Sonnenschutztechnik -

Drei Varianten: von SmartHome bis zur App-Steuerung einzelner Antriebe Hier finden Sie Automationslösungen für jeden Kundenanspruch

Viele Wege führen laut einem Sprichwort nach Rom – und für R+SFachbetriebe zur Einbindung von motorangetriebenen Sicht- und Sonnenschutzprodukten. Wir stellen drei unterschiedliche Lösungen für die Umsetzung beim Endkunden und für mehr Umsatz vor.

Der Markt für Hausautomation und intelligente Gebäude entwickelt sich stetig, zwar noch auf überschaubarem Mengenniveau, aber mit steigender Tendenz und Potenzial für Hersteller und Fachhändler. Eine bekannte Lösung hat Somfy mit seiner Tahoma Connect für das SmartHome entwickelt, mit der Anwender alle Geräte der Haustechnik
zentral steuern. Allerdings wünscht sich nicht jeder Kunde die fortgeschrittene Gesamtlösung.

Der Markt liefert zusätzlich weitere Lösungen für die Nutzung von Hausautomation über Steuerungssysteme für mit Antrieben ausgestattete Rollläden, Raffstores, Markisen, Zip-Screens etc. sicht+sonnenschutz hat verschiedene Varianten unter die Lupe genommen, Stimmen von Herstellern und Verarbeitern gesammelt und erläutert Details.

1. Variante: Systempartnerschaft nutzen

Eine Variante für die Umsetzung von SmartHome und Hausautomation haben der Antriebshersteller Geiger und der Steuerungsanbieter Loxone entwickelt. Die Unternehmen arbeiten seit mehr als zwei Jahren auf der Entwicklungsebene zusammen. Den Markt bearbeiten die Partner seit September 2015 gemeinsam. "Beiden Unternehmen hat die Kooperation einen kräftigen Schub gegeben: Während Loxone erstmals flächendeckend Flagge im Sonnenschutz zeigt, erhält Geiger Zugang zu mehr als 8.000 Loxone-Part -
nern weltweit", erläutert Geiger-Geschäftsführer Dr. Marc Natusch. Seine Mission sieht Geiger darin, Sonnenschutz SmartHome-ready zu machen: Sonnenschutz mit bidirektionalen Funkantrieben auszustatten, die heute oder zu einem späteren Zeitpunkt in ein Loxone SmartHome ohne Zusatzaufwand integriert werden. Loxone verfolgt in
der Allianz das Ziel, intelligente Antriebstechnik in Wohngebäude zu bringen. Durch den Einsatz der Geiger Air-Antriebe im Loxone-SmartHome integriert der R+S-Fachbetrieb Sonnenschutz einfach in der Hausautomation.

Praktisches Beispiel: Geiger und Loxone

Eine Partnerschaft von Handwerksbetrieben im ostwestfälischen Enger zeigt die Vorteile der Lösung von Geiger und Loxone: Der örtliche R+S-Fachbetrieb Guido Libuda Rollladenbau und der ebenfalls in Enger beheimatete Loxone-Partner Audivision Richter arbeiten bei der Akquisition von Aufträgen eng zusammen. Libuda montiert als Spezialist für den Sonnenschutz Rollläden, Raffstores, Markisen und andere Produkte mit den Antrieben von Geiger. Richter übernimmt die Installation und Programmierung der Loxone SmartHome-Systeme für die Steuerung der angeschlossenen Antriebe. "Wir profitieren gegenseitig voneinander: Manche Aufträge generieren wir über unseren Betrieb und leiten sie für die Steuerung an Audivision Richter weiter. Auf der anderen Seite schickt Richter auch Kunden zu uns", erläutert Geschäftsführer Guido Libuda. Die Nachfrage nach Automation und SmartHome-Steuerung nimmt seiner Einschätzung nach zu, bewegt sich aber aktuell noch auf niedrigem Niveau. Für den R+S-Unternehmer wie für den Endkunden ermöglicht Connexoon von Somfy den einfachen und günstigen Einstieg in das Thema Hausautomation.

2. Variante: Hausautomation für Einsteiger

Kunden, die nicht gleich ein komplettes SmartHome realisieren möchten, haben mit der Lösung eine günstigere Einstiegsmöglichkeit in die Welt der Automation. Mit den drei Smartphone-Apps Connexoon Fenster, Connexoon Terrasse und Connexoon Zugang steuern Anwender einzelne Wohnbereiche mittels Zeitschalt- oder Sensorfunktionen. Die Inbetriebnahme von Connexoon funktioniert laut Dirk Geigis, Referent Marketing und Kommunikation bei Somfy, für den R+S-Fachbetrieb einfach. Einen Internetzugang brauche der Monteur nicht. Die jeweiligen Antriebe und Verbraucher schließt er ebenso wie Connexoon lediglich an eine 230-Volt-Stromquelle an. Nach der Aktivierung der Connexoon-Box auf www.somfy.de stellt der Installateur die Verbindung zwischen der Box und den einzelnen Produkten per Tastendruck her.

