Rechnet man den vierjährigen Julian und seinen zwei Jahre jüngeren Bruder Leon mit, die bestimmt das eine oder andere Mal durch die Betriebsräume des Fachbetriebs Felser wuseln, sind in dem Münchner Meisterbetrieb drei Generationen zugange.

Jörg Felser, der 41-jährige Geschäftsführer des R+S-Betriebs in der bayerischen Landeshauptstadt, sagt, er finde es schön, mit eng vertrauten Personen zusammenzuarbeiten: "So lässt sich alles gleich besprechen. Und es ist für den Partner eher verständlich, wenn man mal ein Problem aus der Arbeit mit nach Hause bringt." Seine drei Jahre jüngere Frau Karen, Mama von Julian und Leon, ist in der Buchhaltung des Fachbetriebs Felser im Stadtteil Hadern tätig, kümmert sich aber zudem um Personalfragen und schreibt die Rechnungen. Im Moment, sagt der Chef, sei sehr viel Arbeit mit Reparaturen angefallen, zeitweise habe das parallel laufende, private Bauprojekt zusätzliche Ressourcen verschlungen. Übrigens: Zu Hause experimentiert der Unternehmer selbst mit diversen SmartHome-Spielarten – kein Einzelfall im Kollegenkreis – und kämpft gerade mit den Tücken des Systems.
Family affairs
"Das Szenario ist nur der erste Schritt", sagt der 41-Jährige, "das Problem ist, dass der Tag, den ich als Muster angelegt habe, zu unflexibel ist, wenn im Winter die Sonne früher untergeht. Deshalb habe ich die Einstellungen binnen eines Jahres gerade zum dritten Mal geändert." Es ist dem Geschäftsführer des Fachbetriebs Felser deutlich anzumerken, dass er in Richtung breiter angelegter Lösungen, wie sie der österreichische Anbieter Loxone im Verbund mit Antriebshersteller Geiger im Portfolio hat, schielt: "Würde ich nochmal vor der Entscheidung in meinen eigenen vier Wänden stehen, würde ich mich damit beschäftigen." Aber im Umfeld des eigenen Betriebs ist eben die Frage, was für den R+S-Betrieb abfällt, wenn der Kunde sich im Zusammenspiel mit dem Planer für die Komplettlösung KNX-Bus entscheidet – und welche Aufwände vor diesem Hintergrund darstellbar sind. "Da bin ich nicht mehr tiefer eingestiegen", sagt der 73-jährige Firmengründer und ehemalige BVRS-Vizepräsident Reinhard Felser: "Aber ich weiß, was man damit machen kann, und habe Ihnen (gemeint ist die nächste Generation) schon gezeigt, dass man das durchaus älteren Menschen verkaufen kann." Die Umsetzung überlasse er freilich den "jungen Monteuren, die mit Begeisterung diese computergestützten Sachen durchführen". Derzeit, sagt der Münchner, sei er noch drei Tage die Woche im Betrieb, obwohl – er macht eine Pause – "a bisserl in die Tasche gelogen ist das schon. Weil an den anderen beiden Tagen nehm ich mir oft die Arbeit mit nach Hause und bringe dann das in die Firma, was ich dort diktiert habe".
sicht+sonnenschutz veröffentlicht in seiner großen November/Dezember-Ausgabe auf vielen Seiten Zusammenfassungen zu den Verbandstagungen des ViS (Salzburg) und BVRS (Magdeburg). Dazu zählt u.a. eine Befragung einiger Teilnehmer des Events an der Börde, ausführliche Statements im Heft finden Sie von Andreas Böck (Selve), Meinhard und Manuel Berger (Sonnen- und Wetterschutztechnik Berger) sowie der Familie Felser.