Sonnenschutztechnik -

Moritz Reiser: Wohlfühloase im eigenen Garten Whirlpool, Bankirai, Lamellendach

Im vierten Jahr der Selbstständigkeit läuft das Geschäft von Moritz Reiser besser denn je. sicht+sonnenschutz war vor Ort in Wasserburg, als er sein privates Outdoorparadies mit einem Lamellendach von Erhardt Markisen erweiterte.

7. Oktober 2019, 8.30 Uhr in Wasserburg – und der Name macht der Stadt alle Ehre: „Wir haben uns das schlechteste Wetter überhaupt ausgesucht“, begrüßt Moritz Reiser den sicht+sonnenschutz-Reporter bei strömendem Regen. An diesem Montagmorgen will der R+S-Mechatronikermeister sein privates Outdoor-Living-Paradies erweitern: mit dem Lamellendach Kedry Plus von KE, geliefert von Erhardt Markisen – zu dieser Geschäftsbeziehung später mehr. Ihm zur Seite stehen, gehüllt in dunkle Kapuzenjacken, Vollzeit-Monteur Robert Hopf und – ein neues Gesicht – Moritz‘ kleine Schwester Amelie (21). Sie studiert in Rosenheim Maschinenbau und unterstützt ihren Bruder insbesondere in der vorlesungsfreien Zeit auf 450-Euro-Basis.

DER GARTEN ALS OUTDOOR-SHOWROOM

Wie schon das rollbare Twister-Segel Shadeone, das Reiser im vergangenen Jahr montiert hat ( sicht+sonnenschutz berichtete) dient auch das Lamellendach nicht nur dem privaten Vergnügen. Es soll potenziellen Kunden zeigen, wie sie ihren Outdoorbereich gestalten können. „Wenn man die Möglichkeit und die Fläche hat, lässt sich der Garten in eine Wohlfühloase verwandeln“, sagt Reiser. Die Anlagen im Livebetrieb zu sehen, sei dabei für die Entscheidungsfindung sehr wichtig. Reiser selbst plant, einen Whirlpool unter das Dach zu stellen – die Dusche daneben ist bereits montiert – und den Boden mit Bankirai-Holz auszulegen. „Im besten Fall vermitteln der Whirlpool-Fachbetrieb und wir uns gegenseitig Kunden“, sagt der R+S-Profi. Beide Unternehmen sind Mitglied in einem regionalen Handwerkerverbund. Während Moritz dem sicht+sonnenschutz-Reporter die Details erklärt, haben Amelie und Robert bereits selbstständig damit begonnen, die vier Dachpfosten mit den Halteplatten für die spätere Befestigung auf den Füßen auszustatten. So dann stecken sie je zwei Verbindungsflügel in die beiden Dachrinnenprofile, in denen später die Lamellen eingehängt werden.

GUTE VORBEREITUNG IST ALLES

Zumindest ein Teil der Vorbereitungsarbeiten kann im Trockenen stattfinden: Ein überdachter Freisitz, der auf den zwei zugänglichen Seiten mit Glas-Schiebeelementen der Firma Erhardt versehen ist und der in Zukunft als Outdoor Lounge mit gemütlicher Sitzecke dienen soll, fungiert heute als Lagerstelle für das Werkzeug und die Komponenten des Daches. „Wir haben bereits am Freitag alles ausgepackt – zum Glück. Denn das ist auch immer eine Riesenarbeit“, sagt Moritz. Allerdings sei durch die gute Verpackung auch sichergestellt, dass beim Transport keine Kratzer entstehen.
Schon seit Ende August vorbereitet ist das Betonfundament für das 3,25 mal 3,20 Meter große Dach – mit Leerrohren für den Elektroanschluss in allen vier Ecken. „So sind wir maximal flexibel.“ Nachdem Moritz sich für ein Rohr entschieden hat, zieht Robert das Stromkabel ein, das im weiteren Verlauf durch den Fuß hindurch in der entsprechenden Säule nach oben geführt werden wird. (Die Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Montage finden Sie im Praxistipp einer der kommenden Ausgaben dieser Zeitschrift. Ein Video-Interview mit Moritz Reiser gibt es online in der Mediengalerie auf www.sicht-sonnenschutz.com.)

