Autarke Solarantriebe, smarte Vernetzung und filigrane Großformate: Die Outdoor-Living-Branche setzt auf Systeme, die sowohl Endkunden als auch Fachpartnern das Leben erleichtern. sicht & sonnenschutz gibt Einblicke in aktuelle Entwicklungen von Herstellern.

Bei Klaiber Markisen mit seinen zahlreichen Outdoor-Living-Produkten liegt ein Entwicklungsschwerpunkt auf der konstruktiven Reduktion bei gleichzeitiger Leistungssteigerung. „Unsere Systeme sollen architektonisch filigraner wirken, dabei jedoch höhere Lasten aufnehmen, größere Spannweiten ermöglichen und weiterhin montagefreundlich bleiben“, sagt Geschäftsführer Martin Schuppert. So erfüllen die jüngsten Produkteinführungen genau diesen Anspruch.
Große Dimensionen, filigrane Optik
Ein Beispiel ist die im vergangenen Jahr eingeführte Gelenk- und Teleskoparmmarkise Vilano. Ab dieser Saison lassen sich mit ihr Dimensionen von sieben auf vier Meter realisieren − mit elektrischem Absenkvolant und lediglich zwei Armen. „Zudem werden wir mit dieser Markise sowie auch mit unserer Premium-Kassettenmarkise Camabox die Windwiderstandsklasse 3 in bestimmten Größen erreichen. Technisch ist dies nur durch den Einsatz von hochwertig gesenkgeschmiedeten Teilen möglich“, führt Schuppert aus.
Auch die neue Senkrechtmarkise Surava ermöglicht bei einem nur 100 Millimeter hohen Kasten Abmessungen bis fünf mal vier Meter. Selbst bei einer Breite von fünf Meter bleibe der Kasten freitragend und benötige keine zusätzliche Fixierung. Von außen sind keine Schrauben sichtbar, was dem Geschäftsführer zufolge ein entscheidender Faktor im Bereich Ästhetik ist. „Solche Kundenanforderungen sind technisch umsetzbar, gehen in der Regel jedoch mit höherem konstruktivem Aufwand oder einem höheren Materialeinsatz einher. Genau hier investieren wir gezielt unsere Arbeit in die Produktentwicklung, um große Dimensionen, hohe Stabilität und ein ansprechendes Design realisieren zu können“, betont Schuppert.
Lamellendach mit unsichtbarer Technik
Im Bereich der Lamellendächer hebt der Klaiber-Geschäftsführer das vor zwei Jahren auf den Markt gebrachte Bavona TP6800 hervor, das nach seinen Angaben eine vollständige Neuentwicklung darstellt und kein Facelift. Die Lamellen lassen sich um bis zu 160 Grad öffnen, um je nach Sonnenstand gezielt Tageslicht unter das Dach zu führen. In gängigen Größen erreicht das System Schneelasten von mehr als 100 Kilogramm pro Quadratmeter. Besonders hervorzuheben sei, dass Motor und Zugstange vollständig in den Rahmen integriert sind – optisch unsichtbar, für Servicezwecke jedoch gut zugänglich.
Des Weiteren reduziere eine neue Steuerung Fehlbedienungen durch Endkunden und ermögliche die Anbindungen sämtlicher Steuerungen. „Zudem ist es uns gelungen, dass sich das Dach bei der Montage silikonfrei aufbauen lässt. Dies kommt bei unseren Fachhändlern sehr gut an und wir konnten vergangenes Jahr unsere Stückzahlen vom Lamellendach deutlich steigern im Vergleich zum Vorjahr“, berichtet Schuppert.
Glasdach mit integriertem Senkrechtsystem
In diesem Jahr ergänzt Klaiber sein Portfolio um das Glasflachdach Vetro Fino. Optional erhältliche umlaufende Senkrechtmarkisen sind in dem nur 20 Zentimeter hohen Rahmen bereits integriert. Auch die Zip-Führungen laufen direkt im Stützenprofil und lassen sich zusätzlich wandseitig mit schmaler Führungsschiene ohne weitere Stütze realisieren. Des Weiteren können an allen Seiten zusätzlich Verglasungen ergänzt werden.
