Verfahren eingeleitet Weinor: Großes Echo auf staatsanwaltliche Ermittlungen

Die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Köln hinsichtlich eines mutmaßlichen Datendiebstahls bei Weinor sorgen für Aufsehen. Medien und Fachportale in Deutschland und der Schweiz berichten über den Vorgang. Weinor ist Teil der Griesser-Gruppe mit Sitz in Aadorf/Thurgau.

Im Erdgeschoss des Kölner Stammhauses zeigt Weinor seine Produkte sowie deren Ausstattungsmöglichkeiten. - © Dirks

So berichtet die Solothurner Zeitung am 10. August mit Verweis auf Rechercheergebnisse über Details im Zusammenhang mit den fraglichen Vorgängen. Demnach haben die illegalen Datentransfers an einem Karnevals-Wochenende stattgefunden. Die Aktionen seien bemerkt worden mittels spezieller Kontrollmechanismen der Weinor-IT.

Auch die Aargauer Zeitung sowie das St. Galler Tagblatt haben die Vorgänge aufgegriffen.

Hausdurchsuchungen der Staatsanwaltschaft Ende Juli

Weinor machte den Verdacht auf Datendiebstahl am 31. Juli öffentlich und gab bekannt, dass die Staatsanwaltschaft am Morgen zahlreiche Hausdurchsuchungen durchgeführt habe, u.a. bei mehreren ehemaligen Weinor-Mitarbeitern.

Das Unternehmen nahm dabei Bezug auf die entsprechende Mitteilung der Staatsanwaltschaft:

"In einem bei der Staatsanwaltschaft Köln geführten Verfahren wegen der Verletzung von Geschäftsgeheimnissen gegen fünf ehemalige Mitarbeiter (36, 45, 56, 56, 59) eines Kölner Unternehmens für Sonnen- und Wetterschutzprodukte haben Ermittler der Polizei Köln am frühen Donnerstagmorgen (31. Juli) insgesamt fünf Wohnungen in Köln, Kerpen und Mönchengladbach sowie eine Geschäftsanschrift in Köln durchsucht. Die Ermittler stellten dabei Datenträger, Laptops, Mobiltelefone und diverse Unterlagen sicher", heißt es in der Mitteilung.

"Den Beschuldigten wird vorgeworfen, im Tatzeitraum Anfang 2025 in unbefugter Weise betriebsinterne Unterlagen insbesondere zu Produktentwicklungen des Unternehmens mittels technischer Ausrüstung kopiert und diese Informationen für den Aufbau einer Niederlassung eines Konkurrenzunternehmens in Köln genutzt zu haben."

Vorwürfe gegen Mitbewerber Schenker Storen

Die Ereignisse stehen laut Weinor im Zusammenhang mit "gezielten Abwerbungen" von Mitarbeitern durch die Schweizer Schenker Storen, einen direkten Wettbewerber der Weinor-Muttergesellschaft Griesser Group.

Schenker Storen weist die Vorwürfe zurück. Sie seien "haltlos und absurd", so das Unternehmen in einer Mitteilung an sicht & sonnenschutz.

Unseren ersten Beitrag zum mutmaßlichen Datendiebstahl bei Weinor haben wir inzwischen erweitert und um eine ausführlichere Stellungnahme von Schenker ergänzt.

Tim Füldner besucht sicht & sonnenschutz

Weinor-CEO Tim Füldner ist Anfang September für einen Redaktionsbesuch bei sicht & sonnenschutz zu Gast. Wir werden mit ihm auch über die jüngsten Entwicklungen in Sachen Verdacht auf Datendiebstahl sprechen.