DIE FÜSSE VERANKERN

„Guten Morgen, die Herren“, schallt es plötzlich durch den Garten – und Amelie nimmt vorsorglich mal lieber die Kapuze ab. Gekommen sind Peter Plass, Vertriebsleiter bei Erhardt, und Außendienstler Thomas Klingerbeck, der die Montage heute unterstützt. Zwar hat Moritz bereits ein Kedry Plus-Dach montiert, doch noch nicht mit LED-Beleuchtung. „Bei der Verkabelung dürfen wir keinen Wurm reinbringen“, sagt der R+S-Profi. So weit ist es aber noch lange nicht. Jetzt geht es erst einmal darum, die Füße zu montieren. „Rundum muss ein Zentimeter Platz zur Fundamenteinfassung sein“, weist Moritz seine Helfer an.
Nachdem er die Abstände der Füße untereinander mit einem Laser-Messgerät nachkontrolliert hat, bohren Robert und Thomas die Löcher für die Fixanker – während Amelie bereits den Baustellen-Staubsauger angeschmissen hat, um das Bohrmehl zu entfernen. Der Reihe nach befestigt Moritz die Füße. Jeweils zwei Anker schlägt er dazu mit dem Maschinen-Setzwerkzeug von Würth ein (siehe dazu das Lieblingswerkzeug der aktuellen Ausgabe, Seite 79). „Geschützt von den zwei Wänden des Nachbargebäudes, haben wir keine hohen Angriffskräfte“, erläutert Reiser. „Zwei Anker reichen, damit sich die Pfosten später nicht verschieben.“

KEDRY PLUS = QUBE LAMELLA

Dem sicht+sonnenschutz-Reporter erläutert Peter Plass derweil die Geschäftsbeziehung zwischen KE und Erhardt. Erhardt hat demnach für vier KE-Terrassendächer das Exklusivvertriebsrecht für den deutschsprachigen Raum. Das Lamellendach Kedry Plus vertreibt das Unternehmen dabei unter dem Namen Qube Lamella. „Wir kümmern uns um die Neukundengewinnung, während KE selbst weiterhin seine Bestandskunden betreut“, sagt Plass. Die Partnerschaft sei mittlerweile im zweiten Jahr und das Geschäft mit den neuen Produkten gut angelaufen.
Das Team rastet nun die Pfosten auf, stellt sie ins Wasser und schiebt die Design-Hülsen zur Abdeckung der Fußelemente über die Säulen. Über Leitern hieven die Monteure dann die beiden vorbereiteten Dachrinnenprofile nach oben und bauen zwei Tore. „Das ist super ausgemessen“, findet Klingerbeck lobende Worte. Der Abstand der hinteren Traverse zur Dachrinne des angrenzenden Gebäudes gehe sich genau aus.

ROBERT WIRD ZUM GÄRTNER

Dafür ragt auf der anderen Seite urplötzlich ein Ast in den Raum, wo eine der beiden Querstreben die beiden Tore miteinander verbinden soll. Moritz verschwindet in der Gartenlaube – doch mit der Astschere kann er nichts ausrichten. Da muss schon Robert mit der Säge ran. Wenige Minuten später steht dann aber die Grundstruktur des Lamellendaches. „Das sieht doch schon mal gut aus“, findet Reiser.
Amelie und Robert verschrauben die Verbindungsflügel mit den Pfosten. Um die vier Traversen eng aneinanderzupressen, bevor Moritz sie ebenfalls fest mit den Flügeln verbindet, legt das Montageteam Spanngurte um den Korpus und zurrt diese fest. „Hier ist noch ein bisschen Luft“, hört man Amelie aus einer Ecke rufen. „Da kommt die Maschinenbauerin durch“, sieht Moritz das Ganze nicht so eng – und bringt noch einen Pfosten mit einem sachten Fußtritt ins Lot. Sticheleien, wie sie unter Geschwistern üblich sind. Als Moritz später seine Zange vom Dach fallen sollte, fängt er sich den Konter ein: „Mei, o mei – keine Kraft mehr, oder was!“

