Im niedersächsischen Wolfsburg hat der Volkswagen Konzern seinen Hauptsitz. Mit einer Gesamtfläche von rund 6,5 Quadratkilometer ist der Standort die größte zusammenhängende Automobilfabrik der Welt. Für das Unternehmen ist es eine enorme Herausforderung, den Perimeterschutz inklusive einer hundertprozentigen Zutrittssicherheit zu gewährleisten.

Allein in Wolfsburg beschäftigt der Automobilkonzern mehr als 60.000 Mitarbeiter. "Hier gehen jeden Tag – einschließlich Besucher – rund 110.000 Menschen ein und aus", sagte Andreas Fietze, Leiter Konzern Objektschutz, der das Sicherheitskonzept von VW im Rahmen einer Fachpressefahrt vorstellte. Die von der Nürnberg Messe organisierte Veranstaltung fand am 1. Oktober 2019 im Vorfeld der Fachmesse Perimeter Protection 2020 statt.
Neues Sicherheitskonzept aufgebaut
Im Jahr 2013 hat VW damit begonnen, einen neuen Perimeterschutz aufzubauen. Das Sicherheitskonzept umfasst mechanische Barrieren, Detektion und Videotechnik. Durch die Installation von speziellen Panomera-Kameras für die rund 20.000 Neuwagenstellflächen ist es laut Fietze gelungen, u.a. die Schadensumme für den Diebstahl von Navigationsgeräten aus Neuwagen erheblich zu reduzieren. Die neue Videotechnik verfüge über insgesamt 53 Schwenk-Neigeköpfe mit jeweils einer Tag/Nacht- und einer Thermalkamera. Zudem seien sich sechs statische Thermalkameras an neuralgischen Punkten wie dem Hafenbecken am angrenzenden Mittellandkanal, installiert worden.
Vollautomatische LKW-Schleuse
Eine weitere Perimeterabsicherung stellt die neue, vollautomatische Schleuse am Tor Lkw dar. "Das Tor war an seiner Kapazitätsgrenze angelangt", ergänzte Fietze. Um es zu entlasten und vor allem den Just-in-time-Verkehr von 600 täglich einfahrenden Lkws zu beschleunigen, baute VW eine personenlose Lkw-Schleuse. Bei der Zutrittssteuerung setzt der Konzern auf die RFID-Technologie. Dabei müssen sowohl ein Fahrzeug als auch der Fahrer autorisiert sein, um das Tor passieren zu können. Mittels RFID-Transponder erfolgt die Identifikation. Nähert sich das Fahrzeug der Schleuse und das System erkennt die Zugangsberechtigung, öffnet sich das Tor von selbst und der Lkw kann das Werksgelände befahren.
Mehr über den Perimterschutz bei VW sowie die Highlights der Perimeter Protection, die vom 14. bis 16. Januar 2020 in Nürnberg ihre Tore öffnet, lesen Sie in der Januarausgabe von sicht+sonnenschutz.