Viele Hauseigentümer haben genug Wohnraum, möchten aber mehr Zeit in ihrem Garten verbringen, auch wenn das Wetter einmal nicht mitspielt. sicht+sonnenschutz zeigt, wie ein Handwerker, ein Hersteller und die Weltleitmesse R+T mit dem Trendthema Outdoor Living umgehen.

Die Nachfrage nach Lösungen für Outdoor Living steigt. „Immer mehr Privatkunden wollen ihren Wohnbereich vergrößern und sich im Außenbereich eine Wohlfühloase schaffen“, bestätigt Stephan Urban, Geschäftsführer von Markisen Urban in Pforzheim. Im Fokus stehen demnach vermehrt Lösungen, die auch vor Regen schützen. „Bei uns
ist das Wetter unbeständig. Die Kunden legen daher immer größeren Wert auf Regenschutz, wie ihn z.B. unsere Pergolen von Corradi bieten“, sagt Urban. Das Verhältnis zwischen den Regenschutz-Pergolen und herkömmlichen Sonnenschutzprodukten wie Markisen, Jalousien und Rollläden gibt er mit 50 zu 50 Prozent an – wohlgemerkt von den Stückzahlen her, nicht vom Umsatz.
Ein interessantes Zusatzgeschäft realisiert der R+S-Profi dabei mit ergänzenden Produkten. Dazu gehören u.a. Möbel für den Außenbereich, Outdoor-Teppiche, Bioethanol-Brenner und Zubehör wie Beleuchtung oder Lautsprecher. Nach eigenen Angaben verkauft Urban mittlerweile 50 Prozent der Anlagen mit Zusatzausstattung. „Die zahlungskräftigen Kunden verlangen von uns Gesamtlösungen – sie möchten sich um nichts Weiteres kümmern“, beschreibt der Geschäftsführer seine Klientel. „Wir bieten daher alles aus einer Hand – von der Fundamentlegung bis zur Außenbereichsgestaltung.“ Das geht so weit, dass Urban mit Landschaftsgärtnern und Schwimmbadbauern zusammenarbeitet. „Der Kunde ist froh, wenn er nur einen Ansprechpartner hat“, sagt der Fachmann. Der Beratungs- und Planungsaufwand sei bei solchen Aufträgen zwar höher, aber der Betrieb profitiere davon. „Wir sind durch unser Angebot weniger vergleichbar. Zudem erhalten wir durch Weiterempfehlungen innerhalb unserer gehobenen Kundschaft relativ einfach Folgeaufträge.“
Behördengänge inklusive
Zusatzleistungen in formaler Hinsicht erbringt Urban insbesondere im Gastronomiebereich. „Wir erledigen die Behördengänge und kümmern uns um die Baugenehmigung“, sagt Urban. Bei Bedarf zieht er Statiker oder den örtlichen Brandschutzbeauftragten hinzu. „Die Kunden sind dankbar, wenn wir diese Aufgaben für sie übernehmen“, sagt Urban, der aber auch darauf hinweist, dass diese Leistungen in der Kalkulation entsprechend berücksichtigt werden müssen. Neben dem Zeitdruck im gewerblichen Bereich sieht Urban vor allem die Größe der Anlagen, die gerne auch mal XXL-Abmessungen von 20 mal 20 Meter erreichen, als Herausforderung. „Wir benötigen z.B. einen Montagelift und natürlich das entsprechende Personal“, sagt Urban.
Wetterfeste Systeme im Fokus
Weinor hat nach eigenen Angaben den Trend hin zu Outdoor Living früh erkannt und seine Produktpalette darauf abgestimmt. Großes Augenmerk legt der Hersteller demnach auf die Entwicklung von Terrassenlösungen, die zuverlässigen Wetterschutz bieten, so dass die Nutzer mehr Zeit im Freien verbringen können, auch wenn das Wetter
einmal nicht mitspielt, bzw. in der kühleren Jahreshälfte. Dies gelinge u.a. mit der Pergola-Markise PergoTex, die seit ihrer Einführung im Jahr 2015 stark nachgefragt sei. „Das wetterfeste System bietet beides: soliden Sonnen-, Wind- und Regenschutz im ausgefahrenen Zustand sowie echtes Cabrio-Feeling, wenn das Faltsystem eingefahren ist“, sagt Christian Pätz, Marketing und Kommunikation bei Weinor. Auch die neue Pergola-Markise Plaza Viva mit absenkbarem Pfosten für die Ableitung von Regenwasser gehe in diese Richtung.