AMELIE PACKT AN

Eines ist klar – Moritz schätzt die Arbeit seiner Schwester. „Sie ist technisch gut und kapiert sehr schnell“, sagt er, während Amelie für die Anwesenden gerade Kaffee zubereitet. Bereits nach dem Abitur habe sie ihn ein halbes Jahr lang auf Montage begleitet. Das war 2016, als er sich gerade selbstständig gemacht hatte. Aktuell hilft sie ihm auf Stundenbasis sowohl im Büro als auch auf der Baustelle. Amelie mag die praktische Arbeit, wie sie dem sicht+sonnenschutz-Reporter berichtet: „Ich packe gerne an. Im Studium fehlt es mir, mit den Händen zu arbeiten.“ Auch wenn noch nichts entschieden und auch keine Eile geboten ist – eine Zukunft im R+S-Gewerk, insbesondere in Moritz‘ Betrieb, kann sie sich nach eigenen Angaben durchaus vorstellen. Sie würde nach dem Studium auch die Ausbildung zur R+S-Mechatronikerin nachholen.

MORITZ, DER ERFOLGREICHE JUNGUNTERNEHMER

Nicht zuletzt mit Amelie ist das Team von Rollladen + Sonnenschutz Reiser mittlerweile auf eine stattliche Größe gewachsen: Neben dem Firmenchef arbeiten zwei Monteure in Vollzeit, vier 450-Euro-Kräfte – dazu gehören neben Moritz‘ Schwester auch seine Mutter für Büroarbeiten/Buchhaltung und ein Cousin – sind bei Bedarf abrufbar. Die Zahl der Mitarbeiter steigt parallel zum Wachstum des Betriebs. „Im Jahr 2019 ist alles explodiert“, fasst Reiser die aktuelle Entwicklung zusammen. Er meint damit die mehr als gute Auftragslage, insbesondere in den Sommermonaten, die ihm abermals ein sehr gutes Geschäftsjahr bescheren wird. Nach aktuellem Stand wird sich der Umsatz im laufenden Jahr im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppeln.
Um in Zukunft Angebote effektiver schreiben zu können und an noch mehr Aufträge zu kommen, hat Reiser jüngst in eine neue Softwarelösung für seinen Betrieb investiert: in die Branchensoftware von SBH. „Egal, wie sehr wir in Zukunft noch wachsen werden, mit der Software sind wir optimal aufgestellt“, sagt der Jungunternehmer. Allerdings gelte es zunächst, das Programm mit Daten zu füttern – eine Arbeit, die wohl größtenteils an Amelie hängenbleiben wird. „Das muss am Anfang gemacht werden und wird auch etwas Zeit in Anspruch nehmen“, blickt Reiser voraus. Danach werde die Software ihm aber das Leben deutlich erleichtern – und auch seine Arbeitstage verkürzen.