Für die Verschattung von oben eignet sich die Wintergartenmarkise PS8000, die sich ohne Abstandhalter direkt auf das Glasdachsystem montieren lässt. "Das notwendige Dachgefälle entsteht durch schräg liegende Glasscheiben über die kurze Seite. Dadurch bleibt die Rahmenhöhe selbst bei Ausladungen bis 4,5 Meter und Breiten bis sieben Meter mit 20 Zentimeter konstant schlank", erläutert der Geschäftsführer. Mit möglichen Schneelasten von bis zu 450 Kilogramm pro Quadratmeter unterstreicht das System seine konstruktive Leistungsfähigkeit. Außerdem erwähnenswert: Trotz des hohen Anspruchs an die Entwässerung lässt sich das Vetro Fino silikonfrei montieren.

Sonnenschutz ohne Stromanschluss
Während Klaiber auf konstruktive Höchstleistungen setzt, verfolgt Nova Hüppe einen anderen Schwerpunkt: Das Unternehmen aus Oldenburg konzentriert sich auf autarke, nachhaltige Antriebslösungen, einfache Nachrüstkonzepte sowie erweiterten Komfort durch Licht- und Steuerungsoptionen. „Unser Anspruch ist es, sowohl Fachpartnern montagefreundliche Lösungen zu bieten als auch Endkunden echten Mehrwert in Alltag und Nutzung“, beschreibt der Hersteller die eigene Entwicklungsrichtung.
Einen wichtigen Schritt in diese Richtung hat Nova Hüppe mit den solarbetriebenen Markisenlösungen Novetta Solar und Prima Solar gemacht, die beide vollständig stromunabhängig motorisiert sind. Ein oberhalb der Markise montiertes Solarpanel versorgt den speziell entwickelten Motor mit Energie – Elektroarbeiten oder ein bauseitiger Stromanschluss entfallen komplett. Die leistungsstarke Batterie ermöglicht dem Unternehmen zufolge einen Betrieb von mehr als 45 Tagen auch ohne Sonneneinstrahlung. Ein integrierter Soft-Start/Soft-Stop-Motor sorgt für ein leises, sanftes Laufverhalten und soll die Langlebigkeit der Markise erhöhen.
Auch bei Senkrechtmarkisen setzt Nova Hüppe auf Photovoltaik-Antriebe: Die Solaroll-Modelle SZ11, SE11 und SF11 werden autark mit Solarstrom versorgt – ideal für Objekte ohne bauseitigen Stromanschluss. Zu den Vorteilen gehören darüber hinaus ein reduzierter Montageaufwand und niedrigere Kosten.
Ein weiterer Entwicklungsschritt ist das „Trend“-Nachrüstset für Volantrollos. Bereits montierte Unterglasmarkisen der Modelle Trend 200 und 250 lassen sich damit schnell erweitern. Das Plug-and-Play-Prinzip, die Wahl zwischen Kurbel- und Solarantrieb sowie die harmonische Integration ins bestehende Design schaffen dem Hersteller zufolge Mehrwert für Endkunden und zusätzliches Umsatzpotenzial für Fachpartner.
Schnittstellen zu Beleuchtung, Heiztechnik, Sensorik und SmartHome-Systemen
Für vernetzte Outdoor-Living-Systeme, die sich komfortabel und möglichst automatisiert steuern lassen, setzt Nova Hüppe auf bewährte Funktechnologien wie Somfy io. Mit exklusiven Funk-Paketen für Gelenkarm-, Auf- und Unterdachmarkisen lassen sich Wind- und Sonnensensorik nahtlos integrieren. Lösungen wie Eolis 3D Wirefree io oder Soliris io sorgen dafür, dass Markisen bei Wind automatisch einfahren oder sich abhängig von der Sonneneinstrahlung selbstständig positionieren.
Im Bereich Pergolen und Lamellendächer erweitert der Hersteller seine Systeme konsequent um Beleuchtungs- und optional auch Heizschnittstellen. Beim Q.bus ermöglichen integrierte, dimmbare LED-Lichtlösungen eine flexible Nutzung bis in die Abendstunden. Die Ansteuerung erfolgt dabei abgestimmt auf die jeweilige Systemarchitektur und lässt sich in bestehende SmartHome-Umgebungen einbinden.
