Architektonische Raffinesse Warema: Raffstores setzen Akzente im Amtsgericht Freiburg

Mit dem Erweiterungsbau des Amtsgerichts Freiburg hat das Land Baden-Württemberg moderne Raumstrukturen und eine zukunftsgerechte Arbeitsumgebung geschaffen. Zentrales Element ist das Sonnenschutzkonzept von Warema: Raffstoreanlagen, die sich harmonisch in das Fassadenbild einfügen.

Der neue Erweiterungsbau des Amtsgerichts Freiburg harmoniert mit dem historischen Bestand und beweist gleichzeitig architektonische Eigenständigkeit.
- © Warema/Roland Halbe

Der 2023 fertiggestellte Erweiterungsbau des Amtsgerichts Freiburg stellt ein Beispiel für gelungene Nachverdichtung im historischen Stadtkontext dar. Das Land Baden-Württemberg ließ drei ältere Einzelgebäude im rückwärtigen Hof der denkmalgeschützten Blockrandbebauung abreißen und durch einen modernen Neubau ersetzen.

Das Architekturbüro Auer Weber aus Stuttgart plante den rund 6.900 Quadratmeter Bruttogrundfläche umfassenden Komplex, der nun als zentrales Empfangs- und Erschließungsgebäude für das Amtsgericht fungiert. "Die größte Herausforderung bestand in den beengten Verhältnissen auf dem Grundstück, das von unterschiedlichen Bestandsgebäuden umgeben ist", erklärt Toni Felber, Assoziierter Projektleiter bei Auer Weber. Die Nachverdichtung habe eine sensible Einbindung des Neubaus in die bestehende städtebauliche Struktur erfordert. Der Komplex beherbergt nach Angaben von Warema Sitzungssäle, Wartezonen und Bürobereiche, die hell und freundlich gestaltet wurden.

Funktionaler Sonnenschutz als Gestaltungselement

Der monolithisch wirkende Baukörper präsentiert sich mit einer grobkörnigen Putzfassade in Porphyrrot. Diese wurde als hinterlüftete Konstruktion mit Putzträgerplatten ausgeführt und soll nach dem Nutzungsende sortenrein demontiert werden können. Die tief eingeschnittenen Fenster mit teils abgeschrägten Laibungen verleihen der Gebäudehülle plastische Tiefe, während die monochrome Farbgebung einen optischen Akzent setzt.

Das Sonnenschutzsystem fügt sich als integraler Bestandteil in das Gestaltungskonzept ein. "Der außen liegende Sonnenschutz ist ein wesentliches Gestaltungselement, sowohl funktional als auch ästhetisch", so der Projektleiter. Durch die einheitliche Farbgebung der Raffstores mit Sonder-Pulverbeschichtung in Porphyrrot und Sonder-Lamellenband in mattem Sandsteinbeige sowie deren präzise Integration in das Fassadenraster konnte laut Felber ein ruhiges und gleichzeitig markantes Fassadenbild realisiert werden.

Automatisierte Klimaregulierung durch intelligente Steuerung

Warema installierte Basis-Raffstores vom Typ E 60 A2 S mit randgebördelten Lamellen und Seilführung. Die Anlagen werden über ein KNX Bussystem mit Wetterstation gesteuert und passen sich automatisch an den Sonnenstand und die aktuelle Witterung an. Die beweglichen Lamellen sollen eine direkte Sonneneinstrahlung verhindern und zugleich für einen gleichmäßigen und natürlichen Tageslichteintrag in die Innenräume sorgen.

Laut Warema sinkt durch die spürbare Reduktion des solaren Wärmeeintrags der Kühlbedarf deutlich. Dies verbessere nicht nur die Energieeffizienz, sondern auch den thermischen Komfort. Der Sonnenschutz sei damit ein wesentlicher Baustein des nachhaltigen Energiekonzepts für den als Niedrigstenergiegebäude geplanten Neubau. Ergänzt wird das Konzept durch eine leistungsfähige Photovoltaikanlage auf dem Dach, eine hochwertige Fassadendämmung und dreifach verglaste Fenster.

Sicherheitstechnik für den Notfall

In sensiblen Bereichen vor Rettungswegen oder Entrauchungsöffnungen ergänzte Warema den Sonnenschutz mit dem akkugestützten Notraff-Set. Das System soll gewährleisten, dass sich die Raffstores im Ernstfall – beispielsweise bei einem Stromausfall oder Brand – in Sekundenschnelle automatisch in die obere Endlage bewegen. Damit werden Flucht- und Rettungswege unverzüglich freigegeben, ohne dass manuelles Eingreifen erforderlich ist.

Die Technik ist TÜV-zertifiziert und wurde speziell für die Anforderungen in öffentlichen Gebäuden entwickelt. Für Toni Felber war diese Lösung ein wichtiger Baustein im Sicherheitskonzept: "Das System gewährleistet eine autarke, schnelle und zuverlässige Steuerung der Raffstoreanlagen, um Rettungswege und Rauchableitungsöffnungen freizuhalten", sagt der Architekt. Das Notraff-Set kann über eine übergeordnete Steuerung wie einen Rauchmelder oder ein zentrales Bedienpult aktiviert werden sowie direkt über einen Nottaster am Ausgang.

  • Bild 1 von 4
    © Warema/Roland Halbe
    Die Nachverdichtung erforderte eine sensible Einbindung des Neubaus in die Bestandsarchitektur. Der monolithisch wirkende Baukörper mit grobkörniger Putzfassade korrespondiert perfekt mit den bestehenden Gebäuden.
  • Bild 2 von 4
    © Warema/Roland Halbe
    Die monochrome Farbgebung auf allen sichtbaren Fassadenelementen setzt einen charakteristischen Akzent. Die Raffstore-Lamellen in der Sonderfarbe Porphyrrot fügen sich nahtlos in das Konzept ein.
  • Bild 3 von 4
    © Warema/Roland Halbe
    Basis-Raffstoren vom Typ E 60 A2 S sorgen – vollautomatisch gesteuert – für blendfreies Tageslicht und wirksamen sommerlichen Wärmeschutz.
  • Bild 4 von 4
    © Warema/Roland Halbe
    Um Rettungswege oder Entrauchungsöffnungen zu sichern, wurde der außen liegende Sonnenschutz mit dem akkugestützten Notraff-Set von Warema ergänzt.