Praktisches Beispiel: Umsetzung Connexoon

Nach der Erfahrung von Meinhard Berger, Geschäftsführer des R+S-Fachbetriebs Sonnen- und Wetterschutztechnik Berger in Neufahrn, installiert der Fachmann Connexoon in der Praxis tatsächlich einfach: "Für uns ist die Lösung wie eine Fernbedienung nutzbar und fordert deutlich weniger Installationsschritte als ein SmartHome-System. Unsere Mitarbeiter mussten sich nicht großartig umstellen von der Tahoma Connect-Lösung." Berger bietet keinen Antrieb mehr ohne eine Steuerungslösung an. Für seine Kunden übernimmt er die Programmierung und die Änderung von Szenarien. Bei einem guten Vertrauensverhältnis zu Kunden ist auch die Fernwartung per Zugriff von außen möglich. Auf Connexoon sprechen die Kunden laut Berger besser an als auf die umfangreichere SmartHome-Lösung: "Wir haben Connexoon vor wenigen Tagen bei einem 70-jährigen
Kunden installiert, der sich vorab schon die App installiert hatte und direkt mit der Programmierung von Szenarien loslegte." Der Kunde bekomme eine Einzel- oder Zentralsteuerung seiner Antriebsprodukte zum Preis einer Zeitschaltuhr. Die Kunden sind den Umgang mit Apps und Smartphones gewöhnt und Berger wertet das System
als gute Einstiegsmöglichkeit in die Hausautomation, mit steigendem Umsatzpotenzial für den R+S-Unternehmer.

3. Variante: Hausautomation per USB-Stick

Der Antriebshersteller Elero hat das System Centero als Kombination des bidirektionalen Funksystems ProLine 2 mit der komfortablen und intuitiven Bedienung der Haustechnik per Smartphone oder Tablet entwickelt. Ohne PC haben die Kunden mit dem Centero Server weltweit Zugriff auf ihre installierten, automatisierten Geräte per
verschlüsselter Datenübertragung. Die Daten werden auf dem Server zentral gespeichert, nicht in einer Cloud oder auf einem Internetserver. Bei der Installation lernt der Fachmann ProLine 2-Geräte von Elero oder andere automatisierte Geräte mit dem Transmitter Stick per Knopfdruck auf die Lerntaste P, Auf und Ab analog zu einem Handsender ein. Danach verbindet der Monteur den Centero Server mit einer Steckdose, steckt den Transmitter Stick in einen USB-Anschluss am Server und verbindet den Centero Server per LANKabel mit dem WLAN-Router des Kunden. "Der Server liest die eingelernten Motoren dann selbstständig ein", erläutert Jochen Hiller, Technischer Berater und Schulungsleiter bei Elero. Zum Schluss lädt der Nutzer die Centero-App herunter, meldet sich an und legt mit der Programmierung von Szenarien und Steuergruppen los. Unterstützung bei speziellen Steuerungsprogammierungen bietet Elero mit seiner technischen Hotline, die R+S-Fachbetriebe werktags und samstags erreichen. Ein Transmitter Stick hat 15 Kanäle für Antriebe, der Server bietet zwei USB-Anschlüsse für die Transmitter. Per USB-Hub nutzt der Kunde laut Elero bis zu 150 Kanäle.

Praktisches Beispiel: Umsetzung Centero

Klaus Röckle, Betriebsleiter Hans Frey Rollladen & Sonnenschutz in Leonberg, hat Erfahrungen mit der Installation von Centero in der Praxis gesammelt: "Für unsere Mitarbeiter ist das Produkt einfach zu installieren. Nach ein wenig Übung und der Analyse der Bedienungsanleitung klappt die Inbetriebnahme ohne Probleme." Insbesondere spreche Centero beim Einlernen sehr schnell an; mehrfaches Programmieren fällt dadurch weg. Für den Endkunden sieht er den Mehrwert in der einfachen Steuerbarkeit seiner motorisierten Geräte per Smartphone oder Tablet. Szenarien steigern den Komfort für den Nutzer. "Kunden, die diese Vorteile einmal genutzt haben, wollen sie nach unserer Erfahrung nicht mehr missen", sagt Röckle. Als Vorteil für den Monteur wertet er die Nachrüstbarkeit bei bestehenden Antrieben, mit vorschaltbaren Funkempfängern auch für Antriebe ohne Funk.

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