Geschäftsjahr 2025 Innen liegender Sonnenschutz: Umsatz bricht ein

Das Kompetenz-Zentrum Textil + Sonnenschutz meldet für das Geschäftsjahr 2025 ein Umsatzminus von 1,9 Prozent beim maßgefertigten innen liegenden Sicht- und Sonnenschutz. Während einzelne Produktgruppen kräftig zulegten, brachen andere zweistellig ein – und der Objektbereich gerät besonders unter Druck.

Der maßgefertigte innen liegende Sicht- und Sonnenschutz musste 2025
einen Umsatzverlust von -1,9 Prozent verkraften. - © Kompetenz-Zentrum Textil + Sonnenschutz

Das Kompetenz-Zentrum Textil + Sonnenschutz hat den wirtschaftlichen Jahresrückblick für 2025 vorgelegt. Demnach hat sich die Lage der deutschen Textil- und Matratzenindustrie im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich verschlechtert. Für den maßgefertigten innen liegenden Sicht- und Sonnenschutz schließt das Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatzrückgang von 1,9 Prozent.

Plissee verliert leicht, Doppelrollo bricht zweistellig ein

Innerhalb des Produktportfolios verlief die Entwicklung sehr unterschiedlich. Die dominierende Produktgruppe Plissee verzeichnet nach Verbandsangaben ein leichtes Umsatzminus von 1,1 Prozent. Deutlich stärker trifft es das Doppelrollo, das mit einem Umsatzrückgang von 12,7 Prozent als größter Verlierer aus dem Jahr geht.

Drei Produktgruppen entwickelten sich gegen den Trend: Das Raff- und Faltrollo legte beim Umsatz um 8,8 Prozent zu, das Rollo um 6,9 Prozent und das Wabenplissee um 5,8 Prozent. Damit verzeichnen vor allem energieeffizienzaffine und gestalterisch flexible Produkte ein Plus, während klassische Mehrlagenlösungen Federn lassen.

Stark unter Druck gerät der Objektbereich. Hier brechen die Umsätze bei Flächenvorhängen um 11,7 Prozent und bei Lamellen um 6,9 Prozent ein. Beide Produktgruppen sind traditionell auf gewerbliche Projekte ausgerichtet – ein Segment, das von der Investitionszurückhaltung am Bau besonders betroffen ist.

Verlierer beim Absatz war das Doppelrollo (-12,4 Prozent), während die Jalousie um 5 Prozent zulegte.

Geopolitik, Energiepreise und Importdruck belasten die Branche

Der Verband führt die Entwicklung auf eine Reihe ineinandergreifender Belastungsfaktoren zurück. Die abgeschwächte Nachfrageentwicklung trifft auf stark angestiegene Energiekosten, die das Kompetenz-Zentrum maßgeblich auf den USA-Iran-Konflikt zurückführt. Dieser verstärke die Unsicherheit auf den Weltmärkten und schwäche die Konjunktur insgesamt.

Hinzu kommt ein wachsender Importdruck aus China. Chinesische Anbieter drängten mit aggressiver Preispolitik auf den deutschen Markt, heißt es im Bericht. Parallel verzeichnet die deutsche Wirtschaft nach Angaben des Kompetenz-Zentrums die längste Phase negativer Unternehmenserwartungen seit zwei Jahrzehnten – seit dem Jahr 2005 habe es keine vergleichbar lange Zeit ohne erkennbaren Stimmungsumschwung gegeben.

Auch die jüngsten wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Bundesregierung greifen aus Sicht des Verbands zu kurz. Die steuerfreie Tausend-Euro-Prämie für Beschäftigte verfehle die betriebliche Realität, weil wirtschaftlich angeschlagene Unternehmen diese freiwillige Leistung nicht finanzieren könnten. Die Verlängerung des Auszahlungszeitraums bis Juni 2027 sei keine Garantie, dass Beschäftigte die Prämie tatsächlich erhielten.

Strukturelle Standortprobleme blieben ungelöst. Allein die Bürokratie verursache in Deutschland nach Angaben des ifo-Instituts jährliche volkswirtschaftliche Kosten von zirka 150 Milliarden Euro. Der angekündigte Bauturbo setze zwar an den richtigen Stellen an, zeige bislang jedoch kaum Wirkung. Selbst bei einer Beschleunigung von Genehmigungsverfahren sei wegen der langen Realisierungszeiträume frühestens ab dem Jahr 2027 mit spürbaren Effekten zu rechnen. Gleichzeitig erreiche der Wohnraummangel im Jahr 2026 mit zirka 1,4 Millionen fehlenden Wohnungen einen neuen Höchststand.

Verband fordert umfassendes Reformpaket

Vor diesem Hintergrund fordert das Kompetenz-Zentrum Textil + Sonnenschutz ein umfassendes Reformpaket zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandorts Deutschland. Notwendig seien ein deutlicher Abbau von Regulierung, eine spürbare Senkung der Steuer- und Abgabenlast für Unternehmen und Beschäftigte sowie dauerhaft wettbewerbsfähige Energiepreise. Nur mit einer wirtschaftspolitisch stringenten und konsequent umgesetzten Gesamtstrategie lasse sich die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland nachhaltig stärken, heißt es in der Mitteilung.