Das R+S-Handwerk leidet weiter unter der anhaltenden Baukrise. Auch die geringe Zahl an Baugenehmigungen sorgt für Auftragsrückgänge in der Branche. Vor dem Hintergrund starten die Betriebe mit gedämpften Erwartungen ins Jahr 2026.

Die jüngste Konjunkturumfrage des BVRS ergab zwar eine leicht verbesserte Stimmung – der Geschäftsklimaindex stieg von Oktober bis Dezember 2025 um 14 Punkte im Vergleich zum Vorjahresquartal. Mit nur 79 Punkten liege er aber weiterhin auf einem niedrigen Niveau, so der BVRS.
Die Branche sehe sich mit einer deutlichen Konsum- und Investitionszurückhaltung der Kundschaft konfrontiert. Der Krieg im Iran und die dadurch unsichere Entwicklung der Energiepreise ließen vermuten, dass sich diese Zurückhaltung im Jahresverlauf noch weiter verschärfen werde. Hinzu komme, dass die Sparquote der Verbraucher aktuell so hoch liege wie seit der Finanzkrise im Jahr 2008 nicht mehr – auch hier sei mit einer weiteren Steigerung im Verlauf des Jahres 2026 zu rechnen.
Auslastung stabil, Nachfrage schwach
Die konkreten Zahlen aus der Umfrage zeichnen dem BVRS zufolge ein gemischtes Bild. Die Auslastung der Betriebe lag im vierten Quartal 2025 mit 85,3 Prozent in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Beim Auftragsbestand ermittelte der Verband mit fünf Wochen ein minimales Plus von 0,3 Wochen.
Die Geschäftslage schätzen 60,2 Prozent der Betriebe als unverändert ein, 29,6 Prozent sehen sie als verschlechtert und lediglich 10,2 Prozent als verbessert an. Bei der Nachfrageentwicklung fällt das Bild noch negativer aus: Bei 49 Prozent der Betriebe ist die Nachfrage nach Angaben des BVRS gesunken. Nur 11,2 Prozent berichten von einer gestiegenen Nachfrage, bei zirka 40 Prozent verharrt sie auf Vorjahresniveau.
Vorsichtiger Blick auf das laufende Jahr
Zum Jahreswechsel rechneten gut zwei Drittel der Betriebe mit einer mindestens gleichbleibenden Auftragslage, gut zehn Prozent von ihnen sogar mit Umsatzsteigerungen. Ein Drittel hingegen rechnet dem Verband zufolge mit sinkenden Zahlen. Bei der Personalplanung zeigt sich die Lage insgesamt stabil: 70 Prozent der Betriebe planen keine Änderungen, 20 Prozent halten einen Personalabbau für möglich, zehn Prozent planen Neueinstellungen. Zurückhaltend geben sich die Betriebe bei den Investitionen: Nur 35,7 Prozent planen zu investieren, während 64,3 Prozent im Jahr 2026 darauf verzichten möchten.
Der BVRS bewertet die leichte Stabilisierung der Geschäftslage und die stabile Auslastung als positives Signal. Die unsichere wirtschaftliche Lage, die schwache Nachfrage und die geringe Investitionsbereitschaft zeigten jedoch deutlich, dass ein Aufschwung nicht absehbar sei. Der Verband weist zudem darauf hin, dass die Umfrage vor den aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten und im Iran stattfand. Die dadurch ausgelösten Unsicherheiten seien in den Ergebnissen noch nicht berücksichtigt.