Die größte technische Herausforderung sieht Nova Hüppe darin, die zunehmende Systemvielfalt beherrschbar zu halten: „Unterschiedliche Antriebe, Sensoren, Energieversorgungen und Funkstandards müssen zuverlässig zusammenspielen, gleichzeitig aber einfach zu montieren und intuitiv zu bedienen sein. Unser Fokus liegt daher auf klar definierten Schnittstellen, geprüften Systemkombinationen und praxisnahen Lösungen.“
Ein zentrales Thema sieht der Hersteller auch in der Langlebigkeit seiner Systeme: „Hochwertige Materialien, robuste Konstruktionen und schonende Antriebs- und Steuerungskonzepte sorgen dafür, dass unsere Markisen, Pergolen und textilen Überdachungen über viele Jahre zuverlässig funktionieren. Eine lange Lebensdauer schont Ressourcen und bietet gleichzeitig Investitionssicherheit für Endkunden und Fachpartner.“

Montagefreundlichkeit als zentraler Hebel
Das Unternehmen Reflexa setzt bei der Weiterentwicklung seiner Terrassendächer und Markisen konsequent auf Modularisierung und Vorintegration. Das Ziel sei es, Komponenten wie Beleuchtung, Heiztechnik, Sensorik oder SmartHome-Anbindungen möglichst werkseitig vormontiert bereitzustellen. Gleichzeitig achtet das Unternehmen darauf, dass die Systeme fehlertolerant sind und sich auch unter realen Baustellenbedingungen effizient installieren lassen. Dadurch lassen sich Montagezeiten reduzieren, Fehlerquellen minimieren und die Gesamtqualität beim Endkunden deutlich erhöhen. Für Reflexa ist dies ein zentraler Hebel, um Fachpartner zu entlasten und sich im Markt zu differenzieren.
„Je schneller, einfacher und sicherer unsere Produkte beim Kunden vor Ort installiert werden können, desto größer ist der wirtschaftliche Vorteil für den Fachpartner“, betont das Unternehmen. Gerade vor dem Hintergrund steigender Lohnkosten und knapper Montagekapazitäten sei dies ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Eine technische Herausforderung besteht laut Reflexa darin, eine möglichst einfache und intuitive Inbetriebnahme nach dem Plug-and-Play-Prinzip zu ermöglichen. Unterschiedliche Systeme, Schnittstellen und Kommunikationsstandards müssen zuverlässig miteinander verbunden werden – bei gleichzeitig hoher Betriebssicherheit.
Kontinuierliche Optimierung statt Revolution
Das neueste – und zugleich ein zentrales – Produkt im Outdoor-Living-Segment von Reflexa ist das Lamellendach Bella Lamella, bei dem insbesondere Aspekte wie Funktionalität, Langlebigkeit, Bedienkomfort und Design im Vordergrund stehen. Es zeichne sich durch seine hochwertige Verarbeitung, die flexibel verstellbaren Lamellen sowie den zuverlässigen Schutz vor Sonne und Witterung aus.
Ergänzend dazu passt Reflexa das System nach eigenen Angaben stetig an markt- und kundenbezogene Anforderungen an, etwa durch Verbesserungen in der Konstruktion, bei Materialien oder in der Montagefreundlichkeit. Der klare Fokus liege auf der kontinuierlichen Weiterentwicklung und Optimierung des bestehenden Produkts.
Gemeinsame Trends, unterschiedliche Schwerpunkte
Was Klaiber Markisen, Nova Hüppe und Reflexa gleichermaßen verbindet, ist der Anspruch, Fachpartnern die Arbeit zu vereinfachen und Endkunden langlebige, komfortable Lösungen zu bieten. Die Integration von Beleuchtung, Sensorik und SmartHome-Systemen ist bereits zur Standardanforderung geworden. Die technische Herausforderung liegt in der Beherrschung der Komplexität bei gleichzeitiger Vereinfachung der Bedienung. Nachhaltigkeit zeigt sich weniger in einzelnen Öko-Labels als vielmehr in der Langlebigkeit der Produkte und in energieautarken Antriebskonzepten.