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Was bei der Montage zählt – und wie Sie’s hinkriegen Für Sicherheit und Wohlempfinden unter Segeln oder Terrassendächern

Einst sicher die Exoten unter den Verschattungen, hat sich gerade bei ellipsoiden, trapezförmigen oder sonst wie ungewöhnlich geformten Segeln zuletzt viel getan. Mit Blick auf den architektonischen Anspruch gilt das ebenso bei Terrassendächern und erfordert in Sachen Montage Ihr Profiwissen.

Bevor Sie im Garten oder auf der Terrasse Ihres Kunden mit der Befestigung eines Sonnensegels beginnen, sollten Sie in einem ausführlichen Kunden ge -
spräch zunächst klären, welche Fläche genau beschattet werden soll. „Entscheidend ist der Einfallswinkel des Son nenlichts zu verschiedenen Tagesund
Jahreszeiten. Dieser ist bestimmend für die richtige Größe und Ausrichtung des Sonnensegels“, sagt Andrea Papkalla-Geisweid, Dipl.-Ingenieurin vom Technischen Kompetenzzentrum des Bundesverbands Rollladen + Sonnenschutz (BVRS). Als Befestigungspunkte können Hauswände, Bäume, Masten, Geländer, Balkone, Erd-Anker verwendet werden. Die Technikexpertin rät dazu, „die baulichen Gegebenheiten zu hinterfragen und gegebenenfalls vor Ort zu überprüfen“, um die passgenauen, notwendigen Befestigungsmittel für eine fachgerechte Montage auszuwählen. R+S-Fachhandwerker sollten beurteilen, ob der Untergrund die erforderliche Festigkeit besitze, um in Ab -
hängigkeit davon die Befestigungsart festzulegen. Papkalla-Geisweid: „Die benötigte Stärke der Befestigungspunkte richtet sich nach der Größe des Sonnensegels und den auf das Segel einwirkenden Windkräften. Maßgebend für die Montage sind Ort und Handhabung des Sonnensegels.“ Wenn es um Ästhetik und ein individuelles
Design geht, punkten Sonnensegel bei Bauherren immer häufiger. Deshalb hat sich auch Frank Rönnfeld, Inhaber und Betreiber des gleichnamigen R+S-Fachbetriebs, dazu entschieden, diesen immer noch eher unkonventionellen Sonnenschutz in Zukunft mit in sein Portfolio aufzunehmen.

