Sonnenschutztechnik -

Digitalisierung steigert Komfort und Klimaschutz Ein Gebäude, das mitdenkt

Wer wünscht sich das nicht – einen Arbeitsplatz, an dem sich die Raumbedingungen optimal an die Erfordernisse der Mitarbeiter anpassen und dabei ein Maximum an Energie gespart wird? Ein Forschungszentrum zeigt, wie Innovation und Nachhaltigkeit verschmelzen. Auch der außen liegende Sonnenschutz trägt einen maßgeblichen Teil dazu bei.

Ob neuartige Baumaterialien oder kluges Wärme-, Kälte und Lüftungsmanagement – im Energy Efficiency Center (EEC) in Würzburg testet das Bayerische Zentrum für angewandte Energieforschung (ZAE Bayern) zukunftsweisende Technologien für energieoptimierte Gebäude. „Das Ziel war es, ein Gebäude zu schaffen, das Nachhaltigkeit und Innovation vereint“, sagt Dr. Helmut Weinläder, Senior Scientist am ZAE. Die verbauten Systeme, Materialien und Komponenten werden über den gesamten Entwicklungsprozess – vom Labormuster bis zum fertigen Produkt – charakterisiert. Durch das Monitoring können sie wissenschaftlich untersucht, Fehler analysiert und die Gebäudetechnik verbessert werden. Es gibt zahlreiche Kooperationen mit Partnern aus der Industrie.

RAFFSTORES MIT SELEKTIVER BESCHICHTUNG

Auch der außen liegende Sonnenschutz ist Teil des energiesparenden Gebäudekonzepts. An der Pfosten-Riegel-Fassade des EEC wurden 50 Raffstores mit selektiven Flachlamellen und Führungsschiene von Warema verbaut. Eingebettet in die intelligente Gebäudesteuerung, fahren sie je nach Wetterlage automatisch hoch und runter, zudem weiß das System, ob zusätzlicher Kühl- oder Heizbedarf besteht.

AUSGEKLÜGELTE SENSORTECHNIK

„Dank der selektiven Beschichtung der Lamellenoberfläche haben die Raffstores im Vergleich zu einem Raffstore RAL 9006 einen um zehn Prozent besseren g-Wert und lassen 50 Prozent weniger Wärme ins Gebäude“, hebt Ulrich Lang, verantwortlich für das Business Development Architekten bei Warema, hervor. „Dadurch reduziert sich der Energieaufwand für die Raumkühlung und die Beleuchtung, zudem ist im Winter durch den solaren Wärmeeintrag weniger Heizenergie erforderlich.“
Eine ausgeklügelte Sensortechnik erkennt, ob sich Personen im Raum aufhalten. Das hat auch Auswirkungen auf den Sonnenschutz: Scheint im Winter die Sonne, fährt die Außenjalousie normalerweise nach unten, um Nutzer vor Blendungen zu schützen. Hält sich keine Person im Raum auf, bleiben die Lamellen oben – so können die Sonnenstrahlen ungehindert in den Raum dringen, ihn erwärmen, und der Heizbedarf reduziert sich.
Im Sommer funktioniert das Ganze genau umgekehrt: Die Lamellen bleiben konstant geschlossen, wenn sich keine Person im Raum aufhält, so dass die Kühllasten sinken. „Die Umgebungsbedingungen passen sich optimal an die Bedürf nisse der Mitarbeitenden an“, ergänzt Weinläder.

MEMBRANDACH STEIGERT ENERGIEEFFIZIENZ

Einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz liefert das transluzente Membrandach mit textiler Architektur. Einerseits bildet sich durch den solaren Eintrag im Winter eine Zwischenklimazone, die die Wärmeverluste über das Dach reduziert. Im Sommer wiederum öffnen sich Querlüftungsklappen, um einen Hitzestau zu vermeiden. Andererseits ist das Membrandach durch die Lichtdurchlässigkeit in der Lage, das Tageslicht in die Räume zu leiten.

TAGESLICHTNUTZUNG WIRD VOLL AUSGESCHÖPFT

In den Büros setzt sich das intelligente Tageslichtmanagement fort. Die Räume in der ersten Etage des EEC sind mit transluzenten Verglasungen ausgestattet, in deren Scheibenzwischenraum Aerogele verbaut sind. Diese Granulate haben einen hoch wärmedämmenden Effekt, zudem lenken sie das Tageslicht diffus gestreut in die zirka sechs Meter tiefen Räume. Bei der Versorgung mit Licht kommt erneut die Sensortechnik ins Spiel: „Die Sensoren erkennen, ob im Raum Kunstlicht erforderlich ist oder nicht“, beschreibt Weinläder. „Wenn sich eine Person im Raum befindet und das Tageslicht nicht ausreicht, wird das Kunstlicht automatisch zugeschaltet und hebt die Beleuchtungsstärke bedarfsgerecht auf 500 Lux an.“
Und wie hoch ist der Wohlfühleffekt am Arbeitsplatz? „Nach einer Befragung unter den Beschäftigten haben wir einige Parameter nachjustiert“, verrät der Forscher. „Unterm Strich liegt die Zufriedenheitsquote der Mitarbeitenden bei mehr als 90 Prozent.“ Kirsten Friedrichs

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