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Auf den Spuren von Raumschiff Enterprise Auf den Spuren von Raumschiff Enterprise

Wer kennt sie nicht? Die Automatiktüren in den Fernsehserien Raumschiff Enterprise und Raumpatrouille Orion. Wurden die Schiebetüren damals noch manuell mit Schnur gezogen, ist die Türautomation heute als festes Element in der Schloss- und Beschlagbranche angekommen. Zum Branchentag „Wir automatisieren“ folgten mehr als 100 Teilnehmer der Einladung des Fachverbands Türautomation (FTA) nach Berlin.

Digitalisierte Automatiktüren werden mit intelligenter Sensorik und Antriebstechnologien schon bald Wohnkomfort und Barrierefreiheit stärker verbinden – so lautete das Fazit
der Veranstaltung. Wie in allen Gewerken der Baubranche, sagte FTA-Vorstandsvorsitzender Michael Andlauer, werde auch die Türautomation durch Digitalisierung und Bauen 4.0 für den Nutzer Mehrwerte generieren. Planung und Architektur lassen sich als virtueller Entwurf im frühen Stadium auf die Nutzung abstimmen. Dadurch seien Fehler und nachträgliche Umbauarbeiten vermeidbar.

TECHNOLOGIESPRÜNGE FÜR NEUE MÄRKTE

„Die Türautomation gehört heute im Retail-, Verwaltungs- und Industriebau zum Tagesgeschäft. In Einfamilienhäusern ist eine Türautomation derzeit aber nur in geringem Umfang anzutreffen“, führte Andlauer weiter aus. Dies könne sich mit der alternden Gesellschaft ändern, barrierefreie Zugänge im Haus werden dann auch in Einfamilienhäusern notwendig. An die Politik gerichtet, forderte Andlauer, dass der Staat neben der Barrierefreiheit auch ein Auge auf qualitätsgerechtes Handwerk und Produkte haben müsse. Zurückblickend sei festzustellen, dass der FTA als kleiner Branchenverband in den vergangenen Jahren nicht nur an Normen zur Erhöhung der Nutzersicherheit mitgewirkt habe. Große Schritte erreichte der Verband laut Andlauer auch bei der Entwicklung neuer Technologien, wie z.B. der Lineartechnologie, sowie mit der Schaffung einer Ausbildungsplattform. Dieter Sichelschmidt, COO Access Solutions DACH bei Dormakaba, blickte auf Technologiesprünge innerhalb der vergangenen
44 Jahre zurück. „Berührungslose Automatiktüren waren einst eine Vision – heute sind sie Realität. Zukünftige Anwendungen der Automatiktüren werden durch Digitalisierung und Cloud wesentlich intelligenter.“ Mit neuen Antriebsgenerationen wie der Magnettechnologie werden nach seinen Angaben neue Schiebetürlösungen folgen. „Die Türautomation schätze ich zunehmend auch im Innenbereich als zukunftsträchtigste Branche im Gebäude ein“, zog Sichelschmidt das Fazit.

Drei der fünf im FTA organisierten Sensorikhersteller wanderten im Gemeinschaftsvortrag auf den Spuren der Raumschiffflotte Enterprise und präsentierten zukunftsweisende Sensoriklösungen für Automatiktüren. Diese sollen Erleichterungen sowie höhere Sicherheitsstandards im Alltag ermöglichen. Vorgestellt wurde auch ein gemeinsam mit dem FTA erstellter Flyer für Techniker und Betreiber, der die technischen Grundlagen beschreibt und zum kostenlosen Download zur Verfügung steht.

BARRIEREFREIHEIT: SENSORIK SCHAFFT MEHRWERT

Über die Umsetzung der Barrierefreiheit im „Forum für Wohnkomfort und Sicherheit“ berichtete Marcus Sauer von der Deutschen Gesellschaft für Gerontotechnik (GGT). Er
bestätigte, dass in puncto Sicherheit und Barrierefreiheit der Türautomation eine zunehmend wichtigere Rolle zukommt. Im GGT-Haus werden beispielhaft Technologien und Produkte für ein generationengerechtes Wohnen in der Praxis zusammengeführt und getestet. In Kooperation mit 34 namhaften Industriepartnern haben GGT-Experten dafür eine Musterimmobilie konzipiert, die der schwedische Haushersteller Trivselhus in Modulbauweise umsetzte.

MUSTERHAUS MIT MUSTERGÜLTIGER UMSETZUNG

Die Musterimmobilie präsentiert mit ihren zahlreichen Neuerungen eine in dieser Form vollkommen neue integrative Ausrichtung – von bodengleichen Duschen, höhenverstellbarem WC, elektronischen Armaturen über ebenerdigen Hauszugang, Schiebetürsysteme, flexible Raumkonzepte und Personenaufzug bis zu Türkommunikation, elektrotechnischer KNX-Schaltung für Licht- und Steuerungssysteme, LED-Beleuchtungselementen und Lüftungsanlagen. Alle Türen mit Antrieben auszustatten, sieht der Verbraucher dem Experten zufolge jedoch mit Skepsis. Uwe Manzke, Wissenschaftsjournalist

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