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Wechsel an der Spitze des KTex Müller geht, Rippstein übernimmt

Der Verein zur Förderung der Konfektion technischer Textilien (KTex) stellt sich personell neu auf. Das gab der Vorstand bei der Mitgliederversammlung am 17. Januar 2019 bekannt. Schwerpunkte im Vortragsprogramm bildeten die Themen digitaler Textildruck und Ladungssicherung.

Zum 1. Februar 2019 hat die Geschäftsstelle des Industrieverbands Technische Textilien – Rollladen – Sonnenschutz (ITRS), vertreten durch Geschäftsführer Lars Rippstein, die Geschäftsführung des KTex übernommen. Die langjährige Amtsinhaberin Gertrud Müller wurde auf der Mitgliederversammlung des KTex im nordrhein-westfälischen Emsdetten in den Ruhestand verabschiedet. „Ich freue mich über diese Entwicklung, weil KTex und ITRS künftig wieder eine Einheit bilden, mit der wir stärker im Markt ausstrahlen können“, sagte Thomas Kraft, stellvertretender Vorsitzender von KTex und ITRS. Die formelle Satzungsänderung, die den Umzug der Geschäftsstelle von Köln nach Fulda besiegelt, steht auf der nächsten KTex-Mitgliederversammlung auf der Tagesordnung.

DRUCKEN, WEBEN, BESCHICHTEN

Stefan Ruholl, Geschäftsführer von Schmitz Textiles und Gastgeber der Veranstaltung, stellte dar, welche Anforderungen Gewebe erfüllen müssen. Mit zirka 260 Mitarbeitern erwirtschaftete das Tochterunternehmen der Schmitz-Werke 2018 einen Umsatz von mehr als 35 Millionen Euro. Besondere Kompetenz ist die Ausrüstung mit Funktionen. Um z.B. flammhemmende, antimikrobielle oder schmutzabweisende Eigenschaften zu erzielen, müssen die Gewebe länderspezifische Zertifizierungen wie Brandprüfungen bestehen. Bei einem Betriebsrundgang erlebten die Teilnehmer die Webmaschinen in Aktion. Für seine Marken Swela, Drapilux und Mobiltex produziert Schmitz Textiles Hightechlösungen in den Segmenten Outdoor, Sonnenschutz, Möbel, Mobilität, Dekoration und Maritim mit zirka 400 Dessins. Pro Jahr verlassen an die sechseinhalb Millionen Quadratmeter Stoff die Werkshallen in Emsdetten.

DIGITALER TEXTILDRUCK WÄCHST

Wohin die Reise beim digitalen Textildruck geht, zeigte Joachim Rees von Multi-Plot Europe auf. Noch sind die Umsätze im Vergleich zum Analogdruck gering, aber die Tendenz ist steigend. „Im europäischen Home-Decor-Markt sprechen wir aktuell von einer Marktdurchdringung von sechs Prozent“, sagte der Diplom-Ingenieur. „Da ist noch viel Luft nach oben.“ Bis 2021 solle der Bereich um 14 Prozent zulegen. Im Vergleich dazu lägen die Wachstumsraten im Segment Fashion bei 17,5 Prozent.

Vom Richard-Riemerschmid-Berufskolleg in Köln angereist waren Ruth Pütz und Claudia Reifenstein. „Die Flüchtlingsproblematik stellt uns vor große Herausforderungen“, berichteten die Lehrerinnen vom Unterricht für die technischen Konfektionäre. Als problematisch erwiesen sich die oft geringen Deutschkenntnisse der Schüler. Für 2019 habe die Bezirksregierung Fortbildungen initiiert, damit Lehrkräfte den heterogenen Lerngruppen besser gerecht werden können. Von den Betrieben erhoffen sie sich mehr Unterstützung, z.B. indem sie ihre Auszubildenden zu Deutschkursen schicken.

LADUNG MIT GEPRÜFTEN PLANEN SICHERN

Welchen logistischen Herausforderungen sich die Branche im Bereich der Ladungssicherung stellen muss, veranschaulichte Martin Keller vom TÜV Nord Mobilität Hannover. Das Fachgebiet Ladungssicherung bietet Kunden die Prüfung von Planen für Fahrzeugaufbauten gemäß DIN EN 12641-2/BKTex-Richtlinie an. Die zurzeit in der Überarbeitung befindliche DIN EN 12641-2 legt die Mindestanforderungen an Schiebeplanen fest. Darauf aufbauend erarbeitet der TÜV Nord eine neue BKTex-Richtlinie zur Herstellung von Schiebeplanen mit dem Code XL. „Das wird ein großer Wurf”, sagte Keller. Kirsten Friedrichs

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