Neuheit für den Zweiten Rettungsweg Zwei lebensrettende Sekunden

Der Zweite Rettungsweg kann lebensrettend sein. Im Brandfall sind Notfallkurbeln allerdings meist zu behäbig, elektrische Sicherheitssysteme sind kostenintensiv. Ein Anbieter für Rollladentechnik hat ein Bauteil entwickelt, das Türen und Fenster als Zweiten Rettungsweg sicher und nutzbar machen soll – auf mechanischem Weg.

MAN Rescue
Der Sicherheitsgurt lässt im Notfall einen bis zu 2,35 Meter hoher Rollladenpanzer in weniger als zwei Sekunden hochschnellen. - © Piening

Tobias Piening, Geschäftsführer von Rollladen Piening, hat ein mechanisches Bauteil entwickelt, das ein schnelles und sicheres Verlassen der Räumlichkeiten durch Türen und Fenster – auch bei geschlossenen Rollladen – gewährleisten soll. Das neue, europaweit patentierte Bauteil MAN Rescue lässt sich laut Piening in jedem herkömmlichen Rollladenkasten verbauen. Das für unterschiedliche Einbausituationen geeignete Bauteil hat eine Einbautiefe von 23 Millimeter und einen Durchmesser von 155 Millimeter, mit einem zehn Millimeter breiten Gurt – somit ist MAN Rescue schlanker als herkömmliche Elemente, da im Rollladenkasten nicht viel Platz zur Verfügung steht. Die Einheit lässt sich mit verschiedenen Motoreinsätzen ausstatten, problemlos nachrüsten und verfügt über eine Passung für Vorbaurollladen. "Ich habe bei Kunden, u.a. in Kindergärten, häufig Nothandkurbeln vorgeführt und empfand die Lösung selber nie als zufriedenstellend, da das Kurbeln zu lange dauerte. Denn: Im Brandfall können schon wenige Züge eingeatmeten Kohlenstoffmonoxids zur Bewusstlosigkeit führen", sagt Piening.

Falsche Nutzung ausgeschlossen

Das Bauteil lässt sich wie ein herkömmliches Motorlager montieren. Inbegriffen ist ein Rollladen-Sicherheitsgurt, mit dem im Notfall ein bis zu 2,35 Meter hoher Rollladenpanzer in weniger als zwei Sekunden hochschnellt und den Rettungsweg freimacht. Die Bedienung dieses Sicherheitsgurts sei zudem derart intuitiv, dass eine falsche Nutzung ausgeschlossen sei, sagt Piening. Nachdem der MAN Rescue zum Einsatz kommen musste, ist der Rollladen direkt wieder wie gewohnt nutzbar.

Sicherheitsrisiken bei elektrischen Systemen und der Notfallhandkurbel

Die meisten Rollläden sind heutzutage mit elektrischen Antrieben ausgestattet – nicht nur aus Komfortgründen, sondern auch hinsichtlich der digitalen Steuerung. Eine kritische Situation entsteht u.a. bei einem feuerbedingten Stromausfall. Sind die Rollläden in einer solchen Situation heruntergefahren, ist die Tür oder das Fenster als Rettungsweg kaum zu nutzen. Rollladen mit elektrischem Antrieb lassen sich in solch einem Fall nicht mehr hochfahren, sondern nur noch mit Muskelkraft bewegen.

Die ausführliche Berichterstattung folgt in der kommenden Doppelausgabe der sicht+sonnenschutz .