ABS: Fassadenladen aus Biopolymeren

Seit gestern findet in Bern die Konferenz zur Gebäudehülle der Zukunft statt – die Conference on Advanced Building Skins (ABS). Interessant war am ersten Tag die Vorstellung eines Fassadenladens aus Biopolymeren – ein Forschungsprojekt der TH Nürnberg. Mit den transluzenten Profilen sind Anordnungen möglich, die sowohl das Tageslicht in den Raum lenken – im oberen Bereich – als auch Durchsicht gewährleisten – im mittleren Segment. Die Forscher suchen nun Industriepartner, um ein marktfähiges Produkt zu entwickeln. Hintergrund des Projekts war es u.a., herkömmliches PVC zu ersetzen. Alternative Materialien waren auch in einem anderen Vortrag Thema, darin ging es um Mauerwerksteine aus Hanf. Die Fassadenplaner von Priedemann stellten vor, wie es auch mit den heutigen Anforderungen an Energieeffizienz (Stichwort: EnEV) möglich ist, Gebäude mit Ganzglasfassaden zu realisieren. Am heutigen Tag geht es u.a. um gebäudeintegrierte Photovoltaik.


600 Teilnehmer: BVRS-Tagung an der Zugspitze

Heute und morgen findet die Haupttagung des BVRS statt. 600 Teilnehmer (!) aus dem R+S-Handwerk sind dafür nach Garmisch-Partenkirchen gereist. Erstmals fand am Morgen des ersten Tages ein sog. Frühstarter-Programm statt, der Fokus richtete sich auf technische Themen. Solche seien für das Handwerk unabdingbar und müssten daher auch Bestandteil der Haupttagung sein, lautete die Begründung. Patrick Kallert von BTI referierte über die Befestigung in modernem Mauerwerk. Die gute Nachricht: Es gibt für alle Untergründe eine Befestigungslösung, der Fachbetrieb muss in der Planung aber auch die Grundlage für die fachgerechte Ausführung legen. Ein weiterer Vortrag beschäftigte sich mit den Anforderungen an die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) zur Absturzsicherung, ehe die Haupttagung offiziell eröffnet wurde. Übrigens: Passend zum BVRS-Haupttag befasst sich heute die Politik mit der Wiedereinführung der Meisterpflicht für das R+S-Handwerk und weitere Gewerke. Mit der ersten Lesung im Bundestag hat das entsprechende Gesetz eine weitere Hürde genommen.



Zu Besuch bei Raumausstattermeisterin Meike Wallner-Kandt

Fester Bestandteil jeder Ausgabe von sicht+sonnenschutz ist unser Gestaltungstipp. Dort präsentiert die Redaktion immer wieder schöne Projekte von Raumausstattern. (Wer auch einmal ein schönes Projekt vorstellen möchte, erfährt hier mehr dazu.) Ein gern gesehener Gast in dieser Rubrik ist Meike Wallner-Kandt. Die Meisterin im Raumausstatterhandwerk hat immer wieder schöne Projekte für den Gestaltungstipp parat. Grund genug, um einmal bei ihr im Betrieb Wallner Polstermöbel & Deko in Darmstadt vorbeizuschauen. Das Unternehmen führt sie übrigens zusammen mit ihrem Vater Josef Wallner. Doch natürlich geht es nicht nur um einen Kaffeeklatsch, wir sind vor Ort um mehr über Wallner-Kandts zuletzt erworbene Qualifikation zu erfahren: Seit 2017 ist sie nun auch geprüfte Restauratorin im Raumausstatterhandwerk.

„Hauptfeld in unserem Betrieb ist die Polsterei, aber wir machen auch innen liegenden Sonnenschutz. Und gerade hierbei ist interessant zu sehen: Sonnenschutz gab es schon immer – das ist kein Kind der Moderne“, erklärt sie und deutet auf Zeichnungen in einem Buch. Zu sehen sind verschiedene Sonnenschutzlösungen aus dem 18. oder 17. Jahrhundert. Und ja: Vieles, was zu sehen ist, ähnelt dem, was die Menschen heute an ihre Fenster hängen.

Wie die Raumausstatterin dazu kam, die Weiterbildung zu machen? „Das hat mich schon immer interessiert. Wir gehen zwar stets mit der Technik und mit der Mode, aber es wäre schade, wenn das Vergangene komplett verloren geht“, antwortet Wallner-Kandt. Die Weiterbildung zur Restauratorin war daher eine Entscheidung aus Leidenschaft.

Mehr zu Meike Wallner-Kandt und der Weiterbildung zum geprüften Restaurator im Raumaussstatterhandwerk lesen Sie in unserer Doppelausgabe.


