Der Bundesverband Wintergarten lädt am 12. und 13. November zu den Wintergartentagen 2026 in Berlin ein. Neben Marktprognosen und einer Diskussion über Rechtsfragen stehen sechs Workshops auf dem Programm, die von KI-Einsatz bis Unternehmensnachfolge reichen. Im exklusiven Statement sagt der erste Vorsitzende Peter Ertelt, warum die Veranstaltung das wichtigste Branchenevent des Jahres ist.
Die zweitägige Fachtagung kombiniert Vorträge, Workshops und eine begleitende Foyer-Ausstellung mit einem Rahmenprogramm, das den fachlichen Austausch unter den Teilnehmern fördern soll.
"Die Wintergartentage in Berlin sind für den Verband jedes Jahr das wichtigste Branchenevent. Dabei geht es nicht nur um ein starkes Programm, sondern vor allem um den persönlichen Austausch", sagt Peter Ertelt, erster Vorsitzender des Verbands. Die Veranstaltung biete die Gelegenheit, das Jahr einzuordnen, Erfahrungen zu teilen und mit neuen Impulsen auf die Herausforderungen des Jahres 2027 zu blicken. Inhaltlich verbinde der Verband aktuelle Zukunftsthemen mit praxisnahen Fragestellungen für die Betriebe. In diesem Jahr spiele künstliche Intelligenz eine besondere Rolle – mit Blick auf den konkreten Nutzen im Handwerksbetrieb: bei Organisation, Kommunikation, Angeboten und Vertrieb. Daneben stünden Marktentwicklung, rechtliche Fragen, Unternehmensnachfolge und Fachkräftethemen auf der Agenda.
Zur begleitenden Foyer-Ausstellung sagt Ertelt: "Dort präsentieren Unternehmen Lösungen, Produkte und Innovationen, die für unsere Branche relevant sind. Gerade dieses Format schafft Raum für intensive Gespräche, neue Kontakte und den direkten Austausch zwischen Praxis, Industrie und Verband."
Keynotes zu Fachkräften und Marktentwicklung
Nach der Begrüßung durch Peter Ertelt hält Nicole M. Pfeffer – Diplom-Betriebswirtin und Marketing-Expertin – eine Keynote unter dem Titel Mit Kreativität und Umdenken zu nachhaltigem Erfolg. Pfeffer widmet sich der Frage, wie Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen Fachkräfte gewinnen, junge Menschen begeistern und als Arbeitgeber sichtbar bleiben. Als Unternehmerin, Autorin, Dozentin und Botschafterin des Handwerks plädiere sie für mehr Selbstbewusstsein und neue unternehmerische Denkweisen in der Branche.
Im zweiten Vortrag analysiert Martin Langen, Geschäftsführer von B+L Marktdaten, die Neubau- und Renovierungsmarktentwicklung bis 2027. Der Referent beleuchtet, wie stark der Wintergartenmarkt vom zweistelligen Plus bei den Baugenehmigungen im Einfamilienhausbau profitieren dürfte und wann sich Renovierungstätigkeit und Outdoor-Konjunktur wieder normalisieren. Die Branche für Wintergärten, Terrassendächer und Sommergärten habe in den zurückliegenden Jahren eine ungewöhnliche Entwicklung erlebt.
Am Nachmittag des ersten Tages greifen Juristen und Verbandsvertreter in einer Live-Diskussion aktuelle Rechtsthemen auf. Im Mittelpunkt steht unter anderem die Frage, ob für die Montage von Terrassenüberdachungen ein Eintrag in die Handwerksrolle erforderlich ist.

Sechs Workshops an zwei Tagen
Am ersten Tag stehen zwei parallele Workshops zur Wahl, am zweiten Tag vier weitere – davon dürfen die Teilnehmer jeweils zwei besuchen.
Workshop 1 behandelt die Unternehmensnachfolge im Handwerk. Referent André Görges, Vertriebsleiter bei SMK Group, zeigt, welche organisatorischen, wirtschaftlichen und persönlichen Faktoren die Übergabefähigkeit eines Betriebs bestimmen. Themen sind Reifegrad, Handlungsbedarf und Absicherungsfragen rund um Nachfolge, Haftung und Notfallplanung.
Workshop 2 widmet sich dem Umgang mit Mängelanzeigen. Rechtsanwalt Dr. Hans-Michael Dimanski, rechtlicher Berater des Verbands, erläutert, wann tatsächlich ein Gewährleistungsfall vorliegt, welche Fristen je nach Vertragsart gelten und wie Betriebe auf berechtigte oder unberechtigte Mängelanzeigen reagieren. Zudem behandelt er Regressmöglichkeiten gegenüber Lieferanten bei fehlerhaften Materialien.
Workshop 3 rückt die Folgen des Klimawandels für Wintergärten und Fenster in den Fokus. Glasermeister Jürgen Sieber, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger, zeigt, welche Schäden durch Überhitzung, Klimalasten und besondere Windsituationen entstehen. Er behandelt unter anderem Klimalastrisse an Isolierglas, typische Schadensbilder an überhitzten Wintergärten sowie den Bernoulli-Effekt mit erhöhten Sogkräften in Eckbereichen von Gebäuden.
Workshop 4 dreht sich um KI im Unternehmensalltag. Jonas Mehrhoff, Geschäftsführer von KIsult, demonstriert anhand von Live-Beispielen, wie KI-Werkzeuge beim Auswerten von Dokumenten, beim Erstellen von Angeboten und bei ersten Automatisierungen unterstützen. Ergänzend ordnet er ein, wann Plugins und weitere KI-Tools sinnvoll sind.
Workshop 5 behandelt das Thema Bedenken anmelden. Ralf Spiekers vom Sachverständigenbüro Wooding mit Sitz in Berlin zeigt, wann ausführende Unternehmer bei komplexen Bauleistungen, kritischen Vorleistungen oder unvollständigen Planungsangaben Bedenken anmelden müssen und wie dies fachlich begründet und belastbar gelingt. Grundlage sind die technischen Prüfpflichten der VOB/B und VOB/C.
Workshop 6 widmet sich dem Verkaufen im digitalen Zeitalter. Autor und digitaler Entrepreneur Tim Cortinovis zeigt, wie Betriebe ihre Kundenansprache modernisieren, Verkaufsprozesse strukturieren und eine digitale Vertriebsmentalität entwickeln, die persönliche Beratung nicht ersetzt, sondern wirksam unterstützt.
Das Abendprogramm am ersten Tag führt die Teilnehmer zum Berliner Funkturm, der im Jahr 2026 sein 100-jähriges Jubiläum feiert. In fast 150 Meter Höhe erwartet die Gäste ein Abendessen mit Blick über die Hauptstadt.
Zweiter Tag: Mitgliederversammlung und Abschluss-Keynote
Am Freitagmorgen findet die Mitgliederversammlung des Verbands mit Vorstandswahlen statt. Nach den Workshops am Vormittag und einem Wintergarten-Wiki mit Kurzinfos zu Sachthemen von Arndt, Frank Mücke und Toni Oberleitner bildet die Abschluss-Keynote von Markus Hofmann den Höhepunkt des zweiten Tages. Der Gedächtnisexperte und Bestsellerautor spricht unter dem Titel Brain Evolution: KI trifft Gehirn über geistige Flexibilität, Kreativität und ein gut trainiertes Wissensnetz in Zeiten künstlicher Intelligenz. Hofmann mache erlebbar, wie Mensch und KI sinnvoll zusammenspielen und wie sich das Gehirn für die Zukunft fit halten lasse.
