Tageslicht ist ein wesentlicher Aspekt der Gebäudeplanung. Welche Einflussfaktoren dabei berücksichtigt werden müssen und warum die Bedeutung von Tageslicht im Zuge des nachhaltigen Bauens weiter zunimmt, darüber sprachen wir mit Daniel Lechner, Chief Marketing Officer (CMO) bei Bartenbach.
Herr Lechner, warum ist Tageslicht in Gebäuden so wichtig?
Tageslicht ist ein wesentlicher Aspekt der Gebäudeplanung, denn es bietet mehrere Vorteile, die zum Wohlbefinden und Komfort der Personen beitragen:
- verbesserter Sehkomfort: Tageslicht hilft den Menschen, klarer zu sehen, wodurch die Augen weniger beansprucht werden und das Sehvermögen weniger beeinträchtigt wird. Es sorgt auch für eine bessere Tiefen- und Farbwahrnehmung und erleichtert so die Ausführung von Sehaufgaben.
- Energieeinsparungen: Durch die Verwendung von natürlichem Licht anstelle von künstlicher Beleuchtung können Gebäude ihren Energieverbrauch senken.
- gesundheitliche Vorteile: Natürliches Licht hat nachweislich zahlreiche positive Auswirkungen auf die Gesundheit, wie z. B. die Regulierung des Schlaf-Wach-Rhythmus, den Abbau von Stress und die Verbesserung der Stimmung.
- Verbindung zur Außenwelt: Tageslicht trägt dazu bei, eine Verbindung zwischen dem Innen- und dem Außenbereich zu schaffen, und vermittelt Bewohnern ein Gefühl für den Ort und eine Verbindung zur natürlichen Welt.
- Ästhetik: Tageslicht kann die ästhetische Qualität eines Gebäudes verbessern, indem es eine dynamische und sich ständig verändernde Umgebung schafft, die für die Bewohner visuell ansprechend ist.
- Flächenausnutzung: Durch gutes Tageslicht lässt sich die Gebäudefläche besser ausnutzen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Tageslicht bei der Planung von Gebäuden von wesentlicher Bedeutung ist, da es zum Komfort, zur Gesundheit und zum Wohlbefinden der Gebäudenutzer sowie zu Energieeinsparungen und ästhetischer Attraktivität beiträgt. Tageslicht spielt in der Architektur und Planung schon seit vielen Jahren eine wichtige Rolle, und seine Bedeutung nimmt mit der Verbreitung des nachhaltigen Bauens weiter zu.
Inwieweit ist das Thema bei Architekten und Planern angekommen?
Architekten und Planer haben die Bedeutung des natürlichen Lichts für die Schaffung gesunder und komfortabler Lebens- und Arbeitsräume schon lange erkannt. In den letzten Jahren ist der Einsatz von Tageslichtbeleuchtung zu einem entscheidenden Faktor bei der Planung nachhaltiger Gebäude geworden, da sie den Energieverbrauch eines Gebäudes erheblich senken kann. Die Nutzung von natürlichem Licht kann auch die Qualität der Innenräume verbessern und den Bewohnern eine Reihe von Vorteilen bieten, darunter eine höhere Produktivität und ein besseres Wohlbefinden. Architekten und Bauherren holen sich oft Unterstützung von Fachplanern/Lichtplanern, um die Tageslichtqualität im Gebäude zu optimieren. Hierzu dienen Modellstudien im künstlichen Himmel oder Tageslichtsimulationen, um die Tageslichtversorgung zu bewerten. Diese berücksichtigen die Ausrichtung der Tageslichtqualität und den Wärmeeintrag.
Welche Einflussfaktoren müssen bei der Tageslichtplanung von Gebäuden berücksichtigt werden?
Bei der Tageslichtplanung von Gebäuden müssen verschiedene Einflussfaktoren berücksichtigt werden, die sich auf die Qualität, Quantität und Verteilung des natürlichen Lichts in einem Gebäude auswirken. Einige der wichtigsten Faktoren, die bei der Tageslichtplanung von Gebäuden berücksichtigt werden müssen, sind:
- Nutzerbedürfnisse: Bei der Planung der Tageslichtbeleuchtung sollten die visuellen und thermischen Komfortbedürfnisse der Gebäudenutzer sowie ihre Aufgaben und Tätigkeiten berücksichtigt werden.
