Das Hotel-Restaurant Steirereck am Pogusch vereint regionale Küche und Hightech-Architektur. In einer der neu gebauten Garagen sorgt ein Industrietor von Hörmann für maximale Transparenz – passend zum darüber liegenden Glashaus.

Auf dem Scheitelpunkt des zirka 1.000 Meter hohen Pogusch-Passes nördlich von Graz in Österreich steht seit dem Jahr 2022 ein außergewöhnliches Hotel-Restaurant: das Steirereck am Pogusch. Heinz Reitbauer junior, der im Ranking The World's 50 Best Restaurants aktuell Platz 14 belegt, hat die väterliche Liegenschaft zu einem kulinarisch-architektonischen Gesamtkunstwerk ausgebaut. Den Architekturwettbewerb gewann das Wiener Büro Ppag Architects, das Alt- und Neubauten nach dem Vorbild eines regionaltypischen Weilers arrangierte.
Lichtdurchlässig und funktional zugleich
Die Betriebsgarage liegt unterhalb eines der beiden Glashäuser und teilt sich in zwei Hälften: Eine ist offen zugänglich und beherbergt den Fuhrpark des Hotels. Die andere trennt das Industrie-Sektionaltor ALR F42 von Hörmann vom restlichen Bereich ab. Das Tor ist zu großen Teilen mit Duratec-Kunststoffscheiben bestückt und lässt so auch im geschlossenen Zustand Tageslicht ins Innere – passend zum darüber liegenden Glashaus.
Lediglich die unteren Paneele tragen eine Blechabdeckung aus Aluminium. Der PU-ausgeschäumte Lamellensockel fügt sich optisch in die Wandbekleidung aus Gastronorm-Edelstahlbehältern ein, die den Vorraum prägen. So verbindet das Tor Funktionalität mit dem gestalterischen Anspruch des gesamten Ensembles. An die Garage schließt sich das Facility-Management des Betriebs an.
Hightech trifft regionales Handwerk
Das Sektionaltor steht exemplarisch für ein Prinzip, das den gesamten Bau durchzieht: Regionales Handwerk und Hightech gehen am Pogusch Hand in Hand. Örtliches Holz und Bio-Wollfilz treffen auf artifizielle Werkstoffe wie Fassadenplatten aus Alu-Schaum am Salettl (österreichisch für Gartenpavillon) oder Toiletten-Waschbecken aus dem 3D-Drucker. Die beauftragten Handwerksbetriebe stammen strikt aus der Region – ohne dass das Ergebnis heimattümelnd wirkt.
Von außen betrachtet wirkt das Steirereck wie ein Sammelsurium von Einzelgebäuden. Tatsächlich sind jedoch zwei der Bestandsgebäude, das Salettl, die Schankküche, eine Dienstwohnung sowie zwei Glashäuser im Erdgeschoss miteinander verbunden – abgesehen von den Bestandsgebäuden und dem Salettl allerdings größtenteils unterirdisch. Die historischen Gebäude hat das Planungsteam konsequent saniert und um heterogene Zu- und Anbauten ergänzt. Die Brutto-Grundfläche des Neubaus umfasst 2.957 Quadratmeter, der Bestand kommt auf 756 Quadratmeter.

Schlafen zwischen Kräuterbeeten
Das gastronomische Konzept setzt konsequent auf Authentizität und Regionalität: Die Familie Reitbauer produziert mit eigenem Personal Gemüse, Früchte, Fleisch und Kräuter in unmittelbarer Nähe zur Küche. Zirka 500 verschiedene essbare Kräuter, Pflanzen-, Zitrus- und selten gewordene Streuobstarten wachsen in den Gärten und den neu errichteten Glashäusern. Im „kalten" Glashaus herrscht kein Frost, im benachbarten „warmen" Glashaus gedeihen die täglich benötigten Pflanzen das gesamte Jahr über. Das Vegetationskonzept stammt von Green4cities mit Sitz in Wien.
Übernachtungsgäste erleben diese Philosophie hautnah: Die Hauptgebäude ergänzen sogenannte Kabanen – kleine, von Cabane (Hütte) abgeleitete Übernachtungsgelegenheiten direkt im Gewächshaus. Elegant, aber bewusst reduziert und mit Gemeinschaftsbad ausgestattet, wohnen Gäste hier naturnah zwischen den Kräuterbeeten. Während das Wiener Steirereck kulinarisches Highend bietet, positionieren sich die beiden Restaurants am Pogusch – Wirtshaus und Schankküche – bewusst bodenständiger, wenngleich auf hohem Niveau. Das Projekt arbeitet nach eigenen Angaben nahezu energieautark.

