Den Wandel gemeistert Familienbetrieb Sesterhenn besteht seit 125 Jahren

Das Familienunternehmen Sesterhenn in Mülheim-Kärlich nahe Koblenz feiert dieser Tage sein 125-jähriges Bestehen. Das Unternehmen ist auf den Vertrieb und die Montage von Fenstern und Sonnenschutzelementen spezialisiert. Bis in die 90er-Jahre produzierte der Betrieb noch selbst, dann stand eine schwierige Entscheidung an.

Das Familienunternehmen Sesterhenn blickt auf 125 bewegte Jahre zurück. - © Sesterhenn

Als der Aufschwung Ost abgeflaut war und sich abzeichnete, dass immer mehr Bauherren auf Kunststofffenster setzen, sah sich Geschäftsführer Johannes Sesterhenn, der den Betrieb im Alter von 23 Jahren übernahm, gezwungen, einen radikalen Kurswechsel vorzunehmen: Der Handwerksbetrieb stellte Mitte der 90er-Jahre die Eigenproduktion von Rolllädenkästen und Holzfenstern ein. "Es ist bitter, wenn man vor die Mitarbeiter tritt, und ihnen sagen muss, dass für die Hälfte von ihnen keine Arbeit mehr da ist“, schildert Sesterhenn seinen schwierigsten Tag.

Erfolg ist zurück

Die Konzentration auf den Vertrieb brachte den Familienbetrieb zurück in die Erfolgsspur. Und nach wie vor gibt es eine starke handwerkliche Komponente im Unternehmen: Der Sachverstand der Beschäftigten ist bei der Montage der Elemente vor Ort gefragt. Getreu der Firmenphilosophie „Service – Leistung – Qualität“ legt Johannes Sesterhenn großen Wert auf die Ausbildung seines Teams und arbeitet nur mit deutschen Herstellern zusammen. "Diese liefern trotz der Konkurrenz aus dem Ausland beste Qualität", sagt der Geschäftsführer, der als gelernter Schreiner und Betriebsassistent im Handwerk die praktische und kaufmännische Seite des Metiers kennt.

Als Fachbetrieb punkten

Sesterhenn weiß, dass es auf Dauer mehr braucht als hochwertige Produkte, um gegen die billigere Konkurrenz u.a. aus dem osteuropäischen Raum zu bestehen. "Nur einen Rollladenkasten einzubauen, reicht heute nicht mehr." Es sei wichtig, ein Gesamtpaket um das Produkt herum anzubieten und die fachliche Kompetenz des Unternehmens herauszustellen.

Sesterhenn verkauft seine Rollläden meistens zusammen mit neuen Fenstern. Das sei wirtschaftlich interessanter und vereinfache die Montage. Einen weiteren Trend sieht der Geschäftsführer in der Motorisierung von Rollläden und Sonnenschutz. "Hier können wir in Zukunft noch punkten", ist er sich sicher.

Wie Sesterhenn den Wandel meisterte und auch zukünftig im Markt bestehen will, lesen Sie in sicht+sonnenschutz 6/15.