Von der Konkurrenz absetzen


„Mit Sonnensegeln im Angebot hebe ich mich von meiner Konkurrenz hier in der Region auf jeden Fall ab und biete etwas Besonderes“, erklärt Rönnfeld im Gespräch mit unserer Fachzeitschrift seine Beweggründe. Da ein Sonnensegel meist in einer höheren Preisliga spiele im Vergleich zu einer Markise, ist sich Rönnfeld sicher, dass in Zukunft auch sein verkäuferisches Talent verstärkt gefragt sein werde. „Angesprochen ist hier ja eine spezielle Zielgruppe, die Wert auf modernes Design und Individualität legt.“ Der R+S-Unternehmer in Quickborn hat sich für den Hersteller C4sun als Lieferanten und Partner für diese Produktgruppe entschieden. „Meine Monteure und ich haben uns in
Sachen Montage schulen lassen, und der Anbieter hat uns einige wertvolle Kniffe gezeigt“, berichtet Rönnfeld. Das Unternehmen C4sun bietet drei Produkt linien für Sonnensegel an; zum einen den ellipsoiden Schnitt, der nach Angaben des Herstellers mit seinen seitlichen Taillierungen für eine organische Formensprache sorgt und mit
nur einem Mast auskommt. Die Liniesquare4sun steht für eine gleichmäßige, maximale Beschattung im Außenbereich. Trapezförmige Modelle als dritte Alternative sollen einen Kontrast zu einer minimalistisch gestalteten Umgebung erzeugen, wie sie in der modernen Architektur immer häufiger vorkommt. Wie Markus Spicker, C4sun-
Vertriebsmitarbeiter, auf unsere Nachfrage hin erklärt, unterscheiden sich die Sonnensegel des Herstellers in ihrem Konstruktionsprinzip von anderen textilen Produkten. Zur Montage der unternehmenseigenen Produkte erklärt Spicker: „Eine Wickelwelle wird horizontal an ein Haus oder frei stehend platziert. Eine oder mehrere Mastanla -
gen ziehen die Sonnensegelanlage nach Kundenwunsch im Gefälle oder genau horizontal mit jederzeit gleichmäßiger Zugkraft.“ Die Verbindung der gleichmäßigen
Kräfte mit dem Prinzip der Winddruck entlastung sorge für Windstabilität und Sicherheit bei der Planung der Anlagenkonfiguration. Wie Spicker weiter erläutert, benötigt
der Rohrmotor in der Wickelwelle einen 230-Volt-Stromanschluss und zieht beim Einfahren der Anlage die Ge wichte im oder am Mast hoch. „Mehrere Segel typen bieten die Möglichkeit, die Mast anlagen an unterschiedlichen Positionen zu platzieren. Während die Modelle des Typs elips4sun von nur einem Mast zentral in der Sonnen -
segelanlage gezogen werden, sind bei quare4sun verschiedene Mastpositionen möglich.“ Sonnensegel eigneten sich im Vergleich zu Markisen gleichermaßen
als Sonnen- und Regenschutz. „Sie nehmen Wind böen dank eines ausgeklügelten Winddruckentlastungssystems tatsächlich den Wind aus den Segeln. Die aufgewölbte Segelfläche bietet Wohlfühlatmosphäre und schränkt die Sicht in den Garten und in die Ferne nicht ein.“ Die C4sun-Sonnensegel lassen sich laut Spicker per Knopfdruck
ein- und ausfahren. Ein Windwächter kontrolliere jederzeit die Windstärke und übersende per Funk den Befehl zum Einfahren, sobald der eingestellte Windschwellenwert überschritten ist. „Ebenfalls können aus dem Zubehör zum Beis piel Sonnenwächter und Funkboxen zur Steuerung mit dem Smartphone bzw. Tablet eingesetzt werden.“
Spezialisiert auf Sonnensegel, konkret auf das Twister-Segel Shadeone, hat sich das österreichische Unternehmen Shadesign. „Unser Twister-Segel ist eine neue Variante der manuell zu bedienenden Rechtecksegel, welches die Tuchwelle in Sekundenschnelle selbstständig ausrollt und das ebenso schnell und ohne Kraftaufwand wieder eingerollt
werden kann“, erklärt Peter Lang. Bei der Montage sei das notwendige Material immer auf den Untergrund abzustimmen (unmittelbar auf Ziegel, Voll wärmeschutz etc.). Im Gegensatz zur Montage einer Markise werden nach Aus sage des Experten bei der Installation eines Segels hauptsächlich Zugkräfte in den Unter grund geleitet,
was bei den heutigen Gebäuden mit Vollwärmeisolierungen Vorteile bringe. Auch Lang ist der Meinung, dass Sonnensegel für „ein völlig anderes Lebensgefühl als Markisen stehen und durch die Bewegung im Segel ein luftig mediterranes Flair erwecken“. Durch nicht vorhandene konstruktive Teile im Segelbereich entstehe eine lockere
Atmosphäre der Freiheit, „was modern orientierte Schattensuchende zunehmend anspricht“.

Das Wandanschlussprofil ist entscheidend


Wünschen sich Ihre Kunden stattdessen einen Rundumschutz bei Wind und Wetter, empfiehlt R+S-Fachmann Frank Rönnfeld, der in diesem Segment mit
dem Hersteller Erhardt Markisenbau zusammenarbeitet, die Anschaffung eines Terrassendachs: „Diese Bauelemente bieten meinen Kunden einen permanenten Wetterschutz mit offenem Blick in den Himmel oder mit schattenspendendem Sonnenschutz mit bis zu raumgreifenden sieben mal sechs Meter Umfang und noch größer.“
Liegt die für solche Konstruktionen mitunter nötige Baugenehmigung vor, ist bei der Montage von Terrassendächern das Wandanschlussprofil von entscheidender Bedeutung; und zwar für die Sicherheit des Bauwerks, wie BVRS-Technikexpertin Papkalla-Geisweid erklärt: „Die Dimensionierung der Bohrlöcher und die Verwendung von
geeigneten Dübeln sowie eine ausreichende Anzahl von Befestigungs punkten sind unerlässlich. Die Dachträger müssen fest und sicher mit dem Wandanschlussprofil verbunden werden.“ Besonderes Augenmerk sollten Fachhandwerker auf eine gute Abdichtung legen, damit Regenwasser nicht in die Konstruktion eindringen kann. Der
Bodenanschluss, der Anschluss der Stützen an den Boden, sei wichtig für die Stabilität der gesamten Konstruk tion. Dieser erfolgt nach Aussage der Expertin über so genannte Stahl füße, auf die die Aluminiumprofile gesteckt werden. „Es gibt Ausführun gen für Eck- und Mittelstützen.“

Kerstin Pätzold

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