Fassadengestaltung einer Feuerwehrwache Mehr als nur ein montiertes Tor

Den Neubau eines Feuerwehrhauses in Kaufbeuren im Allgäu stattete Belu-Tec mit 27 Toren aus. Dabei übernahm das Unternehmen auch die Gestaltung der Fassade von der Planung bis zur Ausführung.

Die rote Außenfassade lässt die Toröffnungen nur erahnen. - © Bernd Ducke

Das Architektenbüro Dasch Zürn + Partner errichtete in der Kaufbeurer Innenstadt zwei Feuerwehrgerätehäuser. Gemeinsam mit dem Hersteller Belu-Tec gestaltete das Architekturbüro eine Fassade im modernen Baustil aus Sichtbeton-Elementen, Metall und Glas. Sind alle Fenster- und Torelemente geschlossen, ergibt sich von außen betrachtet eine homogene Fassadenansicht. Mit den individuell angefertigten und komplett montierten Sektionaltoren in zwei unterschiedlichen Ausführungen ermöglicht der Tor- und Fassadenspezialist das zügige und sichere Ein- und Ausfahren der Feuerwehrfahrzeuge und trägt dazu bei, dass das durch die Architekten gewünschte Erscheinungsbild entsteht. „Wir haben auf die Anforderungen an Funktion und Gestaltung reagiert und neben transparenten, sehr filigranen Toren auch Sektionaltore gefertigt, die, mit dem Fassadenmaterial beplankt, ein homogenes Fassadenbild ergeben“, erklärt Bernhard Lucas, Geschäftsführer und Gründer von Belu-Tec. „Darüber hinaus sind die Torprofile thermisch getrennt und besitzen eine hohe Wärmedämmung.“
Bereits im Jahr 2000 stellte die Stadt Kaufbeuren erste Überlegungen für einen Neubau beziehungsweise eine Erweiterung der bestehenden Feuerwache an. Eine Machbarkeitsstudie kam zum Ergebnis, den Bestand zugunsten eines Neubaus zurückzubauen. Den Planungswettbewerb entschieden im Jahr 2016 die Architekten von Dasch Zürn + Partner für sich: Neben 15 Fahrzeugstellplätzen und Werkstätten schafften die Architekten auf dem 6.000 Quadratmeter großen Areal einen Raum für die Katastropheneinsatzleitung, die Verwaltung, Bereitschaft, Jugendfeuerwehr sowie für Schulungen.

DREI VERSCHIEDENE TOR-ARTEN

Mit seinem Westflügel fügt sich der neue Baukörper in die Straßenflucht der Neugablonzer Straße ein. Durch die Anordnung des zweiten, riegelförmigen Baukörpers im östlichen Teil des Grundstücks bildet sich ein Feuerwehrhof, der weitgehend vor Einblicken geschützt ist. Während sich die Lager- und Werkstatträume sowie Umkleiden direkt an die Fahrzeughalle anlagern, befinden sich im Obergeschoss des östlichen Baukörpers die weiteren Räumlichkeiten. Belu-Tec verbaute bei dem Projekt drei verschiedene Arten von Toren: Das Unternehmen errichtete fünf flächen- beziehungsweise fassadenbündige Tore zur Straßenseite hin, zwei Folien-Rolltore im Schlauchturm in einer Höhe von zirka 20 Meter sowie 20 verglaste Sektionaltore hin zum Innenhof.

VOLLFLÄCHIG VERGLAST UND HOCHISOLIERT

Die beiden Fahrzeughallen fassen großflächige Rahmen aus Sichtbetonelementen sowie die vollständig verglasten Sektionaltore. „Wir verwendeten ein hart beschichtetes Kunststoffglas mit Dreifachisolierung. Dadurch entstehen keine Kältebrücken und das gesamte System ist thermisch getrennt“, erklärt Lucas. Zusätzlich lieferte Belu-Tec die Elemente zwischen den Toren: Dort, wo in aller Regel die Pfeiler aus Beton, Holz oder Stahl zum Tragen kommen, befinden sich bei der Feuerwache Kaufbeuren thermisch getrennte, hochisolierte Belu-Tec-Zwischenelemente. Dadurch erzielte das Unternehmen einen niedrigen U-Wert.
Sind alle Tore geschlossen, entsteht der Eindruck einer filigranen, vollflächig verglasten Fassade. Als Personaleingänge dienen Schlupftüren, die in den verglasten Toren integriert sind.

INTEGRIERTES LÜFTUNGSSYSTEM

Neben den Toren im Innenhof plante und gestaltete der Tor- und Fassadenspezialist fünf Tore an der zur Straßenseite gelegenen Fassade. „Wir installierten flächenbündige Tore, die einen speziellen Antrieb besitzen“, sagt der Belu-Tec Geschäftsführer. Der Grundaufbau bestehe ebenfalls aus einem thermisch getrennten Aluminiumprofil. Zusätzlich brachte Belu-Tec aufgrund der hohen Isolierung mehr als 100 Millimeter dicke Aluminiumtrapezbleche an. „Dies gestaltet die Fassade mit und lässt sie als homogene Blech-Metallfassade erscheinen. Die Tore erkennen Betrachter erst bei genauem Hinsehen“, betont Lucas. Zusätzlich besitzen die Sektionaltore ein integriertes Lüftungssystem, das ein separates Abkippen der obersten Torsektion ermöglicht und mithilfe der gegenüberliegenden Tore eine Querlüftung zulässt, um Stauwärme-Bildung zu vermeiden. „Dadurch lässt sich die Halle ohne zusätzliche Belüftungsanlage belüften“, sagt Lucas abschließend. Fiona Kellner