Mit rund 2.500 Gästen hat Reflexa im März das 65. Firmenjubiläum gefeiert. Im Interview sprechen Firmenchefin Miriam Albrecht und Hans-Jörg Feistle, Leiter Produktmanagement, über ihre Erwartungen an die R+T 2027, die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie Aktionen für Kunden im Jubiläumsjahr.

Frau Albrecht, die kommende R+T wirft ihre Schatten voraus. Ich gehe davon aus, dass Reflexa wieder Aussteller sein wird in Stuttgart?
Miriam Albrecht: Ja, die Planung läuft. Nicht teilzunehmen ist keine Option. Die Messewoche ist immer die schönste Woche im Jahr, auch wenn es die anstrengendste Woche ist.
Hans-Jörg Feistle: Der Dreijahresrhythmus ist genial, nicht zu kurz und nicht zu lang.
Albrecht: In dem Zeitraum findet man immer wieder Ideen für den R+T-Innovationspreis.
Welche Themen werden den Messeauftritt von Reflexa prägen?
Albrecht: Wir arbeiten intensiv an der Verbesserung bestehender Produkte. Im Fokus steht die Montagefreundlichkeit. Ansonsten haben wir natürlich schon Ideen für neue Produkte oder interessante Zusatzfeatures. Aber es ist zu früh, um darüber zu sprechen. Dann ist die Spannung weg.
Feistle: Der Punkt Montagefreundlichkeit hat natürlich mit dem Fachkräftemangel zu tun, der überall durchschlägt. Heute wird es schwierig, ein hochkompliziertes Produkt zu installieren. Wir müssen viel vorfertigen bzw. vorkonfektionieren, damit die Installation am Baukörper zügig zustande kommt.
Albrecht: Dann haben wir noch den Punkt Nachhaltigkeit. Wir versuchen Teile zu verwenden, die recyclingfähig sind und langlebig.
Was meinen Sie damit konkret?
Feistle: Beispielsweise den Einsatz von Solarantrieben in den Produkten oder die sortenreine Verpackung mit Pappe und Papier. Wir arbeiten permanent daran, ressourcenschonend zu produzieren oder zu versenden. Dafür gibt es eine neue Verpackungsmaschine hier im Werk in Rettenbach. Wir fertigen für jedes Produkt einen separaten und maßgeschneiderten Karton an.
Albrecht: Wir verwenden als Verpackungsmittel kein Styropor und für den Kartonverschluss keine Metallklammern mehr. Um den Karton zu öffnen, muss man nur die verklebte Kartonseite öffnen. Das heißt, es gibt auf der Baustelle nur noch Kartonagen. Bei Markisen ist es leider so, dass wir noch eine Folie um die Markise drumrum machen müssen, damit die Profilbeschichtung geschützt ist. Alle anderen Produkte haben keine Kunststoffverpackung mehr.
Am Eingang zum Bürogebäude in Rettenbach hängt eine besondere Markise, die eigens für das Jubiläum entwickelt wurde.
Albrecht: Ja, aus diesem Anlass haben wir ein schönes Jubiläumsprodukt kreiert, unser Modell Horizon. Es gibt nur 65 Stück.

Wie kam das Modell bei den Gästen an?
Albrecht: Super. Horizon hat eine Edelstahloptik und ein Tuch, das so nicht üblich am Markt ist. Ich dachte, wir müssen wirklich etwas Anderes, etwas Besonderes machen.
Firmenjubiläen sind immer auch eine Gelegenheit zur Bestandsaufnahme: Wo steht das Unternehmen, ist der Kurs okay oder sind Korrekturen nötig? Sind Sie mit der strategischen Ausrichtung der Firma zufrieden?
Albrecht: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind natürlich schwierig, gerade zum Jubiläumsjahr. Die Baubranche hat keinen Grund zu jubilieren. Tatsächlich bin ich enttäuscht, wie gerade Deutschland insgesamt dasteht. Ich bin froh, dass wir ein selbständiges Familienunternehmen sind und frei agieren. Es ist sicher ein Vorteil von uns, dass wir sehr gute Jahre während der Corona-Zeit hatten. Ich hätte mir fürs Jubiläumsjahr mehr Schwung von Anfang an gewünscht. So ein Jubiläum belebt aber und deswegen hoffe ich, dass es trotzdem ein sehr gutes Jahr für uns wird. Anlässlich des Jubiläums bietet Reflexa neben der Markise Horizon übers Jahr hinweg immer wieder neue Aktionen für Fachhändler an. Jedes Quartal haben wir eine andere Aktion.
Feistle: Es dreht sich immer um die Zahlen fünf und sechs. Beispielsweise kaufe sechs Insektenschutzprodukte und zahle nur fünf. Solarantriebe in sechs verschiedenen Ausführungen mit einem Sonderrabatt von fünf Prozent. Kurzum, wir haben uns etwas einfallen lassen, um immer wieder auf die 65 zu kommen und Fachpartnern den Anreiz zum Bestellen zu bieten oder für sich einen Vorteil zu generieren. Orientiert am Umsatz, gibt es zum Beispiel ein Makita-Radio, ein Grillpaket mit 30 Liter Bier und so weiter.
Feistle: Was fehlt, sind Anreize wie der versprochene Bauturbo der Bundesregierung.
Albrecht: Neben den globalen Problemen haben wir hausgemachte deutsche sowie europäische Probleme. Das muss man einfach mal sagen. Das belastet die ganze Branche.
Feistle: Es fehlen die Entscheidungen. Der Gebäudetyp E ist immer noch nicht durchgewunken. Darüber wird seit Jahren gesprochen bzw. seit Jahren geprüft. Wir haben zu viele Vorschriften, Normen und Regeln fürs Bauen. So hart wie es klingt, wir bauen zu hochwertig. Wobei nicht alle Ansätze aus dem Gebäudetyp E richtig sind, kleine Fensterflächen und Abstriche beim Schallschutz sind für die Fensterbranche schlecht und ebenso für den Sonnenschutzhersteller.
Sie haben die Fachpartner und -händler schon angesprochen. Für Fort- und Weiterbildung gibt es die Reflexa Akademie. Wie sieht das Angebot für 2026 aus, welche Trends greifen Sie inhaltlich auf?
Albrecht: Die Akademie bietet sowohl theoretische als auch praktische Schulungen an. Zudem sind wir mit einer Roadshow unterwegs in ganz Deutschland. Damit machen wir Praxisschulungen direkt vor Ort bei den Fachpartnern mit Tipps und Tricks für Profis.
Feistle: Unsere Monteure zeigen den Fachpartnern Handgriffe oder Arbeitsschritte, die auf der Baustelle das Leben erleichtern: schneller und einfacher montieren, wie repariere ich oder führe eine Wartung durch.
Das komplette Interview lesen Sie in der sicht & sonnenschutz, die am 27. Mai 2026 erscheint.