von Außenbauteilen in der Gebäudehülle in Deutschland in DIN 4108-2 „Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 2: Mindestanforderungen an den Wärmeschutz“. Demnach müssen Außenbauteile entsprechend dem Stand der Technik dauerhaft luftdicht sein. Das Produkt Rollladenkasten mit seinen Konstruktionsfugen ist in der Norm zwar eindeutig benannt, bezüglich der Luftdichtheit jedoch nicht genauer geregelt.

Aus diesem Grund hat das ift Rosenheim im Rahmen des Forschungsvorhabens „Luftdichtheit von Rollladenkästen“ eindeutige Prüfkriterien für den Nachweis der Luftdichtheit von Rollladenkästen entwickelt. Darüber hinaus erarbeitete das Institut ein Tabellenverfahren sowie Empfehlungen für konstruktive Ausführungen. Die Forschungsergebnisse sind in der ift-Richtlinie AB-02/1 "Luftdichtheit von Rollladenkästen; Anforderung und Prüfung" veröffentlicht und wurden in die überarbeitete DIN 18073 übernommen.

Unterteilung in Bauteil- und Funktionsfugen

Um die Luftdurchlässigkeit des Rollladenkastens zu ermitteln, sind jetzt eindeutige Anforderungen festgelegt. Unterschieden wird in:

  • Bauteil- oder Konstruktionsfugen, also z.B. Fugen zwischen Revisionsdeckel und Rollladenkasten. Hier gilt, bezogen auf die Länge des Rollladenkastens, als Anforderung an dessen Luftdurchlässigkeit ein maximaler Wert der Referenzluftdurchlässigkeit asb von 0,25 m3/[h m (daPa)2/3]. Für den Nachweis der Luftdichtheit sind in der ift-Richtlinie (aber nicht in der Norm!) alternativ auch konstruktive Merkmale festgelegt. Somit ist für den entsprechenden Nachweis nicht immer eine Prüfung erforderlich.
  • Für die Funktionsfugen, also die Durchführung von Bedienteilen, sind entsprechende Klassen der Luftdurchlässigkeit definiert (siehe Tabelle). Sofern nicht anders gefordert, ist nach DIN 18073 mindestens die Klasse 1 einzuhalten.
Klasse Referenzluftdurchlässigkeit Q10 bei zehn Pascal in Kubikmeter pro Stunde Maximaler Prüfdruck in Pascal
0 nicht geprüft bzw. > 0,09 600
1 0,09 600
2 0,04 600

Einsatzempfehlungen im Anhang

Eine direkte und praxisbezogene Umsetzung der DIN 18073 ermöglichen zudem die Einsatzempfehlungen, die sich in den informativen Anhängen A bis C der Norm zu Ausführungsempfehlungen, Anwendungsbeispielen und Beispielen für Lastannahmen finden. Weitere Änderungen im Vergleich zu der Vorgängernorm DIN V 18073:2008-05 sind u.a. die Herausnahme der Anforderungen an Tore und an Verdunkelungsanlagen, die Anpassung des Inhalts an DIN EN 13561 und DIN EN 13659 sowie eine umfangreiche Beschreibung der Eigenschaften.

In der aktuellen Ausgabe 1/21 beantwortet sicht+sonnenschutz Fragen und Antworten rund um die neue DIN 18073 und sagt, warum für viele Unternehmen längst Gesetz ist, was die überarbeitete Norm vorschreibt.