LAMELLENMONTAGE ALS FLIESSBANDARBEIT

Gerade rechtzeitig zu Beginn des nächsten Montageabschnitts sind mittlerweile zwei weitere Erhardt-Experten auf der Baustelle eingetroffen: Ingo Möller, Leiter Marketing und Produktmanagement, und Andreas Schedel, stellv. Teamleiter Outdoor Living. „Je mehr Erhardt, desto mehr Regen“, begrüßt Reiser die Neuankömmlinge. Für die Hilfe von Schedel wird er später aber dankbar sein: „Um die Steuerung zu programmieren, hätten wir lange in der Anleitung lesen müssen.“
Während Amelie und Robert die Füße endgültig im Fundament fixieren und die Abdeckhülsen darüberschieben, bauen Thomas und Moritz den Motor an den Steuerstab und setzen das Gestänge im Dachrinnenprofil ein. Jetzt folgt die Montage der Lamellen: Robert reicht die Profile nach oben, zusammen mit einer Garnitur aus Schrauben, Muttern, Scheiben und Bolzen. Moritz und Thomas hängen die Lamellen ein und verbinden sie mit dem Gestänge – Fließbandarbeit. Nach fünf eingehängten Lamellen folgt die erste Probefahrt. Amelie hält das Einstellkabel von Somfy in der Hand sowie das Motor-Steuergerät, Andreas verbindet die Kabel und drückt im Steuerkasten die richtigen Knöpfe: Die Lamellen schließen sich. Aber es knarzt und ächzt. „Das ist überhaupt nicht schlimm“, beschwichtigt Thomas. „Wir müssen die Lamellen nur ein wenig nachjustieren.“

EINLERNEN LEICHT GEMACHT

Mittagspause – nach der es auch endlich aufgehört hat zu regnen. Das Team hängt die restlichen Lamellen ein, steckt die Abflussrinnen zur Entwässerung in die Pfosten und fährt das Dach erneut zu. Diesmal klemmt nichts. Stattdessen ist Andreas wieder gefragt, es geht um das Einlernen der Endlagen. „Das Einlernen erfolgt automatisch“, erläutert der Fachmann. Er drückt so lange im Steuergerät herum, bis ein hochfrequenter Piepston ertönt. „Jetzt geht gleich die Bombe hoch“, witzelt Thomas, als kurze Zeit später das Piepsen schneller wird. Die Lamellen fahren in der Zeit zweimal auf und zu – fertig. Anschließend lernt Andreas noch den Handsender ein, auch den für die inzwischen angeschlossene LED-Beleuchtung.
Unterdessen bekommt Moritz von Ingo Möller einen Spezialtipp. Schon bei der der ersten Montage des Daches war dem R+S-Profi aufgefallen, dass die Silikondichtungen der Lamellen beim Öffnen ein klebriges Geräusch von sich geben. „Oft fallen einem Dinge auf, die den Endkunden gar nicht stören“, sagt Reiser. Möller weiß nun Rat: Moritz soll doch mal Talkum auf die Dichtungen aufbringen.

EDLER WETTERSCHUTZ FÜR DEN WHIRLPOOL

Als Nächstes kümmern sich Moritz und Thomas um die saubere Verkabelung der LED-Leisten und des Motors innerhalb der Dachrinnenprofile – eine ziemliche Fummelarbeit. Die jeweiligen Steuergeräte verstecken sie in zwei U-Profilen. Weil eine Klemmdose fehlt, fährt Robert ins nahe gelegene Lager – und nimmt Thomas kurzerhand mit, der die im vergangenen Jahr bezogene Halle noch nicht kennt. Kurz darauf muss Robert noch mal los, die Kappsäge holen: Die Abdeckbleche bzw. Wasserabweisungsprofile für die Traversen lassen sich nicht bündig aneinanderlegen.
Während Amelie Robert beim Kürzen assistiert, hat Moritz seine Schuhe ausgezogen und krabbelt die Seiten des geschlossenen Daches entlang. Es sind die letzten Züge der Montage. Die Bleche rasten nun wie gewünscht ein, Robert jagt von unten noch ein paar Schrauben in die Abweisungsprofile – und fertig ist der Wetterschutz für den Whirlpool. „Das sieht richtig edel aus und passt gut hierher“, lautet Moritz‘ Fazit. Die zwei offenen Seiten will er später noch mit Zip-Screens ausstatten. Ausstehende Arbeiten sind der Stromanschluss ans Haus durch einen Elektriker sowie die Abdichtung der Fugen in den Dachrinnenprofilen – die Entwässerung erfolgt über alle vier Pfosten. „Heute hätte das nichts gebracht. Dafür war es zu nass.“ Matthias Metzger

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