ITRS-Mitgliederversammlung in Fulda IVRSA-Mitglieder haben die Qual der Wahl

Wird die IVRSA eigenständig? Auf der ITRS-Mitgliederversammlung hat Wilhelm Hachtel, Vorsitzender der Fachgruppe IVRSA, die Ergebnisse der Nutzwertanalyse vorgestellt, die den IVRSA-Mitgliedern als Entscheidungsgrundlage dienen soll.

Zukunft des IVRSA
Wie sieht die Zukunft der IVRSA-Fachgruppe aus? Die Mitglieder stehen vor der Qual der Wahl. - © Metzger

Vier Optionen hatte der Vorstand dafür bewertet: (1) Die IVRSA verbleibt im ITRS, der Status quo wird beibehalten. (2) Die IVRSA wird eigenständig und die ITRS-Geschäftsstelle übernimmt als Dienstleister die Verwaltung und Geschäftsführung. (3) Die IVRSA wird eigenständig und baut seine eigene Verwaltung und Geschäftsführung auf. (4) Die IVRSA wird eigenständig und sucht sich für Verwaltung und Geschäftsführung einen qualifizierten externen Dienstleister; im Gespräch ist hier der Heimtex-Verband, dem u.a. auch der Verband innenliegender Sonnenschutz (ViS) angehört.

Warum steht ein Austritt der IVRSA aus dem ITRS überhaupt zur Debatte? Hachtel erläuterte, dass die Industrievereinigung sich mit einer solchen Dynamik entwickelt habe, dass sie heute de facto schon ein eigenständiger Verband innerhalb des ITRS sei. Zudem gehe es darum, das von den IVRSA-Mitgliedern eingezahlte Sondervermögen in Höhe von zirka 340.000 Euro zu schützen. Solange die IVRSA keine eigene Rechtsperson ist, gehöre das Vermögen dem ITRS. Kurzum: "Wir empfehlen dringend, juristisch eigenständig zu werden", sagte der IVRSA-Vorsitzende.

Eigenständigkeit mit Dienstleister als bevorzugte Option

Das Ergebnis nach Nutzwertanalyse und Risikobewertung: Die Beibehaltung des Status quo wird ausgeschlossen, ebenso wie die Option 3 (komplette Eigenständigkeit) aufgrund des nicht kalkulierbaren Risikos bei der Umsetzung. Als Optionen übrig bleiben die Variante 4 (Eigenständigkeit mit externem Dienstleister) und die Variante 2 (Eigenständigkeit mit dem ITRS als Dienstleister). Wie Hachtel betonte, sage dieses Ergebnis noch gar nichts über die Zukunft der Fachgruppe aus. "Wir haben mit der Nutzwertanalyse keine Entscheidung getroffen, sondern eine Entscheidungsgrundlage vorbereitet", sagte der IVRSA-Vorsitzende. Die endgültige Entscheidung werden die IVRSA-Mitglieder nach seinen Angaben frühestens beim Entscheidertreffen im zweiten Quartal 2019 treffen. Der vom Vorstand präferierten Lösung müsse dabei selbstverständlich nicht gefolgt werden. Auch werde dort sicherlich über die Optionen, die zugrunde gelegten Kriterien und deren Gewichtung zu diskutieren sein.

Nicht bewertet hatte der IVRSA-Vorstand im Vorfeld, dass die IVRSA ein eigener Verein unter dem Dach des ITRS wird. Der Vorstand machte aber sogleich deutlich, dass man sich in einem offenen Prozess befinde, und entschied kurzerhand, diese Variante als weitere Option in den Entscheidungsprozess aufzunehmen. Charmant wäre diese Lösung insbesondere vor dem Hintergrund, dass auf der ITRS-Mitgliederversammlung die Weichen für die Zukunft des Industrieverbands gestellt wurden. Wie Geschäftsführer Lars Rippstein im Gespräch mit sicht+sonnenschutz sagte, soll es in Zukunft zwei starke Fachgruppen geben: IVRSA und BKTex. "Im Augenblick haben wir zu viele atomisierte Fachgruppen. Wir wollen die Fachgruppen, die neben der IVRSA existieren, in einer Fachgruppe zusammenfassen, damit sie schlagkräftiger werden", sagte der Geschäftsführer. Die IVRSA sei dabei Vorbild: "Die IVRSA tickt so, wie wir uns in Zukunft in der BKTex-Fachgruppe aufstellen müssen." Die Satzung soll dafür nun geändert werden.

IVRSA, quo vadis?

Welchen Weg wird die IVRSA nun gehen? Die Wortmeldungen während der Fachgruppensitzung zeigten, dass es unter den Mitgliedern noch keine einhellige Meinung zur Zukunft der Industrievereinigung gibt – auch nicht zur übergeordneten Frage nach Verbleib oder Eigenständigkeit. Zur Vorbereitung auf das Entscheidertreffen wird der IVRSA-Vorstand nun für seine Mitglieder detailliertere Arbeitspläne für die verschiedenen Optionen ausarbeiten. Der Vorstand und die Geschäftsführung des ITRS wollen ihrerseits versuchen, vor dem Entscheidertreffen mit dem IVRSA-Vorstand an einen Tisch zu kommen, um die Situation möglichst zugunsten des ITRS zu klären. "Wir müssen miteinander sprechen, nicht übereinander", sagte Rippstein.