Moritz Reiser erweitert privates Outdoor-Paradies

R+S-Profi Moritz Reiser hat beim „schlechtesten Wetter überhaupt“, wie er den sicht+sonnenschutz-Reporter am Morgen der Montage begrüßt, sein persönliches Outdoor Living-Paradies erweitert. Ein frei stehendes Lamellendach, geliefert von Erhardt Markisen, ergänzt nun das Ensemble aus Twister Segel Shadeone und überdachtem Freisitz, der mit Glas-Schiebewänden ausgerüstet ist. Unter dem Lamellendach soll ein Whirlpool seinen Platz finden. „Wie bei früheren Projekten in unserem Garten erweitern wir damit gleichzeitig den Ausstellungsbereich für unsere Kunden“, sagt Reiser. „Die Anlagen im Livebetrieb zu sehen, ist wichtig für die Entscheidungsfindung.“

Mit dem aktuellen Geschäftsjahr ist Reiser mehr als zufrieden. So werde er den Umsatz im laufenden Jahr im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppeln. Um alle eingehenden Aufträge abzuarbeiten, ist das Team inzwischen auf eine stattliche Größe angewachsen: Neben ihm gibt es zwei Vollzeitmonteure sowie vier 450 Euro-Kräfte, die bei Bedarf abrufbar sind. Dazu gehört auch seine kleine Schwester Amelie, die in Rosenheim Maschinenbau studiert. Eine Zukunft im R+S-Business? Nicht ausgeschlossen. Beim Aufbau des Lamellendachs war sie eine wertvolle Hilfe.

Den vollständigen Bericht zur Montage lesen Sie in der nächsten Ausgabe der sicht+sonnenschutz.


Perimeter Protection 2020 auf Wachstumskurs

Im Vorfeld der Perimeter Protection, die vom 14. bis 16. Januar 2020 im Messezentrum Nürnberg ihre Tore öffnet, fand heute die von der NürnbergMesse organisierte Fachpressefahrt statt. Schauplatz der Veranstaltung war das Volkswagen Werk im niedersächsischen Wolfsburg. „Mit der Fokussierung auf die Sicherheit von Freigelände und Außenanlagen haben wir den Nerv der Branche getroffen“, sagte Alexander Stein (s. Foto, Mitte) Abteilungsleiter Perimeter Protection, NürnbergMesse. Der derzeitige Anmeldestand zeige, dass die Ausstellerzahl (2018: 135) und die Fläche im kommenden Jahr nochmals zulegten. Premiere feiere 2020 ein kostenfreies Fachforum, das Expertenwissen zu sicherheitsrelevanten Themen bündele und direkt ins Messegeschehen integriert sei. Schwerpunktthema sei der Bereich Drohnendetektion und -abwehr.

Kai-Uwe Gröger, Geschäftsführer Fachverband/Gütegemeinschaft Metallzauntechnik, präsentierte die Branchenanalyse für 2018. Demnach wurde mit Zaungittern und -geflechten, Außentoren, Schranken und Drehkreuzen in Umzäunungen ein Umsatz von knapp 567 Millionen Euro erzielt. Das entspricht einem Zuwachs von drei Prozent gegenüber 2017. Ein deutliches Plus von 6,9 Prozent verzeichneten die Montage- und Reparaturdienstleistungen – die Unternehmen erwirtschaften einen Umsatz von rund 559 Millionen Euro.

Anschließend stellte Andreas Fietze, Leiter Konzern Objektschutz, das Sicherheitskonzept von Volkswagen vor. Am Standort in Wolfsburg beschäftigt der Konzern rund 60.000 Mitarbeiter. „Hier gehen jeden Tag – einschließlich Besucher – rund 110.000 Menschen ein und aus“, sagte Fietze. Hinzu kämen mehr als 8.700 Pkw- sowie 600 Lkw-Einfahrten. Das stelle erhebliche Anforderungen an die Sicherung der Außenhaut sowie die Zugangskontrolle. Seit 2013 setzt VW auf ein neues Sicherheitskonzept aus mechanischen Barrieren, Detektion und Videotechnik. Durch die Installation von speziellen Panomera-Kameras für die rund 20.000 Neuwagenstellflächen konnte z.B. die Schadensumme für den Diebstahl von Navigationsgeräten aus Neuwagen erheblich reduziert werden.

Mehr über das Sicherheitskonzept bei VW, die Highlights der Perimeter Protection 2020 sowie ein Interview mit dem Messeverantwortlichen Alexander Stein lesen Sie in der Januar-Ausgabe von sicht+sonnenschutz.