Sonnenschutztechnik -

Auswahlkriterien im Fokus Raffstore oder Zip-Screen: Eine Frage der Prioritäten

Der Kampf um die Fassade ist längst entbrannt. sicht+sonnenschutz stellt Anwendungsmöglichkeiten und Stärken von Raffstores und Lamellen gegenüber und verrät, wo die Systeme ihre Grenzen haben. Zudem erfahren Fachbetriebe, was in puncto Montage zu beachten ist.

Raffstores – Klassiker im Objektgeschäft

Mit dem Trend zu größeren Glasflächen werden auch die Raffstore-Anlagen größer und müssen immer höhere Anforderungen erfüllen. Im Objektgeschäft haben sich Raffstores seit Jahren bewährt, jetzt halten sie zunehmend auch im privaten Wohnungsbau Einzug. „In Wohnräumen geben sie Bewohnern die Möglichkeit, das Tageslicht nach ihren individuellen Wünschen zu gestalten“, sagt Thomas Wiesmann, Strategischer Geschäftsfeldmanager Fenster- und Fassadensonnenschutz bei Warema. Dank optimierter Lamellengeometrien lässt sich das Tageslicht besser steuern, zudem profitieren Nutzer vom Einsparpotenzial für die künstliche Beleuchtung. In Zeiten von SmartHome sind dazu intelligente Steuerungen gefragt. „S- und Z-förmige Lamellen werden aufgrund ihres guten Schließverhaltens immer beliebter“, beobachtet Hella-Geschäftsführer Christian Schaller. Was die Farbwahl angeht, bevorzugen Kunden metallische und dunkle Töne. „Gefragt sind Lamellen mit kompletter Verdunkelung analog zu den Rollläden“, ergänzt Kevin Carrozzo, Produktmanager bei Schenker Storen.

Textilscreens – Nachfrage im privaten Wohnbau steigt

Textilscreens sind ein wachsender Markt im Outdoor-Living-Bereich, im Objektbau steigt die Nachfrage nach Vertikalmarkisen für Pergolen und Terrassendächer, z.B. bei
Neubau und Sanierung von Bürogebäuden oder Schulen. „Architekten setzen vermehrt Zip-Screens ein, um einen modernen Look an der Fassade zu erreichen und dabei
Transparenz für die Sicht nach draußen mit dem Schutz der Privatsphäre zu kombinieren“, sagt Jérémy Partouche, Market Manager Solar Protection bei Serge Ferrari. In letzter
Zeit habe auch der private Wohnungsbau nachgezogen. Ähnliches bestätigt Stephan Martens, Geschäftsführer von Sunconfex: „Zip-Screens werden von Architekten im Privathausbau zunehmend akzeptiert“, sagt er. Das sei nicht zuletzt der breiten Palette an RAL-Farbtönen des Tuchs zu verdanken, die sich ans Fensterprofil anpassen lassen. Die Aufträge, die bei der Firma Heydebreck eingehen, zeigen mehrheitlich einen Trend zu dunklen Farbtönen. „Ähnlich wie bei Alu-Rollläden bevorzugen Kunden Screen-Stoffe in Anthrazit“, sagt Geschäftsführer Bernd Heydebreck.

Erhöhte Energieeffizienz, gezielte Tageslichtlenkung

Vorzüge wie erhöhte Energieeffizienz von Gebäuden, gezielte Tageslichtlenkung und intelligente Steuerungsmöglichkeiten machen Raffstores zum Mittel der Wahl im Objektbau. Je nach Tageszeit, Helligkeit, Temperatur und Windverhältnissen fahren sie mit Funksteuerungen oder KNX-basierten Systemen selbsttätig auf und ab, um das gewünschte Raumklima zu erreichen. Hersteller runden ihr Angebot mit Ausstattungen, Komplementärprodukten und Zubehör ab. „Raffstores mit Warema ProVisio bieten eine optimierte Durchsicht bei verbessertem Sichtschutz, da der Lamellenwinkel dem menschlichen Blickwinkel nachempfunden ist“, beschreibt Wiesmann eine Zusatzfunktion. Auch den Formen sowie der Auswahl an Farben für Lamelle und Blende bzw. Schiene sind herstellerseitig kaum Grenzen gesetzt. Schenker Storen versteht sich als Vollsortimenter mit Raffstores für jede Einbausituation und jedes Budget. „Unsere Systeme sind langlebig und wartungsarm“, sagt Carrozzo. Bei Hella gehören montagefreundliche Technik- und Servicedetails, windstabile Typen sowie patentierte Lamellenverbindungen mit ECN-Technologie für optimales Paketieren zu den Highlights.

