Textiler Sonnenschutz im Wohnungsbau Zip-Markisen von MHZ für Fassade von Schweizer Wohnquartier

Im Schweizer Ort Stein ist mit Neumatt 2.0 ein Wohnquartier mit 76 Wohnungen entstanden, in dem außen liegende Senkrechtmarkisen fester Bestandteil des Fassadenkonzepts sind. Birri Architekten setzten dabei auf 464 Anlagen des Typs Zip 6 von MHZ. Das Projekt diente zugleich als Pilotobjekt für die großformatige Verschattungslösung.

Mit Neumatt 2.0 entstand in Stein ein Wohnquartier mit Mehrfamilienhäusern, das verdichtetes Wohnen mit großzügigen Freiräumen verbindet.
Mit Neumatt 2.0 entstand in Stein ein Wohnquartier mit Mehrfamilienhäusern, das verdichtetes Wohnen mit großzügigen Freiräumen verbindet. - © MHZ, Markus Beyeler

Zwischen Rhein, Schwarzwald und Jura hat Birri Architekten in der aargauischen Gemeinde Stein das Wohnquartier Neumatt 2.0 realisiert. Vier viergeschossige Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 76 Wohnungen bilden gemeinsam mit Gemeinschafts- und Infrastrukturbereichen einen weiteren Baustein der städtebaulichen Entwicklung im Gebiet Neumatt. Das Projekt reagiert nach Angaben der Beteiligten auf die landschaftliche Lage am Rhein und die Nähe zur deutschen Nachbarstadt Bad Säckingen.

Klare Baukörper mit gitterartiger Fassadenstruktur

Die Baukörper folgen laut den Architekten einer klar gegliederten, modernen Architektursprache: Umlaufende Balkone legen sich wie ein durchgehender Filter um die Gebäude und erweitern die Wohnräume nach außen. Regelmäßig angeordnete Betonstützen verleihen der Fassade eine gitterartige Struktur und betonen die horizontale Gliederung der Balkonschichten. Dahinter öffnet sich der eigentliche Wohnraum mit großformatigen Holz/Metall-Fenstern und raumhohen Verglasungen.

Im Innern setzen helle Oberflächen, Eichenparkett und großzügige Verglasungen die funktionale und zurückhaltende Gestaltung fort. Die Gebäude sind hindernisfrei konzipiert: Personenlifte verbinden die Wohngeschosse mit der Tiefgarage und Hebeschiebetüren ermöglichen schwellenlose Zugänge zu den Balkonen. Zwischen den Häusern gibt es gemeinschaftliche Freiräume mit Obstwiesen, Wegen sowie Spiel- und Aufenthaltsbereichen. Ergänzt wird das Ensemble durch Gemeinschaftsräume und eine unterirdische Einstellhalle mit Ladeinfrastruktur für E-Mobilität.

Das Quartier entstand im Minergie-P-Standard. Im Fokus stehen ein reduzierter Energieverbrauch, langlebige Baukonstruktionen und ein ausgeglichenes Raumklima durch ressourcenschonende Gebäudetechnik. Die Wohngebäude sind in Massivbauweise mit hinterlüfteten Holzfassaden umgesetzt, ergänzt durch extensive Dachbegrünungen und Photovoltaikanlagen.

Vor den raumhohen Verglasungen und entlang der umlaufenden Balkone bilden die Zip 6 Senkrechtmarkisen von MHZ eine textile Schicht vor der Fassade.
Vor den raumhohen Verglasungen und entlang der umlaufenden Balkone bilden die Zip 6 Senkrechtmarkisen von MHZ eine textile Schicht vor der Fassade. - © MHZ, Markus Beyeler
Die kompakte Kassette der Zip 6 ermöglicht eine zurückhaltende Integration des Sonnenschutzes in die Fassadenarchitektur.
Die kompakte Kassette der Zip 6 ermöglicht eine zurückhaltende Integration des Sonnenschutzes in die Fassadenarchitektur. - © MHZ, Markus Beyeler

464 Senkrechtmarkisen als funktionale Fassadenschicht

Eine zentrale Rolle im Fassadenkonzept übernimmt der außen liegende Sonnenschutz. MHZ lieferte für Neumatt 2.0 insgesamt 464 Senkrechtmarkisen des Typs Zip 6 mit Elementgrößen von bis zu 3,95 Meter Breite und 3,30 Meter Höhe. Die Systeme sind sowohl vor den großformatigen Verglasungen als auch entlang der umlaufenden Balkone angeordnet. Neben dem sommerlichen Wärmeschutz für die Innenräume verschatten sie die vorgelagerten Außenbereiche und schaffen geschützte Zonen mit hoher Privatheit für die Bewohner.

Je nach Position der Anlagen – geöffnet, teilweise oder vollständig geschlossen – entsteht dem Unternehmen zufolge eine fein nuancierte, lebendige Fassadenoberfläche, die dem Gebäude eine subtile Bewegung und eine sich ständig verändernde optische Tiefe verleiht. Die Gleichmäßigkeit der Elemente trage zu einer klaren, ruhig wirkenden Fassadenordnung bei, ohne statisch zu erscheinen.

Zip 6 als Pilotprojekt für großformatige Verschattung

Die Senkrechtmarkise Zip 6 ist nach Angaben von MHZ für großflächige Verglasungen konzipiert und ermöglicht Anlagenbreiten von bis zu sechs Metern bei einer Höhe von 3,5 Meter. Charakteristisch ist die nur 110 Millimeter hohe Kassette. Dadurch entstehe trotz unterschiedlicher Fensterformate ein homogenes Erscheinungsbild der Fassade.

"Kurz vor der Realisierung von Neumatt 2.0 haben wir von der Neuheit Zip 6 Senkrechtmarkise von MHZ erfahren. Die kompakten Abmessungen der Kassette, die möglichen Spannweiten und das reduzierte Design haben uns überzeugt", erläutert Simon Birri, Geschäftsleiter von Birri Architekten. Da zum Zeitpunkt der Planung noch keine Referenzobjekte vorlagen, wurde Neumatt 2.0 zum Pilotprojekt der Produktentwicklung.

Technisch basiert das System auf einer integrierten Wellenausgleichsvorrichtung, die auch bei großen Breiten ein gleichmäßiges Auf- und Abwickeln des Tuchs gewährleisten soll. Die patentierte Lösung erhielt im Jahr 2024 den R+T Innovationspreis. In der Praxis habe sich die Funktionalität bestätigt: "Nach rund zehn Monaten Nutzung und auch bei windreichen Bedingungen zeigt sich das System zuverlässig und erfüllt die Erwartungen von Bauherrschaft, Planern und Bewohnern", sagt Birri.