Ukraine-Krieg und die Folgen Folgner: "Der Beschaffungsmarkt gerät weiter unter Druck."

Die Kampfhandlungen in der Ukraine dauern an, die wirtschaftlichen Folgen sind weltweit zu spüren. Wie gehen Branchenunternehmen mit der Situation um? Darüber hat sicht+sonnenschutz mit Sebastian Folgner, Geschäftsführer bei Folgner in Bad Aibling, gesprochen.

Sebastian Folgner ist Geschäftsführer bei der Folgner GmbH in Bad Aibling. - © Folgner

Bei dem Sicht- und Sonnenschutzhersteller ist die direkte Versorgung mit Rohstoffen und Bauteilen weitestgehend sichergestellt. "Grundsätzlich haben wir und auch unsere Lieferanten keine Geschäftsbeziehungen mit der russischen Föderation, Weißrussland oder der Ukraine", sagt Sebastian Folgner. Es sei jedoch davon auszugehen, dass Unternehmen, die vor dem Krieg Ihre Produkte aus den betroffenen Ländern bezogen haben, nun auf Alternativen in Europa ausweichen müssen. Dadurch gerate die sowieso schon angespannte Situation auf dem Beschaffungsmarkt  – sei es in puncto Versorgung oder auch in der Preisentwicklung  – weiter unter Druck.

Hoffnung auf mehr Stabilität

Harte und konsequente Sanktionen seitens der Politik sind seinen Angaben zufolge absolut richtig und notwendig. "Genauso wichtig ist es aber auch, schnell zu einer Lösung des Konflikts und zur Beendigung des Kriegs zu kommen", ergänzt der Geschäftsführer. "Denn auch wenn die Sanktionen direkt an Russland gerichtet sind, wirken sie sich indirekt immer auch auf uns aus." Ein Einbruch der Baukonjunktur sei aktuell nicht zu befüchten. Die Auftragslage und auch die Anfragen seien nach wie vor auf einem hohen Niveau. Die weiter anhaltende Preissteigerung bereite dem Unternehmen jedoch Sorgen. Wie weit die Kostensteigerungen am Ende noch gehen bzw. inwieweit Eigentümer bereit seien, zu diesen Kosten zu bauen, bleibe abzuwarten. Folgners Fazit: "Wir hoffen nach wie vor, dass sich die Kostensituation wieder einpendelt, sicher nicht zum Stand aus dem Jahr 2020, jedoch mit mehr Stabilität und Planungssicherheit für alle Beteiligten."

Mehr über die Folgen des Ukraine-Konflikts für Branchenunternehmen lesen Sie in der Aprilausgabe von sicht+sonnenschutz .