Neues Veranstaltungskonzept BVRS-Haupttagung: Brücken bauen für die Zukunft

Mit neuem Veranstaltungskonzept, interaktiven Workshops und Diskussionsrunden setzte der Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz (BVRS) bei seiner 64. Haupttagung vom 9. bis 11. Oktober 2026 in Leipzig auf frische Impulse und mehr Austausch – für eine starke Zukunft der Branche.

Starkes Team (v. li.): BVRS-Hauptgeschäftsführer Sebastian Schmid, die Jungunternehmerinnen Pauline Kanes, Lisette Zeitler und Nina Kowalewski, BVRS-Präsident Matthias Klenner sowie BVRS-Veranstaltungsreferent Nico Springer. - © Friedrichs

Unter dem Motto Brücken bauen kamen rund 350 Teilnehmende zur 64. Haupttagung des BVRS in Leipzig zusammen. Erstmals wurde die Tagung von einem Team der Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer um Nina Kowalewski, Pauline Kanes und Lisette Zeitler organisiert. "Mit frischen Ideen, neuen Perspektiven und viel Begeisterung möchten wir Begegnungen schaffen, die verbinden, inspirieren und den Branchenaustausch stärken", erklärten sie ihr Konzept. BVRS-Präsident Matthias Klenner begrüßte den neuen Ansatz ausdrücklich: "Das neue Konzept passt sehr gut in diese Zeit. Wir möchten Wissensbrücken schlagen, Jung und Alt, Tradition und Moderne verbinden."

Deutliche Frühjahrsbelebung im R+S-Handwerk

In seiner Eröffnungsrede blickte Klenner auch auf die wirtschaftliche Entwicklung der Branche. Laut der aktuellen BVRS-Konjunkturumfrage hat das R+S-Handwerk im zweiten Quartal 2026 spürbar an Fahrt aufgenommen. Der Geschäftsklimaindex stieg auf 108 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit Februar 2021. Auch die Geschäftslage verbesserte sich: 50 Prozent der Betriebe meldeten steigende Umsätze. Der Umsatzrückgang der Jahre 2024 und 2025 konnte ebenfalls deutlich gebremst werden und lag im zweiten Quartal 2026 nur noch bei 0,8 Prozent.

"Getragen wurde die Belebung vor allem durch die Frühjahrsnachfrage“, erklärte Klenner. Zugleich blieben die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen schwierig. Hohe Energiepreise und geopolitische Spannungen hielten Verbraucher weiterhin von Investitionen in Rollläden und Sonnenschutz ab. Dennoch blickt das Handwerk angesichts der aktuellen Entwicklung optimistisch auf das Jahr 2027.

Ein weiteres Thema war die Klimavorsorge. Mit dem Leitmotiv und Hashtag #wirmachenklimavorsorge will der Verband die Bedeutung des Sonnenschutzes stärker ins Bewusstsein rücken. "Der Sommer 2026 wird mit Rekordtemperaturen in die Geschichte eingehen“, sagte BVRS-Hauptgeschäftsführer Simon Schmid. An zahlreichen Messstationen seien neue Höchstwerte registriert worden, etwa in Möckern-Drewitz mit 41,8 Grad Celsius. Sein Fazit: "Sonnenschutz ist kein Zusatz, sondern ein notwendiger Bestandteil der Architektur."

Ausbildungspreis 2026 geht an Andre Urban

Den Auftakt bildete am ersten Veranstaltungstag das Frühstarterprogramm. Unternehmenscoach Herbert Reithmeir und Rechtsanwalt Han Christian Jung zeigten in ihrer Keynote, wie sich Fachbetriebe mithilfe eines Notfallkoffers gezielt auf die Unternehmensnachfolge vorbereiten können und welche Fallstricke dabei zu beachten sind.

R+S-Mechatronikermeister Andre Uran wurde für sein Engagement mit dem Ausbildungspreis 2026 ausgezeichnet. - © Friedrichs

Mit dem Ausbildungspreis 2026 wurde Andre Urban, geschäftsführender Gesellschafter von Rolladen Handel Porz, ausgezeichnet. Die Überraschung war groß: Urban hatte sich gar nicht aktiv um den Preis beworben. Sichtlich bewegt nahm er die Auszeichnung von Klenner entgegen. "Ich freue mich riesig über den Preis", sagte er. "Es ist toll, für sein langjähriges Engagement etwas zurückzubekommen."

Wie Betriebe neue Wege bei der Fachkräftesuche einschlagen können, erläuterte Steinmetzmeisterin und Unternehmensberaterin Kathrin Post-Isenberg in ihrer Keynote Wir suchen an der falschen Stelle. Sie riet dazu, die eigenen Unternehmenswerte stärker in den Mittelpunkt der Personalsuche zu stellen. "Fragen Sie sich, was Ihnen als Unternehmen wirklich wichtig ist. Diese Werte – etwa familiäre Ausrichtung oder Vertrauen – sollten in einer Stellenbeschreibung klar zum Ausdruck kommen, um Wunschkandidaten zu finden", empfahl sie.

Einen Ausblick auf die R+T 2027 in Stuttgart gab Philipp Götz, Senior-Projektleiter der R+T Alliance. Die Vorbereitungen befänden sich auf der Zielgeraden. Er kündigte erneut mehr als 1.000 Aussteller, zehn belegte Messehallen und ein umfangreiches Rahmenprogramm an. "Ein Höhepunkt wird wieder der R+T Innovationspreis sein", erklärte er.

Podiumsdiskussion: Betriebsübergabe im Fokus

Wie eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge in der Praxis gelingen kann, stand im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion am Samstag. Unternehmensberaterin Julia Anger sprach mit Antonia Rinke und Michael Rinke vom Berliner Sonnenschutz-Fachbetrieb nitz + nitz. Dort steht die Übergabe des Familienbetriebs vom Seniorchef an seine Tochter derzeit an. Die beiden gaben Einblicke in den laufenden Prozess, berichteten von möglichen Stolpersteinen und erläuterten, wie sich Mitarbeitende erfolgreich in die Betriebsübergabe einbeziehen lassen.

Neben bewährten Programmpunkten setzte die Tagung auch auf neue Formate. In interaktiven Workshops tauschten sich die Teilnehmenden unter anderem zu den Themen Künstliche Intelligenz, unterhaltsame Reels für Social Media und Reklamationsmanagement im Handwerk aus.

Mehr zur BVRS-Haupttagung in Leipzig lesen Sie in der Ausgabe 11–12/2026 von sicht & sonnenschutz.

Mit rund 350 Teilnehmenden war die BVRS-Tagung im Hotel The Westin in Leipzig gut besucht. - © Friedrichs