- Standort und Ausrichtung: Die geografische Lage und die Ausrichtung des Gebäudes in Bezug auf den Sonnenverlauf sind wichtige Faktoren, die die Verfügbarkeit und Intensität des natürlichen Lichts beeinflussen. Darüber hinaus ist die Sonnenwahrscheinlichkeit am jeweiligen Standort zu berücksichtigen.
- das Klima: Das Klima des Standorts bestimmt die Menge und Qualität des natürlichen Lichts, das für die Tageslichtbeleuchtung genutzt werden kann.
- der Gebäudeentwurf: Öffnungsanteile, Raumproportionen und Oberflächen beeinflussen die Menge des Tageslichts, das in die verschiedenen Räume eindringt, und die Verteilung des Lichts innerhalb des Gebäudes.
- Eigenschaften der Verglasung: Die Art und die Eigenschaften der Verglasung, wie z. B. ihre Größe, Ausrichtung und Transparenz, spielen eine entscheidende Rolle bei der Regulierung der Menge und Qualität des in das Gebäude einfallenden natürlichen Lichts.
- Beschattungsvorrichtungen: Tageslichtsysteme wie Sonnenschutz, Blendschutz oder Lichtsysteme können dazu beitragen, die Menge und Qualität des in das Gebäude einfallenden Tageslichts zu steuern.
- Innenoberflächen und Farben: Die Verwendung von gerichtet oder diffus reflektierenden Oberflächen und Farben kann dazu beitragen, die Verteilung und Qualität des natürlichen Lichts im Gebäude zu optimieren.
- Energieeffizienz: Die Tageslichtplanung sollte auch die Energieeffizienz des Gebäudes berücksichtigen, indem sie den Einsatz von Kunstlicht minimiert und den Wärmegewinn oder -verlust durch Verglasung reduziert.
Welchen Beitrag kann die Tageslichtplanung im Hinblick auf Energieeinsparung und Reduzierung der CO2-Emissionen leisten?
Die Tageslichtplanung kann eine wichtige Rolle bei der Energieeinsparung und der Verringerung der CO2-Emissionen in Gebäuden spielen. Durch die Optimierung der Nutzung des natürlichen Lichts in einem Gebäude kann die künstliche Beleuchtung und der damit verbundene Energieverbrauch reduziert werden. Dies wiederum kann zu einem Rückgang der mit der Energieerzeugung verbundenen Treibhausgasemissionen führen.
Die Tageslichtplanung umfasst die strategische Platzierung von Fenstern, Oberlichtern und anderen Öffnungen, um die Menge an natürlichem Licht, die in ein Gebäude eindringt, zu maximieren und gleichzeitig die Blendung und den Wärmegewinn zu minimieren sowie Überhitzung zu vermeiden und dadurch den Heizwärmebedarf zu dosieren. Dieser Ansatz kann zu einer Verringerung des Bedarfs an künstlicher Beleuchtung und Kühlung führen, wodurch Energie gespart und der CO2-Ausstoß verringert werden kann.
Darüber hinaus kann die Tageslichtplanung auch dazu beitragen, den Bedarf an Heizungsanlagen in den Wintermonaten zu senken. Indem mehr natürliches Licht in ein Gebäude gelangt, kann sie auch den Anteil der Sonnenstrahlung erhöhen, der vom Gebäude absorbiert wird, was zur Erwärmung des Gebäudes beitragen kann. Solare Gewinne tragen zur Erwärmung des Gebäudes bei und reduzieren somit den Heizwärmebedarf von Gebäuden.
Insgesamt kann die Tageslichtplanung ein äußerst wirksames Instrument zur Senkung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen in Gebäuden sein und gleichzeitig zahlreiche weitere Vorteile bieten, wie z. B. die Verbesserung des visuellen Komforts, der Produktivität und der Gesundheit von Menschen.