Wünschen Kunden einen Sonnen- oder Wetterschutz für besonders große Flächen, setzt Weinor dies ebenfalls um. „Ein professionelles Engineering-Team sorgt dafür, dass alle Anforderungen an die Statik nach DIN EN-Normen erfüllt werden“, sagt Pätz. Dazu gehört auch die Zertifizierung nach DIN EN 1090 für alle Stahl- und Aluminium-konstruktionen. Der ausführende Betrieb müsse allerdings gewährleisten, dass sein individuelles Projekt den statischen Anforderungen vor Ort genügt. Bei Bedarf bietet Weinor dabei Unterstützung an.
Wohnliche Atmosphäre schaffen
Damit sich die Menschen über den Wetterschutz hinaus auf ihrer Terrasse wohlfühlen, sind laut Pätz Lösungen gefragt, die langlebig sind und das Wohnliche betonen, z.B. farbechte, spinndüsengefärbte Markisentücher und ein großes Spektrum an Dessins für jeden Geschmack. Die sichtbare Technik sollte nach seinen Angaben reduziert
sein. Das bedeute bei Markisen kompakte, elegante Kassetten und viel sichtbares Tuch mit stofflichem Charakter. Beispielhaft nennt er die designprämierten Markisen Zenara, Opal Design und Semina Life. Bei Kalt-Wintergärten wie den Glasoasen des Herstellers steht laut Pätz die vollständige Transparenz im Vordergrund. Weinor schaffe dies mit rahmenlosen Systemen, die viel Durchblick bieten und zudem einfach zu bedienen seien.
Weinor bietet darüber hinaus Lösungen, die das Outdoor Living angenehmer machen und verlängern. Dazu gehört z.B. eine LED-Beleuchtung, die in die Markisenkassette oder in die Dachträger integriert ist und sich per Fernbedienung stufenlos dimmen lässt. Außerdem bietet das Unternehmen Heizsysteme wie die neue Tempura Quadra, die durch Infrarot-Technik direkt nach dem Einschalten ihre ganze Heizleistung entfalte.
Vorreiter auf der R+T 2018
Sebastian Schmid, Abteilungsleiter Technologie der Messe Stuttgart, fasst unter dem Begriff Outdoor Living alles zusammen, was Räume ins Freie hin erweitert. Dies betreffe Terrassen, Balkone und Gärten, aber auch öffentlich genutzte Bereiche wie Gastronomieflächen oder Freianlagen an Bürogebäuden. Auf der R+T 2018 wird das Thema
seinen Angaben zufolge eine noch prominentere Rolle spielen als bei der zurückliegenden Ausgabe, als bereits zahlreiche Aussteller entsprechende Lösungen gezeigt hatten. „Aufgrund der Marktentwicklung, die eindeutig das Thema Outdoor Living als Trend ausweist, haben wir unser Hallenkonzept optimiert. Das war durch den Neubau der Paul Horn Halle (Halle 10) besonders gut möglich“, sagt Schmid. Demnach werden die Fachbesucher bei der kommenden Ausgabe der Weltleitmesse in der Oskar- Lapp-Halle (Halle 6) Lösungen für diesen Bereich finden. „Wir konnten zahlreiche Unternehmen dafür gewinnen, hier ein Mekka für den Bereich Gastronomie und Hotellerie entstehen zu lassen.“
Bei den gemeinsamen Planungen mit den Ausstellern wird laut Schmid vor allem eines klar: Geht nicht, gibt’s nicht. „Ich würde behaupten, dass es für jede Anforderung die richtige Lösung gibt – ob nun besonders klein und schmal oder auch imposante Größen, die immer mehr nachgefragt werden“, sagt Schmid, der die Aussteller auf der R+T
hinsichtlich der Technik als Vorreiter sieht. Demnach zeigen die Hersteller Lösungen, die filigran wirken und trotzdem absolut sicher seien – unabhängig von ihren Abmessungen.