Grenzmaße und Einbausituationen einhalten

Damit der Einbau von Raffstores schnell und einfach von der Hand geht, setzen Hersteller auf die Montagefreundlichkeit ihrer Produkte. „Als Vorbau- oder freitragende Fassadensysteme sparen unsere Anlagen Zeit und verhindern Montagefehler dank der werksseitigen Vormontage“, sagt Hella-Geschäftsführer Schaller. Bei der Maßaufnahme sollten Fachbetriebe auf eine hohe Genauigkeit achten, damit der Einbau entsprechend den Toleranzangaben der Hersteller passgenau erfolgen kann. „Bauseitig müssen die Grenzmaße und Einbausituationen eingehalten werden“, darauf weist Carrozzo von Schenker Storen hin. Das Unternehmen liefere Unterstützung durch technische Unterlagen, Zeichnungen und Planungshilfen. Zudem sei man mit einem eigenen Schulungsteam, das interne und externe Schulungen leitet, gut aufgestellt. Auch bei Warema steht die Qualifizierung der Fachpartner im Vordergrund. „Wir bieten generell zu all unseren Produkten Schulungen an“, sagt Wiesmann. Und ergänzt: „Im Gegensatz zu Raffstores erfordern Fenstermarkisen mit Zip-Führung eine deutlich höhere Montagegenauigkeit, da die Anlagen sonst nicht ordnungsgemäß arbeiten.“

Unempfindlich gegen Verschmutzung

Farbecht, mechanisch beständig, brandschutzsicher und reinigungsfreundlich – diese Attribute zeichnen Zip-Screens aus. Weitere Vorzüge sind kleine Blendkästen,
schmale Führungen, hohe Windstabilitäten sowie der thermische und visuelle Komfort. „Die Zip-Screens von Serge Ferrari decken ein breites Spektrum an Öffnungsgraden mit
Fokus auf Durchsicht oder Hitze- und Blendschutz ab“, sagt Partouche. Sunconfex hat große Tuchabmessungen bis 20 Quadratmeter im Portfolio, die sich nahtlos bis zu einer
Höhe bzw. Breite von 350 Zentimeter realisieren lassen. „Die Technik ist einfach, der Wartungsaufwand gering“, hebt Martens hervor. Zip-Sreens seien aufgrund der
Farbegalität und der Möglichkeit zur Kontrastbildung die optisch ansprechendere Fassadenlösung. „Durch den geringen Platzbedarf eignen sie sich auch zum Nachrüsten“,
beschreibt Firmenchef Heydebreck. „Sie erfüllen den Zweck, den Senkrechtmarkisen über Jahrzehnte als Sonnen-, Blend- und Sichtschutz eingenommen haben.“ Zudem seien
sie unempfindlicher gegen Schmutz und Staub als Außenjalousien oder Raffstores.

Montage erfordert hohe Präzision

Zip-Systeme erfordern ein erhöhtes Know-how bei der Montage. „Wichtig sind eine exzellente Membran sowie eine hohe Präzision und Sorgfalt bei der Installation“, betont
Partouche. Weitere Anforderungen seien eine passgenaue Parallelität der Befestigungen für die Screens und eine Planheit der Wand für die Schienenmontage. Serge Ferrari unterstütze Installateure und Konfektionäre mit technischem Support, z.B. Schulungen. Auch Sunconfex bietet Schulungen an, bei denen Kunden mehr über die Tuchstoffe erfahren. „Genauigkeit ist oberstes Gebot“, sagt Martens. „Wir fertigen mit einer Toleranz von plus/minus 2,0 Millimeter.“ Der Teufel stecke bekanntlich im Detail und zuweilen seien dafür hohe Qualitätsanforderungen nötig. Um Fachhandwerkern den Arbeitsalltag zu erleichtern, setzt Warema neben Schulungen auf die easyZip-Technologie: „Unser
Clipsystem erhöht die Sicherheit und minimiert die Montagezeit“, sagt Wiesmann. Die Firma Heydebreck verweist auf die Montageanleitungen: „Solange sich Monteure daran halten, gibt es keine Herausforderungen beim Einbau der Hey-Zip-Screens“, sagt der Firmenchef. Regine Krüger und Kirsten Friedrichs

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