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Neue Perspektive für Traditionsunternehmen Kufner Holding übernimmt Bamberger Kaliko

"Wir haben mit der Kufner Holding GmbH einen starken Investor gefunden, der die Bamberger Kaliko Textile Finishing GmbH übernimmt“, sagt Kaliko-Geschäftsführerin Alexandra Semrau. Kufner sei ein innovativer, globaler Hersteller von technischen Textilien und Weltmarktführer im Einlagensegment. Die Erfahrung und die Internationalität schafften somit das Potenzial, Kaliko wieder auf Erfolgskurs zu bringen.

Geplant ist ein Engagement von Kufner mit den Restrukturierungsexperten der österreichischen VMS-Gruppe. „Wir sind froh, dass eine Übernahmelösung gelungen ist, die wir vertraglich am 14. Dezember 2018 unterzeichnen konnten“, sagt Ulrich Sogl, CEO der Kufner-Gruppe. Der Standort in Bamberg mit seinen vier Produktsegmenten solle erhalten werden, darüber hinaus seien Investitionen und weitere operative Maßnahmen geplant. Ziel sei es, wieder eine führende Marktposition in den bestehenden Geschäftsbereichen einzunehmen.

Arbeitsplätze sichern

Mit seinen rund 130 Mitarbeitern zählt das fränkische Unternehmen Kaliko zu den führenden Herstellern in der Ausrüstung, Beschichtung und Färbung von Bucheinbandstoffen, Rollostoffen, technischen Geweben sowie Schleifmittelunterlagen auf textiler Basis. Der Betriebsrat und die Gewerkschaft stehen hinter der Übernahme, wie Marcel Adelhardt von der IG Metall Bamberg bestätigt: „Kufner und VMS möchten die Arbeitsplätze in Bamberg sichern.“ Als Sachwalter begleitet die Kanzlei Brinkmann & Partner das Insolvenzverfahren. Sie unterstützt den Prozess im Sinne der Gläubiger und hat hauptsächlich eine überwachende Funktion.

Finale Übergabe im Februar

Die IMAP M&A Consultants AG wurde zudem vom Gläubigerausschuss mit der Durchführung eines kompetitiven Investorenprozesses beauftragt. Mit der Vertragsunterschrift wird nun die Übernahme vorbereitet, dafür sind noch einige weitere Schritte notwendig. Roman-Knut Seger, Geschäftsführer der BDO Restructuring GmbH und Sanierungsberater des Unternehmens, erläutert die Vorgehensweise: „Der Unternehmenserwerb erfolgt im Rahmen eines Insolvenzplans, die Umsetzung wird noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Wir gehen davon aus, dass im Laufe des Monats Februar die Übergabe an die neuen Eigentümer final ist. "

Einkaufskonditionen verbessern

Bis dahin tatenlos abwarten wollen Kufner und VMS aber nicht, wie Seger betont: „Es gibt bereits Pläne und Ideen für die weitere Sanierung der Kaliko. Auch wenn wir seit der Insolvenzanmeldung im Juni 2018 den Geschäftsbetrieb stabilisieren konnten und die Restrukturierung erste Erfolge zeigt, bleibt noch viel zu tun. Die neuen Eigentümer setzen hier an und werden sich in dem Traditionsbetrieb engagieren, damit Kaliko möglichst schnell wieder wettbewerbsfähig wird.“ Durch die Einbindung in die Kufner-Gruppe, zu der unter anderem fünf Werke auf zwei Kontinenten sowie weltweit 20 Vertriebsgesellschaften gehören, sollen zum Beispiel die Einkaufskonditionen verbessert sowie die Finanzierungsstruktur optimiert werden.

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